Susanne Schneider
Ich habe überhaupt nicht gesagt, dass an dieser Aussage irgendetwas falsch ist. Ich habe nur gesagt, dass von Landesseite deutlich mehr möglich sei, um eine gute psychische Versorgung zu gewährleisten. (Beifall von der FDP und der SPD) Die psychische Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und soziale Teilhabe. Durch die Förderung von 26.10.2023 psychischer Gesundheit und der Prävention wird die Gesellschaft sensibilisiert, und Einzelnen kann schnell geholfen werden. Viele Erkrankungsverläufe sind durch die Psyche mitbestimmt und können durch die frühzeitige Einbindung von Psychotherapeuten positiv beeinflusst werden. Bei der seelischen Gesundheit müssen wir uns vor allem zwei grundlegenden Herausforderungen stellen: Erstens. Wir müssen dringend über die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen reden. Die Stigmatisierung führt dazu, dass Menschen eine Behandlung zu spät beginnen, unter Diskriminierung leiden und langsamer genesen. Aufklärung erleichtert es den Betroffenen, sich frühzeitig Hilfe zu holen und so schneller zu gesunden. Es kann jeden von uns treffen, wie Kollege Bakum schon ausgeführt hat, unabhängig vom Alter oder anderen sozialen Merkmalen. Sich in Krisensituationen Hilfe zu holen und Unterstützung zu suchen, ist kein Zeichen von Schwäche und kein Grund für Scham. Die zweite grundlegende Herausforderung ist die Sicherstellung der psychotherapeutischen Versorgung. Volle Wartelisten mit monatelanger Wartezeit sind leider die Regel. Während der Coronapandemie sind die Wartelisten sogar noch deutlich länger geworden. In NRW warten vor allem Menschen im Ruhrgebiet und außerhalb von Großstädten viel zu lange auf einen Therapieplatz. Schnelle Hilfe ist fast unmöglich, wodurch sich die Problematik sogar noch verschärft. Anstatt bis zu neun Monate oder noch länger warten zu müssen, muss es das Ziel sein, dass niemand länger als zwei Wochen auf einen Therapieplatz warten sollte. (Beifall von der FDP) Wir brauchen dringend eine Bedarfsplanung, die klare Vorgaben macht, um vor allem die Situation in unterversorgten Regionen deutlich zu verbessern. Die Kolleginnen und Kollegen haben nun einen sehr umfangreichen Antrag zur seelischen Gesundheit vorgelegt. Es werden zwölf unterschiedliche Themenbereiche und insgesamt über 100 konkrete Einzelforderungen aufgestellt. Darauf kann ich hier in fünf Minuten unmöglich detailliert eingehen. Ein wenig drängt sich auch der Eindruck eines Sammelsuriums auf. Es wurden einfach alle Einzelforderungen untereinandergeschrieben, die mal in den verschiedenen Bereichen gestellt und diskutiert wurden. Mir stellt sich schon die Frage, ob es nicht besser wäre, sich bei dieser wichtigen Thematik zunächst auf Leitlinien zu konzentrieren und die Details der angesprochenen Bereiche gesondert zu beraten. Für die FDP-Landtagsfraktion möchte ich einige Aspekte hervorheben, die für uns neben den beiden Landtag erwähnten grundlegenden Herausforderungen besonders wichtig sind: Ängste, Sorgen und depressive Symptome haben während der Coronapandemie vor allem bei jungen Menschen deutlich zugenommen. Umso wichtiger ist es, bei Kindern und Jugendlichen die psychotherapeutische Versorgung zu verbessern, damit sich Probleme nicht derart verfestigen, dass sie sie womöglich das ganze Leben weiter belasten. Auch die Präventionsarbeit muss bereits bei jungen Menschen beginnen. Die Digitalisierung bietet auch für die psychotherapeutische Versorgung einige Chancen, die weit über Videosprechstunden und Fernbehandlungen als ergänzende Angebote hinausgehen. Insgesamt müssen telemedizinische Strukturen weiter ausgebaut werden. Zudem ist Hilfe zur Selbsthilfe ein Grundsatz, dem wir uns als Liberale in besonderer Weise verpflichtet fühlen. Die Förderung der Selbsthilfe ist ein besonders wichtiger Themenbereich. Insgesamt bietet der SPD-Antrag eine gute Grundlage für die Debatte im Fachausschuss. In den weiteren Beratungen wird es unsere Aufgabe sein, sich nicht in Einzelforderungen zu verzetteln. – Ich danke Ihnen.
