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Dr. Martin Vincentz

AfD 24.01.2024 Sitzungen 18/54

Cher Monsieur le Président! Mesdames et Messieurs! Als ich heute Morgen wie die meisten Rheinländer meinen Plumo wegzog, kam ich arg in die Bredouille, als ich beinahe aus dem Bett stürzte. Womöglich hätte es dabei ernsthafte Blessuren geben können, aber: C’est la vie. Ich fühlte mich noch ganz plümerant, so malade war ich wohl vom letzten Tag. Aber nach diesem Malheur begab ich mich zum Frühstück aufs Canapé – ebenso wie eine Chaiselongue übrigens ein wichtiges rheinisches Wohnaccessoir. Dabei bereitete es mir ein gewisses Amusement als ein Enfant terrible dieses Parlaments im Kopf eine Rede als Hommage auf die französische Sprache im Deutschen durchzugehen. Der Clou dabei sollte sein, mit einem gewissen Charme apart, aber ohne allzu großen Affront durch irgendeinen Fauxpas in einer kleinen Passage der Rede zu produzieren oder große Allüren an den Tag zu legen, die Spuren Frankreichs in unserem Sprachschatz aufzuzeigen. So setzte sich die Rede peu à peu in meinem Kopf aus dem Lameng sozusagen nach dem gegebenen Reglement des Landtags zusammen. En passant, auch wenn das Französische an vielen Schulen nicht mehr so en vogue ist, so kann man ihm einen gewissen Esprit nicht absprechen. Es ist doch nonchalant par excellence in seinem jeweiligen Metier, die eine oder andere Bagatelle weltmännisch mit ein paar Phrasen auf Französisch abzukanzeln. Voilà. Nach einem Croissant und einer Tasse Muckefuck – übrigens das rheinische Mokka faux; jedem Tierchen sein Pläsierchen – begab ich mich nach einem kurzen Au revoir und einem Bisous bei dieser Tristesse natürlich mit einem Parapluie ausgerüstet auf den Trottoir. Noch eben kontrollieren, ob man das Portemonnaie eingesteckt hat – grundlos, eine Routine, die fast ein Déjà-vu produziert. Nach wenigen Kilometern von Krefeld über die Rheinpromenade, über den großen Boulevard, vis-à-vis des Rheinturms in den Landtag. Auf der Tagesordnung: ein buntes Potpourri an Anträgen, so manche Bagatelle, hier und da eine Petitesse, aber auch ehrliches Engagement. In diesen ersten Stunden heute hieß es – bei allen Anwürfen, pardon, aber mon dieu! –, die Contenance zu bewahren, die eine oder andere Tirade über sich ergehen zu lassen und dabei sich selbst nicht in Rage zu reden; aber: jeder nach seiner Fasson. Immerhin stimmt ja das Salaire, und am späten 24.01.2024 Nachmittag gibt es noch eine Rede zur deutsch-französischen Freundschaft. Apropos, mein liebster Begriff im Französischen ist neben „Weltanschauung“ ein „vasistas“. Die Legende sagt, dass ein Deutscher wohl mal gesagt hat: Was ist das? – Und der Franzose dachte: Endlich ein Wort für das Fenster über der Tür: Es ist ein vasistas, also völlig lost in translation. Wenn ich ein Resümee ziehen darf: Ein Land mit über 2.000 Käsesorten steht einem Land mit 1.500 Arten Aufschnitt gegenüber, mal in wechselseitiger Be-, mal in Verwunderung, in einer mittlerweile tiefen Freundschaft verbunden, aber sich dabei immer bei allen Gemeinsamkeiten auch ein wenig fremd. Das macht am Ende den Reiz aus, sich immer weiter kennenzulernen und weiter voneinander und übereinander lernen zu wollen – c’est ça. Ganz ehrlich: Ein wenig französische Entspannung – laissez faire würde man sagen – würde uns gerade in diesen Zeiten gut zu Gesicht stehen. Denn im tief demokratischen Frankreich würde bei allen Differenzen niemand darüber nachdenken, den Rassemblement National oder auch Zemmour verbieten zu wollen. In diesem Sinne: keine Fisimatenten! Adieu et bonne chance! (Beifall von der AfD – Rodion Bakum [SPD]: Wenn der Höcke das gehört hätte!)

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