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Sven Werner Tritschler

AfD 29.11.2023 Sitzungen 18/48

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im März dieses 29.11.2023 Jahres wurde die Neuverfilmung von Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ mit vier Academy-Awards, also Oscars, ausgezeichnet, unter anderem: bester internationaler Film, beste Kamera, beste Filmmusik und bestes Szenenbild. Er war außerdem als erster deutscher Film überhaupt in der Königsdisziplin „bester Film“ nominiert. Nun kann man sicherlich darüber streiten, wie vielsagend so eine Auszeichnung ist; zweifelsohne ist sie in der Branche aber die begehrteste und der Film nach diesem Maßstab der erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten. Und nicht nur das: Er war auch wirtschaftlich außerordentlich erfolgreich und bekam überwiegend gute bis sehr gute Kritiken. Warum erwähne ich das an dieser Stelle? Diese deutsche Produktion ist eine der wenigen, die ohne jede staatliche Förderung ausgekommen ist, und weil wir hier gerade wieder darüber sprechen, weitere Millionen Steuergeld in ein System der Filmförderung zu pumpen, das nichts zu produzieren vermag als politisch korrektes unteres Mittelmaß, das sich international keiner freiwillig anschaut – und das in einem Land, wir haben es gerade gehört, das sich mit rund 9 Milliarden Euro Gesamtbudget ohnehin schon den teuersten staatlichen Rundfunk der Welt leistet. Da müssen sich Herr Liminski und seine Vorgänger schon fragen lassen, wo denn die messbaren Erfolge dieser Medienpolitik, dieser Filmförderung in Deutschland sind. Wo sind denn die deutschen Filme, die von Ihnen gefördert werden und auch nur im Ansatz so erfolgreich waren wie „Im Westen nichts Neues“? Aber messbare Erfolge und Publikumszufriedenheit kommen auf Ihrer Prioritätenliste ja gar nicht vor. Die Prioritäten von Schwarz-Grün und ihrer Filmförderungspolitik sind laut Koalitionsvertrag ganz andere – ich zitiere –: „Bei der Vergabe der Fördermittel aus der Film- und Medienstiftung setzen wir uns dafür ein, für Filmproduktionen die Förderkriterien um nachhaltige Arbeitsweisen sowie die Einhaltung sozialer Standards sowie von Diversität bei Produktionen zu erweitern.“ Das Signal an die Produzenten lautet also: Produziert ruhig weiter Mittelmaß; solange das schräge Gesellschaftsideal schwarz-grüner Kulturbürokraten befriedigt wird, fließt auch weiter Fördergeld. Damit steht NRW allerdings nicht alleine – die Misere ist vielmehr eine gesamtdeutsche. Wer heute in Deutschland einen Film produzieren will, muss sich im Dschungel unzähliger Landesförderanstalten und der Befindlichkeiten ihrer politischen Herren besser auskennen als im Handwerk eines Filmemachers. Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein hat Landtag diesen Missstand gleich verschriftlicht und gibt eine Diversity-Checklist für Filmemacher heraus. (Hendrik Schmitz [CDU]: Wir sind aber in NRW!) In Frage vier erkundigt man sich etwa, ob die Geschlechter in der Geschichte ausgeglichen repräsentiert sind. Frage fünf: „Kommen bei den Figuren People of Color vor?“ (Zuruf von Tim Achtermeyer [GRÜNE]) Frage sechs: „Tauchen Figuren mit anderer als heterosexueller Orientierung auf?“ Frage neun: „Durch welche Ansätze in der Figurenentwicklung werden klischeehafte Rollenbilder vermieden? (bitte beschreiben)“ Frage zehn: „Werden bei der Besetzung Schauspieler*innen berücksichtigt, die die Erfahrungen von Menschen aus in Deutschland relativ unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen teilen?“ Frage 11: „Berücksichtigen Sie Schauspieler*innen, die zu People of Color zählen?“ Ja, meine Damen und Herren, viele weiße Männer und keine Transsexuellen im Schützengraben – das wäre für „Im Westen nichts Neues“ wohl nichts geworden mit der deutschen Filmförderung. Schön übrigens auch Frage 16: „Machen Sie spezielle Angebote, um Mitarbeiter*innen aus Bevölkerungsgruppen für Ihr Team zu gewinnen, die in Deutschland unterrepräsentiert sind?“ Schließlich wird dann noch vom Produzenten bis zum Maskenbildner abgefragt, wie sich die Betroffenen einordnen: männlich, weiblich oder divers. Ich weiß nicht, wie viele Leute ins Kino gehen und sich fragen, ob der Beleuchter pansexuell ist oder eine Migrationsgeschichte hat. (Tim Achtermeyer [GRÜNE]: Sie sollten öfter mal ins Kino gehen! Mich persönlich interessiert es nicht, und ich glaube, die ganz große Mehrheit des Publikums interessiert es auch nicht. Wenn Sie sich für so etwas interessieren – Sie protestieren ja gerade –, dann schauen Sie sich meinetwegen solche Produktionen an, aber zwingen Sie doch bitte nicht unsere Steuerzahler, diesen Quatsch auch noch zu bezahlen. Aus diesem Grund lehnen wir auch hier den Einzelplan ab. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

Protokoll ↗