Dr. Julia Höller
Ein „Schutzraum für Schutzleute“ – so bezeichnet sich die Polizeiseelsorge selbst. Das ist ein schönes, ein wichtiges Bild. Die Polizistinnen und Polizisten in NRW setzen sich tagtäglich für den Schutz der Bürgerinnen und Bürger ein. Dabei sind sie immer wieder mit belastenden Einsatzsituation konfrontiert, Einsätze, die sowohl physisch als auch psychisch an die Substanz gehen. Gleiches gilt für Anfeindungen und Gewalt gegen die Einsatzkräfte. Polizistinnen und Polizisten brauchen einen Schutzraum, um sich mit den Herausforderungen ihres Berufes auseinanderzusetzen. Sich Unterstützung zu suchen, ist eine Stärke und gehört zu einer professionellen Arbeitskultur dazu. Neben Alltagsreflexion und Supervision ist die Polizeiseelsorge dafür ein unverzichtbare Bestandteil. Die Polizeiseelsorge bietet, unabhängig von der Religionszugehörigkeit, Unterstützung in Stresssituationen nach belastenden Einsätzen oder in Lebenskrisen, nicht nur für Polizistinnen und Polizisten, sondern auch für ihre Angehörige. Die Polizeiseelsorgerinnen und -seelsorger geben Seminare in berufsethischen Fragen und Fortbildungen zur Erweiterung persönlicher und sozialer Kompetenzen, begleiten bei Großeinsätzen und bieten die Möglichkeit zur Reflexion. Die Polizei trägt das Gewaltmonopol des Staates. Als Arbeitgeberin hat das Land NRW die Pflicht, die Polizistinnen und Polizisten darin zu unterstützen, ihre hoheitlichen Aufgaben, die mit einer enormen Verantwortung einhergehen, wahrnehmen zu können. Das Angebot der Polizeiseelsorge ist dafür ein wichtiger Baustein. Sie bietet Angebote zum Dialog und engagiert sich für die deeskalierende Verständigung. Mit dem Gesetz zur Zustimmung zu der Vereinbarung über die kirchliche Polizeiseelsorge im Land Nordrhein-Westfalen wird der Pauschalbetrag, den das Land bislang den Kirchen für die Wahr-Landtag nehmung ihrer Aufgaben bei der Polizeiseelsorge zur Verfügung stellt, erhöht und ermöglicht dadurch vier weitere Stellen von Polizeiseelsorgerinnen und -seelsorger. Die evangelisch und katholische Kirche werden ihrerseits jeweils mindestens ebenso viele Stellen finanzieren. Wichtig ist, dass sich das Angebot an alle Beschäftigen der Polizei richtet. Das ist wichtig für eine offene und diverse Polizei, die unsere vielfältige Gesellschaft abbilden kann. Wir stimmen der Überweisung in die Ausschüsse zu.
