Prof. Dr. Daniel Zerbin
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wir haben jetzt gerade eine sehr emotionale Rede gehört. (Gönül Eğlence [GRÜNE]: Die war doch nicht emotional!) Die passt auch zu dem, was man so lesen kann. Im Koalitionsvertrag von Schwarz-Grün – das ist gerade noch einmal angesprochen worden – da heißt es, dass NRW die erste klimaneutrale Industrieregion Europas werden soll – zeitnah. Da sagt man sich: Ja, das ist sehr ambitioniert. Da kommt einem der Gedanke: „Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund!“ Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Da, wo die Sonne ist, ist es heiß, und da kann man sich leicht die Flügel verbrennen. Schauen wir einmal in unser Land, da merkt man relativ schnell, dass dieser linksideologische Wachs schon anfängt zu schmelzen. Landtag Es sind hier gerade von Herrn Tigges auch Zahlen genannt worden: 1 Milliarde Euro, die die FDP hier fordert. Sie müssen sich einmal überlegen: Die Subventionen für die erneuerbaren Energien kosten 30 Milliarden Euro jedes Jahr. Da ist diese 1 Milliarde – ich will es fast gar nicht sagen – schon fast Peanuts. Das Problem ist – das ist auch richtig angesprochen worden in dem Antrag –, dass sich der Energiebedarf bis 2045 verdoppeln oder verdreifachen wird. Das ist eine echte Herausforderung. Die Lösung, die von der FDP bezüglich der Fusionsforschung angeboten wird, kann richtig sein. Das ist auch der richtige Weg. So wird es dann auch in dem Antrag dementsprechend beschrieben – analog zum Positionspapier des Bundesministeriums für Bildung und Forschung – das ist dann auch Wissenschaft, anders als es hier gerade behauptet wurde –: Fusionsforschung ist grundlastfähig, nicht volatil wie Windkraft und Solaranalagen, sauber, CO -neutral, ressourcenschonend, wirtschaftlich und bezahlbar. Das steht in diesem Papier und auch im Antrag, und es ist richtig. Daher ist die Erforschung und die energetische Nutzbarmachung der Kernfusion mit der Priorität für Forschungsenergiepolitik der richtige Weg, und dem schließen wir uns auch an. Auch ein Demonstrationskraftwerk in NRW zu installieren, ist vernünftig. Aber was ist mit der Zwischenzeit, bis die Fusionsenergie marktreif ist? Wir haben gerade gehört – das ist auch richtig –: Das wird dauern, das hat auch die Anhörung ergeben, mindestens 10 bis 20 Jahre; frühestens 2050 wird die ganze Sache marktreif sein. Auch werden bis dahin Ingenieure, Techniker und Arbeiter fehlen, die dort arbeiten können. Die müssen ja auch erst einmal ausgebildet werden. Daher war es ein falscher Weg, die Kernspaltung als wichtige Brückentechnologie abzuschalten. Forschungsgelder im Bereich der Fusionstechnik in den letzten Jahren wurden ebenfalls heruntergeschraubt. Das hat auch die Anhörung erbracht, und dafür sind Sie alle mitverantwortlich: CDU, Grüne, SPD und FDP haben leider in den letzten Jahren das falsche Paradigma gehabt. Ich komme zum Schluss und fasse zusammen: Wir werden der Überweisung zustimmen. Wir halten auch Fusionsforschung für den richtigen Weg. Aber aus der Kernenergie auszusteigen, war der falsche Weg. Wir fordern Sie auf, umzukehren und wieder den Weg der Vernunft einzuschlagen. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD und Dr. Christian Blex [fraktionslos])
