Christian Loose
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Den Erfolg Ihrer zwanzigjährigen Klimapolitik kann jeder Bürger beispielsweise mit der App „Electricity Maps“ erkennen. Deutschland hatte nach Abschaltung der Kernkraftwerke einen CO -Ausstoß von über 500 Gramm pro Kilowattstunde. 2019, also vor Corona, als es noch Kernkraftwerke gab und vor irgendwelchen Kriegsausreden, lag der Wert in Deutschland bei 434 Gramm. Sie haben es mit der Abschaltung der CO -freien Kernenergie geschafft, den CO -Ausstoß um 20 % zu erhöhen. Der Preis ist in Deutschland in dieser Zeit von 3 Cent auf 12 Cent in die Höhe geschossen. Das heißt, Deutschland hat extrem hohe CO -Werte und extrem hohe Strompreise. Schauen wir uns doch mal die anderen Länder an. Finnland zum Beispiel hatte 2019 einen CO -Aus-25.08.2023 stoß von 191 Gramm pro Kilowattstunde, also nicht mal halb so viel wie Deutschland. Was haben die Finnen damals gemacht? Die haben Kernenergie ausgebaut und damit den CO -Ausstoß nochmals um 20 % reduziert. Hinzu kam noch ein weiterer Effekt, der sogar viel höher zu bewerten ist. Dank des neuen Kernkraftwerks kostet der Strom in Finnland an der Börse nur halb so viel wie in Deutschland. Oder schauen wir nach Frankreich mit seinen durchgehend nur 60 Gramm CO pro Kilowattstunde – noch mal: Deutschland stößt inzwischen über 500 Gramm aus. Und wie viel zahlt die französische Industrie für den Strom? – 4,2 Cent pro Kilowattstunde. Da braucht man eigentlich nicht lange zu überlegen, wer die bessere Politik macht. Aber nun gut, vor drei Tagen gab es bei den Wirtschaftsjunioren einen Vortrag eines Stahlunternehmens. Sie waren auch eingeladen, viele waren da. Dieses Stahlunternehmen produziert auch in Schweden. Die Dame hat vorgetragen, der Strompreis für die Industrie liege in Schweden bei 3 Cent pro Kilowattstunde. Woher kommt der Strom dort? Zu 80 % aus Wasserkraft und Kernenergie. Man erkennt: Deutschland ist das einzige Land, das sich krampfhaft gegen die CO -freie und günstige Kernenergie stellt. In einem Gutachten wurde jetzt dargelegt, dass nicht nur die letzten sechs, sondern sogar acht Kernkraftwerke reaktiviert werden könnten. Doch verbohrte Ideologen in Deutschland sperren sich leider gegen diese nachhaltigen Lösungen. Auch könnten in der Zwischenzeit Kernkraftwerke der 4. Generation entwickelt werden; Kernkraftwerke, die den bisherigen Atommüll recyceln und Strom für weniger als 5 Cent pro Kilowattstunde – vom Bau bis zur Entsorgung – herstellen könnten. Doch Deutschland verhindert die Entwicklung solcher neuen Technologien, weshalb die deutschen Erfinder nach Kanada gehen mussten, um die Kraftwerke dort zu entwickeln und zu bauen. Damit zeigt sich die wahre Technologiefeindlichkeit Deutschlands, die endlich aufhören muss. (Beifall von der AfD) Kommen wir zurück zu Ihrer Dauersubvention, dem sogenannten Brückenstrompreis, wie es auch Frau Neubaur sagte. Am Ende der Brücke, da sollen dann die angeblich billigen Windräder kommen. Die Windräder sind jedoch nicht etwa günstiger, sondern teurer geworden. Im Herbst des letzten Jahres hat Herr Habeck die Strompreise für Windstrom nämlich um 25 % erhöht. Mit Zuschlägen kostet der Windstrom inzwischen 10 Cent, der Strom von PV-Anlagen ist sogar noch teurer. Frau Neubaur, das heißt, am Ende Ihrer Brücke liegt der Strompreis nicht bei 4 oder 5 Cent, sondern bei mehr als 10 Cent, wenn Sie Windstrom nutzen. Landtag Wir wissen doch, was dann im Jahre 2030 passieren wird: Die Sorgen der Industrie sind immer noch da – zumindest wenn die Industrie noch da ist, und Sie alle sind dann gezwungen, Ihre Subventionen weiter zu verlängern, egal was es die Bürger kostet. Die 10 Cent, die die Windindustrie bekommt, sind nicht die Gesamtkosten des Stroms aus Windrädern, denn Sie brauchen dafür auch noch Tausende Kilometer an neuen Leitungen sowie Speicher. Die Kosten für das Netz und die Stabilität des Netzes werden Jahr für Jahr größer. Die Kosten für die Verhinderung von Blackouts, die sogenannten Redispatchkosten, waren vor 15 Jahren praktisch nicht erkennbar: wenige Millionen Euro. Inzwischen müssen die Bürger Jahr für Jahr allein dafür 4 Milliarden Euro bezahlen, damit das Netz durch den Flatterstrom nicht zusammenbricht. Allein das erhöht die Kosten Ihrer sogenannten Erneuerbaren um 2 Cent pro Kilowattstunde, und Sie bauen ja immer noch weiter und weiter Windräder, die Hunderte Kilometer von der Industrie entfernt stehen. Deshalb sollen Netze für über 200 Milliarden Euro ausgebaut werden. Diese Kosten entstehen nur durch die sogenannten Erneuerbaren und sind diesen voll zuzurechnen. Hierdurch kommen noch mal 5 Cent pro Kilowattstunde bei den Windindustrieanlagen dazu. Aber damit sind die Kosten immer noch nicht fair berechnet. Denn wenn diese Windindustrieanlagen nicht laufen – im Schnitt stehen sie an drei von vier Tagen still –, dann bräuchten Sie Speicher oder fossile Kraftwerke wie Kohlekraftwerke oder Gaskraftwerke. Auch diese Backupkosten müssen den sogenannten Erneuerbaren zugerechnet werden. Dann liegen wir bei fairen und ehrlichen Kosten von mehr als 20 Cent pro Kilowattstunde für Ihre Windindustrieanlagen. Das wäre dann der Todesstoß für unsere Industrie, der Todesstoß für unseren Wohlstand. Das dürfte selbst dem dümmsten Bürger klar sein. Ich verbleibe mit dem Wunsch: für Freiheit, Wohlstand und Vernunft. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)
