Dietmar Brockes
Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Die Tierzüchtung hat sich über die Jahrhunderte immer weiterentwickelt. Früher wurde vor allem auf das Merkmal „Leistung“ gezüchtet. Das hatte damit zu tun, dass die Versorgung der Bevölkerung mit ausreichenden tierischen Produkten im Mittelpunkt stand. Heute stehen Robustheit und Gesundheit im Fokus der Züchter. Durch eine geänderte gesellschaftliche Wahrnehmung hat sich auch das Zuchtziel geändert. Alte Nutztierrassen wurden durch unsere Essgewohnheiten immer weiter verdrängt. Doch alte Nutztierrassen sollten nicht verloren gehen. Deshalb setzen sich die Europäische Union, die Bundesregierung und auch Nordrhein-Westfalen für den Erhalt alter Arten ein. Die EU und NRW fördern bereits die Zucht gefährdeter einheimischer Nutztierrassen. Über die Landwirtschaftskammer können Landwirtinnen und Landwirte eine Förderung für die Züchtung und Haltung bedrohter Nutztierrassen erhalten. Förderfähig sind Tiere wie das Ansbach-Triesdorfer Rind, ein altfränkisches Hausrind, das auch Triesdorfer Tiger genannt wird, die Graue Gehörnte Heidschnucke oder das schon mehrfach genannte Bunte Bentheimer Schwein. Es gibt zahlreiche Vereine, die sich für den Erhalt und die Vermarktung alter Nutztierrassen einsetzen, zum Beispiel die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V., GEH. Dank der GEH ist keine Rasse in Deutschland mehr ausgestorben. Dies kann beispielsweise auch im Rahmen der Öko-Modellregionen stattfinden. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, BLE, führt bereits eine Rote Liste gefährdeter Nutztierrassen. Meine Damen und Herren, wie Sie sehen, wird für den Erhalt alter Nutztierrassen in Nordrhein-Westfalen bereits sehr viel getan. Ob die Forderungen der AfD da weiterhelfen, kann spätestens nach der heutigen Debatte sicherlich infrage gestellt werden. Trotzdem stimmen wir der Überweisung zu. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP – Vereinzelt Beifall von der CDU)
