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Dr. Martin Vincentz

AfD 20.03.2024 Sitzungen 18/58

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Nicht nur die Politik unterliegt kurzfristigen Moden – schlimm genug; denn das lässt eine gewisse Weitsicht vermissen –, sondern eben auch die Medizin. So möchte ich unter anderem an die Lobotomie erinnern, ein Verfahren, bei dem man mit einem relativ groben Stößel den Thalamus vom frontalen Kortex trennte, das dem Erfinder 1949 sogar den Medizinnobelpreis einbrachte, was dazu führte, dass dieses brachiale Verfahren Zehntausende von Malen auf diesem Planeten durchgeführt wurde. Heute schaut man auf diese Zeit eher zurück und schämt sich der medizinischen Vorfahren, die das mal als State of the Art begriffen haben. Ein anderes gutes Beispiel ist die Ernährungspyramide. Sie haben das wahrscheinlich noch im Kopf, weil viele von Ihnen zu einer Zeit in der Schule waren, in der das genau so beigebracht wurde. Unten war der größte Balken, auf dem die Ernährung möglichst ruht. Das sind Kohlenhydrate, ist Getreide, ist Vollkorn. Heute weiß man: Diese Form von Ansicht war wahrscheinlich eher von den Bauern und weniger von den medizinischen Kollegen geprägt und führt dazu, dass heute sehr viele Menschen, auch hier Anwesende, etwas zu viel Hüftgold haben und wir in der Bevölkerung sehr viel Diabetes vorfinden; (Zuruf von der SPD: Typ 2!) denn diese Form von Kohlenhydraten ist am Ende nichts anderes als versteckter Zucker. Ein weiteres gutes Beispiel ist die virologische Diagnostik. Auch da gab es einige Modererscheinungen. Ich empfehle hier ein schönes Interview mit Dr. Christian Drosten im Handelsblatt 2014, der sich darin sehr schön zur PCR-Methode ausgelassen hat – etwas, was er in der Zwischenzeit wieder vergessen hat, aber etwas, was auf jeden Fall immer noch eine dringliche Aktualität hat. Zuletzt: Es gibt viele Modevitamine. Jedes Jahr entdecken die Medizin, die Apotheken Umschau und andere ein neues. Das ist nicht unbedingt so Landtag schädlich wie die vorangegangenen Dinge und führt im besten Fall zu teurem Urin. Nichtsdestotrotz sehen wir an dieser Stelle: Es gibt viele Moden. Auch die Medizin ist nicht fehlerfrei. Nun hat man eine neue Mode gefunden, die Klimagesundheit. Nicht etwa die größte Gefahr für die menschliche Gesundheit seien, wie zuletzt auch noch eine große medizinische Einheit beschrieb, zum Beispiel Armut oder schlechter Zugang zu medizinischer Versorgung oder Übergewicht oder Tabak-Abusus oder Sitzen – alles übrigens Dinge, die deutlich mehr Todesopfer fordern als in Deutschland, einer gemäßigten Klimazone mit einer Durchschnittstemperatur von 10 Grad, das Wetter. Nein, man meint tatsächlich, das Klima sei die größte Gefahr – obwohl eine große Studie erst neulich noch belegte, dass innerhalb der letzten 100 Jahre die klimabedingten Todesfälle um 98 % zurückgegangen sind, weil die Menschheit mittlerweile deutlich besser auf Extremwetterbedingungen, auf Überschwemmungen vorbereitet ist. Die Menschen sind schlichtweg aus der Armut geholt worden – Armut ist das viel größere Problem – und können sich deswegen vor schlechtem Wetter besser schützen.

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