Dietmar Brockes
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Vertical Farming bezeichnet die vertikale Anordnung von Pflanzen in mehreren Ebenen innerhalb eines geschlossenen oder teilweise geschlossenen Systems. Durch den Einsatz von künstlichem Licht, kontrollierten Klimabedingungen und automatisierten Bewässerungs- und Düngesystemen können Pflanzen unabhängig von Jahreszeiten, Wetter und Bodenqualitäten angebaut werden. Dieser Ansatz verringert den Energie- und Wasserbedarf und ermöglicht Ernten auf kleinstem Raum. Er bietet die Möglichkeit, hochwertige Lebensmittel in einer kontrollierten Umgebung anzubauen. Moderne Technologien wie das Vertical Farming könnten unsere Landwirtschaft sinnvoll ergänzen und einen wertvollen Beitrag zur Ernährungssicherheit einer wachsenden Bevölkerung leisten. Ich sage es ganz deutlich: Vertical Farming soll die heimische Landwirtschaft nicht ersetzen. Es geht vielmehr darum, Hemmnisse für neue Technologien abzubauen. Der vertikale Anbau ist vor allem für hochwertiges Gemüse sowie für Heilpflanzen und Heilkräuter lukrativ, welche dicht angebaut werden können und einen hohen Preis pro Gewicht erzielen. Viele Anlagen fokussieren sich daher auf schnell wachsendes Blattgemüse wie Salat oder auf Basilikum, da so mehrmals im Jahr gepflanzt und geerntet werden kann. Insbesondere in urbanen Ballungsräumen könnten solche Anlagen einen Beitrag zur Ernährungssicherheit leisten. Nordrhein-Westfalen verfügt über eine hohe Bevölkerungsdichte. Vertical Farming kann einen wichtigen Beitrag zur Lösung dieser Herausforderung leisten, indem es die lokale Produktion von frischen und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln ermöglicht. Nordrhein-Westfalen muss daher die Chancen nutzen und sich als Vorreiter für Vertical Farming in Deutschland positionieren. Dazu brauchen wir gezielte Anreize für Pilotprojekte und Forschungsvorhaben sowie eine Anpassung der rechtlichen und Landtag technischen Rahmenbedingungen für den Betrieb von Vertical-Farming-Anlagen. Weiterhin muss die Landesregierung die Vernetzung und den Austausch von Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft beim Thema „Vertical Farming“ fördern und ausbauen. Der vertikale Anbau bietet zahlreiche Vorteile. Durch die effiziente Nutzung von Fläche, Wasser und Nährstoffen sowie den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel können sowohl ökologische als auch ökonomische Ziele erreicht werden. Mit fortschreitender Technologie wird dieser Ansatz immer attraktiver – sowohl für Landwirte als auch für Investoren. Daher sollte, ja, muss Nordrhein-Westfalen die Chance nutzen und sich als Vorreiter für Vertical Farming positionieren. Ich freue mich auf die weitere Beratung im Ausschuss und hoffe auf Ihre Zustimmung. – Vielen Dank.
