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Andreas Keith

AfD 24.08.2023 Sitzungen 18/40

Springen, laufen, werfen, stoßen, über sich selbst hinauswachsen, sich gegenseitig anfeuern, sich gemeinsam freuen. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Für sportbegeisterte Schüler gehören die Bundesjugendspiele seit Jahrzehnten zum Höhepunkt des Schuljahres. Doch damit ist jetzt Schluss. Ab diesem Schuljahr sind die Bundesjugendspiele an deutschen Grundschulen kein Wettkampf mehr. Die Punktetabelle wird abgeschafft. So hat es die Kultusministerkonferenz unter dem Vorsitz der SPD 2021 beschlossen. Wettbewerb ja, aber nur noch um der Bewegung willen. Zeiten und Weiten werden zweitrangig. Dass Wettkampf gerade Kindern Spaß macht und ihren Ehrgeiz weckt, wird geflissentlich übersehen, und dass Fairness am besten im Wettbewerb erlernbar ist, auch. Denn nur, wo es auch um etwas geht, ist Fairness gefragt. Wo die Leistung beliebig ist, da ist auch Fairness kein Kunststück. Dass diese Reform bei den meisten Sportvereinen auf wenig Gegenliebe stößt, dürfte klar sein. Es geht nämlich um mehr als den Wert des Sportes. Die Bundesjugendspiele dienten den Sportvereinen auch immer zur Talentsichtung. Doch wenn Leistungen überhaupt nicht mehr erhoben werden, wird es umso schwieriger, Nachwuchs für den Leistungssport zu gewinnen. Nachwuchs für den Leistungssport zu gewinnen, war eine wichtige Aufgabe auch der Bundesjugendspiele. Das ist auch der Grund, warum Deutschland sportlich immer weiter absteigt. Also: Wieso das Ganze? Aus falschverstandener Fürsorge versuchen linke Bildungsakteur*innen seit Landtag Jahren Kinder vor Leistungsdruck und Frustration scheinbar zu beschützen. Das ist nicht nur lebensfremd, sondern auch schädlich. Fakt ist: Nicht jeder Schüler wird es schaffen, eine Ehrenurkunde zu gewinnen, so wie nicht jedes Kind ein geborenes Mathegenie ist. Leistungsunterschiede wird es immer geben und hat es auch immer gegeben, nicht nur beim Sport, sondern in allen Fächern. Das ist aber noch lange kein Grund, auf die Benotung zu verzichten, wie es die Grünen in Ihrem Feldzug gegen alles Bewährte tatsächlich fordern. Begreifen Sie nicht? Eben weil Kinder vielfältig sind, haben sie unterschiedliche Talente, Fähigkeiten und Stärken, die es zu fördern gilt, anstatt Gleichmacherei zu betreiben, nur weil sie Unterschiede mit Ungerechtigkeit verwechseln. Die Reform der Bundesjugendspiele passt insofern zur links-grün forcierten Einheitsschule, die leistungsstarke und leistungsschwache Schüler seit jeher gleichbehandelt und am Ende den Bedürfnissen von allen schadet. Stolz und Freude für den Stärkeren gehört mit dieser Reform ebenso der Vergangenheit an wie Inspiration und Ansporn für den Schwächeren. Ich zitiere eine Leserzuschrift bei ZEIT ONLINE: Ich habe jahrelang mitgemacht und mittelmäßig abgeschnitten. Dabei habe ich den Besten zugeschaut und mich von ihrer Leistung inspirieren lassen. Da habe ich mit der Zeit Erfolge erzielt. Anerkennungen meiner minimalen Verbesserung haben mich angespornt. Meine Damen und Herren, das Thema hat aber eine noch größere Dimension. Was Sie völlig verkennen, ist, dass es im sportlichen Wettkampf völlig unwichtig ist, ob man gewinnt oder verliert. Wichtig ist allein, wie man das Spiel spielt. Was heißt das? Nichts anderes, als dass Kinder lernen, mit anderen Kindern zurechtzukommen, damit Letztere Spaß haben, mit ihnen zu spielen, denn niemand mag schlechte Verlierer. Kinder müssen lernen, mit Niederlagen umzugehen, und das gelingt am besten durch sportlichen Wettkampf. Er dient der Persönlichkeitsentwicklung und schult die Sozialkompetenz. Das ist heute bitter nötig, wie Ihnen jede Erzieherin und Lehrerin erzählen kann. Ja, Leistung und Wettkampf können mal weh tun. Sie vermitteln unseren Kindern damit aber ein Bild von der Lebenswirklichkeit auch des späteren beruflichen Alltags. Schon mal darüber nachgedacht? Vielleicht hat die vielbeklagte Arbeitsmoral und das Anspruchsdenken der Generation Z ja etwas damit zu tun, dass junge Menschen von Kindesbeinen an in Watte gepackt werden. Ihre Schneeflockenpädagogik bereitet die Schüler nicht auf das Leben vor, und das erklärt vieles, was in diesem Land schiefläuft. 24.08.2023 Meine Damen und Herren, gibt es keine Gewinner mehr, sind am Ende alle Verlierer. Ohne Wettkampf wird der olympische Geist auf den Kopf gestellt. Sind wir mal ehrlich: Was wäre die Bundesliga ohne Meisterschaft? Was folgt als Nächstes? Mensch-ärgere-Dich-nicht ohne Rauswerfen? Nehmen wir den Schülern bitte nicht die Freude am Sieg, den Stolz auf ihre eigene Leistung und den Ansporn, aus Niederlagen Erfolge zu machen, denn nur dabei sein, ist eben nicht alles. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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