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Jonathan Grunwald

CDU 25.10.2023 Sitzungen 18/45

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ohne Wenn und Aber – der Lehrkräftemangel ist die zentrale bildungspolitische Herausforderung unseres Landes. Wir brauchen mehr Lehrerinnen und Lehrer, und wir brauchen vor allem mehr junge Frauen und Männer, die sich für ein Lehramtsstudium entscheiden. Gut, dass dies mittlerweile bei der AfD angekommen ist, auch wenn der vorliegende Antrag keine neuen Erkenntnisse in dieser Sache liefert. 25.10.2023 Es ist in der Tat kein gutes Zeichen, dass sich im letzten Wintersemester weniger junge Menschen für ein Lehramtsstudium entschieden haben. Allerdings spiegelt sich darin ein bundesweiter übergreifender Trend, den wir seit zehn Jahren beobachten. Es entscheiden sich immer weniger junge Menschen für ein Studium, unabhängig tatsächlich vom Studienfach. Das im AfD-Antrag hervorgehobene Grundschullehramt stemmt sich übrigens besonders erfolgreich gegen den demografischen Trend, denn die Nachfrage nach Studienplätzen übersteigt nach wie vor das Angebot. Genau deshalb ist es so richtig und so wichtig, dass die CDU-geführte Landesregierung genau hier anpackt und den Ausbau der Studienplatzkapazitäten vorantreibt. Von mangelndem Interesse am Studium des Grundschullehramtes kann also keine Rede sein. Wir blicken aber auch auf das, was in der Ausbildung geschieht. Auch hier ist Handlungsbedarf angesagt, gerade auch durch die Erhöhung der Praxisanteile im Studium. Viel früher müssen die Studierenden Unterrichtsbesuche absolvieren und reale Arbeitsbedingungen kennenlernen. Auch wollen wir die Kooperation zwischen den Universitäten und den Hochschulen für angewandte Wissenschaft ausbauen und letztere mit einem eigenständigen Ausbildungsfach zum Master of Education im berufsbildenden Bereich stärker in die Lehrerausbildung integrieren – alles übrigens nachzulesen im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen. Ein verdammt gutes Werk, das ich allen in diesem Hohen Hause als Lektüre zwingend empfehle. Zumindest würde uns das so manchen Antrag ersparen. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Es eint uns alle hier im Hohen Haus, dass wir mehr junge Menschen für das Lehramtsstudium gewinnen wollen. Doch die Wahl des Studiums ist von deutlich mehr Faktoren als nur von der Ausgestaltung des Studiums abhängig. Über welche Interessen und Leidenschaften verfüge ich? Wie sind die beruflichen Aussichten? Ist das Berufsbild anerkannt und finanziell attraktiv? Und vor allem: Welchen Beitrag kann ich mit meiner Tätigkeit für die Gesellschaft leisten? Diese Fragen stellen sich junge Menschen, wenn sie über ihre Zukunft und ihre Ausbildung nachdenken. Wir müssen und werden deshalb alles dafür tun, die Attraktivität des Lehrerberufs, das Image und die gesellschaftliche Stellung der Lehrerinnen und Lehrer in unserem Land aufzuwerten. Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg. Deshalb bin ich Bildungsministerin Dorothee Feller so dankbar dafür, dass sie bereits eine Vielzahl von Maßnahmen ausgearbeitet hat, um die Attraktivität des Lehrerberufs zu steigern. Die Anhebung der Einstiegsbesoldung auf A13, die Alltagshelferinnen oder die Entlastung bei administrativen Aufgaben sind Landtag wichtige Bausteine für mehr Wertschätzung für unsere Lehrerinnen und Lehrer. Erst Ende August waren wir mit dem Schulausschuss in Finnland und haben gesehen, welche gesellschaftliche Anerkennung Lehrerinnen und Lehrer dort genießen und wie sich genau das auf die Bewerberzahlen beim Lehrerstudium auswirkt. Ich halte es deshalb auch für einen eklatanten Fehler, wenn manche in diesem Hohen Haus auf der Dauer-Repeat-Taste stehen und unentwegt von Bildungskrise und Bildungskatastrophe reden. (Kirsten Stich [SPD]: Ist es aber!) Genau dieses Wording, dieses ewige destruktive Herunterziehen eines gesamten Berufsfeldes schreckt junge Menschen doch davon ab, Lehrerin und Lehrer zu werden. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Wem es ernsthaft um einen Aufbruch in der Bildung geht, wem es ernsthaft darum geht, mehr junge Menschen für den wunderbaren Beruf der Lehrerin und des Lehrers zu begeistern, der darf nicht so reden. Unser Ansatz ist deshalb ein anderer. Wir überzeugen junge Menschen davon, wie wichtig die Arbeit als Lehrerin und als Lehrer ist. Denn sie bilden unsere Zukunftsgestalter von morgen aus. Sie machen unsere Kinder fit für ihren Lebensweg und sichern so die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Wertschätzung statt Schwarzmalerei – das ist die Strategie von CDU und Grünen. In diesem Sinne freue ich mich auf die weiteren Beratungen zu diesem sehr wichtigen Thema im Ausschuss und danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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