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Dilek Engin

SPD 24.01.2024 Sitzungen 18/54

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr verehrte Damen und Herren! Unsere Gesellschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. In einer Welt, die sich rasant verändert, steht fest: Die Bildung, die wir unseren Kindern heute zuteilwerden lassen, muss sie auf die Welt von morgen vorbereiten. Diese neue Realität erfordert von uns, dass wir die Bildungsinhalte und die zu erwerbenden Kompetenzen entsprechend anpassen. Deshalb müssen wir uns folgende Fragen stellen: Welche Zukunft wollen wir? Welche Zukunft brauchen wir? Wie gestalten wir die Zukunft unserer Bildung? BNE ist ein ganzheitliches Bildungskonzept, das zahlreiche aktuelle bildungspolitische und pädagogisch-didaktische Anforderungen sinnvoll zusammenführt und integriert. Bis hierhin ist das schön und gut – das haben die Vorrednerinnen auch gesagt –, (Bianca Winkelmann [CDU]: Hört sich gut an!) aber für uns als SPD Fraktion ist das nicht neu. (Zuruf von Bianca Winkelmann [CDU]) Wir haben Ihnen das schon mehrfach im Schulausschuss erklärt, es auch eingebracht und gesagt, dass wir neue Prüfungsformate und Unterrichtskonzepte wie zum Beispiel „FREI DAY“ brauchen. Und was macht Schwarz-Grün? Sie blocken unsere Initiative ab und stellen nun den vorliegenden Antrag. Ich bin erfreut, dass CDU und Grüne sich dieser Frage nun annehmen und zukunftsweisende Antworten finden, suchen sowie prüfen möchten. Dennoch 24.01.2024 bleibt zu hinterfragen, ob sie nicht nur suchen, finden und prüfen möchten, sondern auch umsetzen und gestalten wollen. (Beifall von Elisabeth Müller-Witt [SPD]) Liebe Frau Feller, liebe Landesregierung, ich werde nicht müde, Ihnen unsere Vision von Schule zu erklären. Wir müssen den Lernort „Schule“ zu einem Ort des Lebens machen, an dem jede und jeder ihr bzw. sein volles Potenzial entfalten kann; ein Ort, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Lebenskompetenzen fördert. Ich erinnere mich immer wieder gerne an ein Zitat des deutschen Quantenphysikers und Nobelpreisträgers Werner Heisenberg, der sinngemäß einmal sagte, Bildung sei das, was übrig bleibe, wenn man das Erlernte vergesse. (Heiterkeit von Elisabeth Müller-Witt [SPD]) Das heißt: Bildung ist keine mechanische Wissensvermittlung, sondern ein ganzheitlicher Prozess. Das bedeutet konkret, unsere Lehrpläne zu entschlacken, um Freiraum für wirklich nachhaltiges Lernen zu schaffen. Wir müssen den Leistungsdruck in den Schulen spürbar verringern. Wir müssen neue Prüfungsformate einführen, die nicht nur auf Wissensabfragen abzielen, sondern auf die Anwendung und Entwicklung von Kompetenzen. Wir müssen berücksichtigen, dass die Entwicklungen in Bezug auf künstliche Intelligenz neue Wege des Lernens und Lehrens ermöglichen. Ein zentraler Punkt ist der fächerübergreifende Unterricht. Stellen Sie sich eine Schule vor, in der nicht in starren Fächergrenzen gedacht wird, sondern in Lösungen; eine Schule, an der Schülerinnen und Schüler durch Projekte zu Klimaschutz, Menschenrechten, Diskriminierung und Rassismus nicht nur Fachwissen erlangen, sondern auch Selbst- und Sozialkompetenz entwickeln, nämlich die Fähigkeit, selbstständig zu lernen und als Gemeinschaft zu handeln. In einer solchen Schule entscheidet nicht die Menge der Hausaufgaben über den Erfolg, sondern die Qualität der Bildung. Stellen Sie sich vor, dass die Regierung in NRW endlich auf die zahlreichen Expertinnen und Experten, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern hört. Begreifen Sie von CDU und Grünen endlich, dass es solche Konzepte in NRW schon gibt und wir nicht mehr unendlich lang prüfen müssen. Vertrauen Sie mir, dass heute hier wieder Menschen abseits des Parlaments ganz genau zuhören, was Sie vorschlagen. In diesem Land versuchen Menschen schon seit Jahren, solche Konzepte in unsere Schulen in NRW zu integrieren, die schon jahrelang geprüft wurden und die sie nun endlich umsetzen wollen. Realisieren Sie endlich, dass diese motivierten Menschen bei dieser Regierung Tag für Tag gegen geschlossene Türen laufen. Öffnen Sie endlich diese Türen. Landtag Stellen Sie sich vor, wie schön die Bildungslandschaft in NRW wäre, wenn die sogenannte Zukunftskoalition das, was sie mit solchen Anträgen nach außen transportieren möchte, auch tatsächlich machen würde. Dann müssten Sie nicht für den Lehrerberuf auf Social Media werben, sondern Sie würden den Lehrerberuf attraktiver machen, wenn Sie auf moderne Schule setzen würden. Im Schulausschuss haben wir immer wieder nachgefragt, wie die Landesregierung mit solchen Konzepten, die hier eins zu eins zur Prüfung vorgeschlagen werden, umgeht. Die Ministerin begrüßt zwar das Projekt, aber man lege Wert darauf, dass die Kernlehrpläne eingehalten würden. Diese Ausrede hat natürlich viele in der Bildungslandschaft verärgert. Nun haben wir hier einen halbherzigen Antrag vorliegen. Ihr Antrag ist gestrickt mit Prüfaufträgen und Ideen. Aber trauen Sie sich doch endlich mal was. Hören Sie auf, alles zehnfach zu prüfen, und hören Sie endlich auf die zahlreichen Expertinnen und Experten, die uns ständig erklären, wie Sie es als Koalition besser machen könnten. Wenn Sie nicht auf uns hören wollen, dann reden Sie mal mit Ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem Saarland. Dort hat BNE einen großen Stellenwert, ganz nach dem Motto: Jeder Mensch kann dazu beitragen, die Welt ein Stückchen besser zu machen für heutige und zukünftige Generationen. Wir stimmen der Überweisung zu. – Vielen Dank. (Beifall von der SPD – Zuruf von Bianca Win- kelmann [CDU])

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