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Dietmar Brockes

FDP 25.10.2023 Sitzungen 18/45

Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Während gerade die unterschiedlichen Positionen aufeinandergeprallt sind, was gut und richtig ist, glaube und hoffe ich, dass wir jetzt zu einem Thema kommen, bei dem wir sehr viel gemeinsam haben. Denn Energiespeicher sind sicherlich eine zentrale Säule des zukünftigen Energiesystems und sehr wichtig für das Erreichen der Energiewende. Doch leider, sowohl in der öffentlichen Debatte als auch hier in der Plenardebatte, spielen die Speicher in der Energiepolitik häufig eine untergeordnete Rolle bzw. finden nicht so häufig statt. Deshalb, liebe Kolleginnen und Kollegen der staatstragenden Fraktionen, sehen Sie diesen Antrag vielleicht auch als Anstoß, um eine gemeinsame Initiative hier im Landtag auf den Weg zu bringen. Wir würden uns freuen, wenn wir eine sachliche Debatte im Ausschuss anschließen und vielleicht auch eine gemeinsame Position finden würden. Denn aus unserer Sicht müssen Energiespeicher bei der klimaneutralen Transformation des Energiesystems die gleiche Priorität haben wie der Ausbau der Windkraft und der Photovoltaik. Je mehr erneuerbare Energien in das System integriert werden, desto mehr werden die Überschussproduktionen an sonnigen und windigen Tagen sowie die Kapazitätsengpässe an den bedeckten und/oder windarmen Tagen relevant. Landtag Speicherung kann Erzeugungsüberschüsse aufnehmen und zeitversetzt bei Bedarf abgeben. Volkswirtschaftlich schädliches Abriegeln bei Überproduktionen können wir so vermeiden. Mit zunehmendem Anteil von fluktuierender Energieerzeugung nimmt der Bedarf an kurzfristiger Speicherung hin zu langfristiger Speicherung zu. Neben einer zuverlässigen Energieversorgung bieten Speichertechnologien auch erhebliche wirtschaftliche Wertschöpfungspotenziale. Der wachsende Speichermarkt mit seinen Potenzialen kann Zugpferd einer klimaneutralen Wirtschaft der Zukunft sein. Heimspeicher als kleinere, dezentrale Batteriespeicher sind längst State of the Art in Eigenheimen und dienen dort als Zwischenspeicher für PV-Strom, der auf dem Hausdach erzeugt wird. Größer dimensionierte Quartiersspeicher, eingesetzt als Zwischenspeicher in Siedlungen und Wohnvierteln, ermöglichen die gemeinschaftliche Nutzung des lokal erzeugten Stroms. Aufgrund stark gestiegener Energiekosten sind auch Gewerbe- und Industriespeicher zunehmend interessant für den Einsatz in der Industrie, bei Dienstleistungen und im Gewerbe. Sie machen uns unabhängiger von schwankenden Energiepreisen und ermöglichen, die eigene Energieversorgung zuverlässiger auszugestalten. Ebenso besteht ein enormes Potenzial im Zubau stationärer Großspeicher. Diese können einerseits die Abschaltung von Kern- und Kohlekraftwerken in Teilen kompensieren und bieten andererseits eine klimafreundliche Perspektive für ehemalige Kraftwerksstandorte. Auf Bundesebene sind seit dem 1. Juli dieses Jahres Energiespeicher als eigenständige Säule des Energiesystems rechtlich definiert und etabliert worden. Das ist sehr wichtig gewesen. Diesen Impuls sollten wir aufnehmen, um die Investitionsbedingungen für Energiespeicher weiter zu verbessern und den Hochlauf von Speichertechnologien anzureizen. NRW ist mit zahlreichen Akteuren in Wissenschaft und Wirtschaft und entsprechenden Projekten dafür prädestiniert. Jetzt gilt es daher, den konkreten Bedarf an Energiespeicherkapazitäten in Nordrhein-Westfalen genauer abzuschätzen, um mehr Planungssicherheit beim Speicherausbau zu gewinnen. Meine Damen und Herren, wir können Nordrhein-Westfalen zum Energiespeicherland machen. Schauen wir gemeinsam, dass wir eine Strategie entwickeln, die sich auf die richtigen Punkte konzentriert und fokussiert. Dann haben wir hier enorme Möglichkeiten, ein enormes Potenzial. Das würde ich gerne mit Ihnen gemeinsam heben. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der FDP) 25.10.2023

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