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Bianca Winkelmann

CDU 24.01.2024 Sitzungen 18/54

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn man den Begriff „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in die Suchmaschinen des World Wide Web eingibt, erhält man folgende Definition – ich zitiere mit Erlaubnis des Präsidenten –: „Gemeint ist eine Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Handeln und Denken befähigt. Sie ermöglicht jedem Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen.“ „Der Begriff ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘“ – kurz: BNE – „wurde auf der UN-Umweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro geprägt und meint eine Bildung, die Menschen befähigt, die Zukunft in einer globalisierten Welt aktiv, eigenverantwortlich und verantwortungsbewusst zu gestalten.“ Wenn man sich dem Thema im Zusammenhang mit unserem Schulsystem annähert, dann landet man bei einem Beschluss der Kultusministerkonferenz mit folgendem Text – auch hier zitiere ich mit Erlaubnis des Präsidenten –: „Für den Einzelnen und die Menschheit insgesamt sind die Beziehungen zur Umwelt zu einer Existenzfrage geworden. Es gehört daher auch zu den Aufgaben der Schule, bei jungen Menschen Bewusstsein für Umweltfragen zu erzeugen, die Bereitschaft für den verantwortlichen Umgang mit der Umwelt zu fördern und zu einem umweltbewussten Verhalten zu erziehen, das über die Schulzeit hinaus wirkt.“ Auch wenn dieser Beschluss der Kultusministerkonferenz aktueller nicht sein könnte, so stammt er tatsächlich bereits vom 17.10.1980. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung hat so auch schon lange die Schulen in Nordrhein-Westfalen erreicht. Bei uns ist die BNE weder ein eigenes Schulfach noch ist sie auf bestimmte Fächer beschränkt. Vielmehr wird BNE als integraler Bestandteil der schulischen Bildung verstanden und soll in allen Schulen systematisch in sämtliche Bereiche eingebunden werden. Liebe Kolleginnen und Kollegen der Opposition, gleich kommt sicherlich das Argument – ich habe Franzi Müller-Rech schon ein bisschen im Ohr –: 24.01.2024 (Franziska Müller-Rech [FDP]: Kannst du nicht verhindern!) Wir haben doch wohl dringendere Probleme in unserem Schulsystem zu lösen. – Ich befürchte mal, das wirst du gleich sagen. Ja, haben wir. Doch, wenn ich nur daran denke, was Ministerin Feller in den ersten 19 Monaten ihrer Tätigkeit als Schulministerin schon auf den Weg gebracht hat, dann fallen mir spontan ganz viele Beispiele ein, mit denen das Schulministerium beispielsweise das Thema „Stärkung von Basiskompetenzen“, also Lesen, Schreiben, Rechnen und Zuhören, nach vorne trägt. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Mir fällt da leider kein Beispiel ein!) – So, pass auf, ich erzähle das gerade. (Beifall von der CDU) So wird an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen seit Beginn dieses Schuljahres eine verbindliche Lesezeit von dreißigmal 20 Minuten umgesetzt. (Franziska Müller-Rech [FDP]: Dreimal! – Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Drei nicht dreißig!) Entschuldigung: dreimal. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Franziska, das ist Serviceopposition! – Heiterkeit von Franziska Müller-Rech [FDP]) Hinter der Kurzformel „dreimal 20 Minuten“ steht ein umfangreiches Programm mit zahlreichen Angeboten zur Leseförderung. Das Lesen der Kinder wird darüber hinaus mit einem neuen digitalen Leseraum online, kurz: LeOn, gestärkt. Schülerinnen und Schüler können sich hier beispielsweise professionell eingesprochene Texte vorlesen lassen, um lautes Lesen zu üben. Außerdem können sie ihr eigenes Lesen aufnehmen, um ihre Leseflüssigkeit zu verbessern. Das Angebot steht auch weiterführenden Schulen zur Verfügung. Auch im Mathematikunterricht gibt es eine Vielzahl neuer Angebote. Zu nennen wäre hier das interaktive Lernmaterial divomath, entwickelt für die Stufen 3 bis 6. Es dient der Förderung grundlegender mathematischer Kompetenzen. Dass aber auch Bausteine der BNE, der Bildung für nachhaltige Entwicklung, zum Unterricht gehören – ich erinnere daran, dass die Grundsteine dazu schon im Jahr 1980 gelegt wurden –, hat dann beispielsweise auch Ministerin Yvonne Gebauer von der FDP im Jahr 2019 dazu veranlasst, die Leitlinie für nachhaltige Entwicklung herauszugeben. (Franziska Müller-Rech [FDP]: Genau!) Da dieses Thema uns auch im Jahr 2024 weiter beschäftigen wird, liegt Ihnen nun dieser Antrag vor, liebe Kolleginnen und Kollegen. Es geht darum, zu prüfen, wie die Bildung für nachhaltige Entwicklung Landtag noch besser in die Lehrerausbildung und in die Lehrpläne integriert werden kann, wie unsere Schulen in NRW stärker von Best-Practice-Beispielen profitieren und außerschulische Lernorte anerkannt werden können. Alles in allem verdient der Antrag eine breite Zustimmung im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Nachdem wir im Fachausschuss noch gründlich über das Thema diskutiert haben, bitte ich jetzt schon mal herzlich um Ihre Zustimmung. – Danke schön. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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