Romina Plonsker
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Pfeil, wie wahr: Bildung und Wissen sind nicht nur Voraussetzung für gesellschaftliche Innovationen, Bildung und Wissen sind auch elementar für Frieden und Freiheit. Andersherum gilt im Übrigen auch: Nur wer in einer freiheitlichen Gesellschaft lebt, kann sich dem Erwerb von Bildung und Wissen widmen. Wir können stolz darauf sein, dass wir in unserem Land so viele wissbegierige junge Menschen haben, angefangen von der Kita oder Grundschule über Ausbildung und Lehre bis zum Studium. Leider sieht es in einigen Ländern dieser Welt anders aus. Diese jungen Generationen, die Hoffnungsträger unserer Zukunft, werden dort unterdrückt, ihrer Rechte und ihrer Stimme beraubt. Es ist gut und richtig, dass wir in Nordrhein-Westfalen aufstehen, um diese Ungerechtigkeit anzuprangern und ein Zeichen für eine Welt zu setzen, in der junge Menschen in Freiheit und Würde aufwachsen können. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Dies haben wir in diesem Hohen Haus mit unserem gemeinsamen Antrag zur Situation der jungen Frauen im Iran noch einmal deutlich gemacht. Dennoch dürfen wir nicht nur bei parlamentarischen Zeichen bleiben, sondern müssen auch konkrete Unterstützungsmaßnahmen leisten. Da bin ich der Landesregierung wirklich sehr dankbar, dass sie diese bereits in vielfältiger Art und Weise anbietet. Ich möchte ein paar Beispiele nennen. Das Förderprogramm „NRWege ins Studium“ hat seit 2017 an vielen Hochschulen nachhaltige Strukturen für die Unterstützung von geflüchteten und internationalen Studierenden aufgebaut. Und die Zahlen können sich sehen lassen: Über 9.000 Personen haben an studienvorbereitenden Kursen mit Schwerpunkt auf der Sprachausbildung teilgenommen und während eines Studiums begleitende Kurse belegt. Über 700 Studierende mit Fluchthintergrund wurden durch ein Stipendium in unterschiedlichen Phasen finanziell und durch flankierende Angebote begleitet. Über 65.500 Beratungen von Studierendeninteressierten und Studierenden mit Fluchthintergrund wurden von den Koordinatorinnen und Koordinatoren an den jeweiligen Hochschulen durchgeführt. Das ist noch nicht alles. NRWege hilft auch Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Ingenieuren bei Integration und Qualifikation. Die „NRWege Leuchttürme“ fördern die Internationalisierung von Hochschulen und die Qualifizierung geflüchteter Lehrerinnen und Lehrer, den Einstieg von Akademikerinnen und Akademikern in den hiesigen Arbeitsmarkt. Und unter Einsatz digitaler Formate können sie hier Best-Practice-Beispielen für Bildungsprojekte junger Menschen mit Fluchthintergrund dienen. Landtag Denn – das will ich an der Stelle noch mal betonen – bei dem Förderprogramm NRWege wird deutlich: Wir brauchen nachhaltige Lösungen, die sowohl den Menschen als auch der Gesellschaft einen dauerhaften Nutzen stiften. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Daher danke ich auch der zuständigen Ministerin Ina Brandes, dass dieses Förderprogramm auch über 2023 hinaus verlängert wurde. Auch durch die Förderung geflüchteter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Fortsetzung ihrer Arbeit an deutschen Hochschulen besteht über die Alexander-von-Humboldt-Stiftung eine wichtige Unterstützung, damit bereits erlangtes akademisches Wissen nicht verlorengeht und die Menschen dieses und auch sich selbst weiterentwickeln können. Hinsichtlich der Verwaltung des von Ihnen geforderten Stipendiums – ich beziehe mich jetzt auf den Antrag – sind durchaus Zweifel angebracht, ob sowohl die Heinrich-Hertz-Stiftung als auch die Akademie für Internationale Politik hier die richtigen Ansprechpartner wären. Das Fellowship-Programm der nordrhein-westfälischen Akademie für Internationale Politik ist eine gute Möglichkeit zur Vernetzung in- und ausländischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Auch hier profitieren wieder beide Seiten von neuen und innovativen Ansätzen. Oder um den Nobelpreisträger George Bernard Shaw zu zitieren, Herr Präsident: „Wenn Sie einen Apfel haben und ich einen Apfel habe und wir diese Äpfel austauschen, dann haben Sie und ich immer beide noch einen Apfel. Aber wenn Sie eine Idee haben und ich eine Idee habe und wir diese Ideen austauschen, dann wird jeder von uns zwei Ideen haben.“ Dies sollten wir zum Vorbild nehmen und den Austausch von Menschen über Grenzen hinweg weiter fördern – in Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport oder eben auch der Wissenschaft. Über Parteigrenzen hinweg freuen wir uns über einen Austausch im Ausschuss. Auch wenn wir einige Rückfragen haben oder einige Punkte fraglich finden, stimmen wir selbstverständlich der Überweisung zu. – Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
