Marc Lürbke
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Draußen vor dem Landtag frieren unsere Feuerwehrleute in einer Mahnwache, weil sie das Vertrauen in diese Landesregierung verloren haben. Ich habe in den letzten Wochen mit vielen Feuerwehrleuten gesprochen. Sie sind nicht nur sauer, sondern tief enttäuscht und voller Sorge. Denn die durch Schwarz-Grün geplante Erhöhung der Altersgrenze ist schlicht respektlos, sie ist ungerecht und ist auch fachlich nicht begründet. (Beifall von der FDP und der SPD) Unsere Feuerwehrleute erbringen Leistungen am Limit. Sie haben Wertschätzung und Respekt für ihre Aufgabe verdient. Sie erwarten zu Recht, dass man ihnen den Rücken stärkt und nicht wie Schwarz-Grün hier in den Rücken fällt. Deswegen kann ich Sie nur mit Nachdruck auffordern, Herr Innenminister Reul: Nehmen Sie die Sorgen der vielen Feuerwehrleute im Land ernst! Stoppen Sie Ihr Vorhaben! Hände weg von einer Erhö-Landtag hung der Altersgrenze! Bei der Feuerwehr muss mit 60 Feierabend bleiben. (Beifall von der FDP und der SPD) Ihre geplante Anhebung ist nicht nur Ausdruck mangelnden Respekts, sondern waschechter Wortbruch. Sie gibt auch fachlich keinen Sinn. Denn mit der geplanten Änderung bekämpft man doch keinen Fachkräftemangel, wie Sie behaupten. Die Argumentation ist nahezu absurd. So macht man nur eines: Man macht die Attraktivität dieses Berufs kaputt. Man macht am Ende auch unsere Feuerwehrleute kaputt, die irgendwann einfach nicht mehr können. Das ist doch kein Job wie jeder andere. Die Belastungen sind enorm: 24-Stunden-Dienste, also rund um die Uhr im Dienst. Extremsituationen schwingen immer mit. Die Konfrontation mit Sterben, mit Tod und Leid belastet massiv, zudem die körperlichen Anforderungen, die einen immer wieder an persönliche Leistungsgrenzen bringen. Was machen denn die ständigen 24-Stunden-Dienste und mehr als 48 Stunden jede Woche auf Dauer mit einem? Irgendwann ist der Akku einfach leer. Nach einer Studie der Universität Hamburg sterben Feuerwehrleute ca. zehn Jahre früher als der Durchschnitt der männlichen Bevölkerung. Wenn ein Feuerwehrmann 40 Jahre lang in einer 48-Stunden-Woche gearbeitet hat, dann hat er schon rein rechnerisch zum Beispiel gegenüber einem Verwaltungsbeamten bis zur Pension in vielen Fällen rund zehn Jahre mehr gearbeitet. Obwohl Sie das wissen, wollen Sie die Axt an die Altersgrenze legen. Ich sage Ihnen: Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Feuerwehrleute und einfach ungerecht. Genauso empfinden das auch unsere Feuerwehrleute im Land, meine Damen und Herren. (Beifall von der FDP und der SPD)
