Christian Loose
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wann haben Sie sich das letzte Mal Ihren Stromzähler zu Hause angeschaut? Diese Aluminiumscheibe, die sich da romantisch dreht und wo Sie irgendwann den roten Streifen erkennen können. Das ist schon fast Romantik pur. Es ist nicht nur romantisch, sondern auch extrem nachhaltig. Denn diese alten Zähler, die Ferraris-Zähler, halten 40 Jahre lang und müssen nur alle 16 Jahre geeicht werden. Wunderbar. (Zuruf von Tim Achtermeyer [GRÜNE]) Doch diese Romantik, diese Nachhaltigkeit, ist nichts für die Regierung. Denn diese möchte, dass Sie diese nachhaltigen Zähler ausbauen und dafür neue Zähler bekommen, die nur halb so lange halten. Das sollen dann digitale Zähler sein, die regelmäßig den Stromverbrauch an die Energiekonzerne melden. Das Schöne ist: Die neuen Zähler kosten etwa fünfbis sechsmal so viel wie die alten Zähler. Die alten Zähler kosten 13 Euro pro Jahr, die neuen Zähler um die 100 Euro und mehr. Aber kein Problem: Das merken Sie auf der Stromrechnung zunächst nicht, denn Sie selber bekommen auf die Stromrechnung nur 20 Euro aufgetragen. Die restlichen 80 Euro werden über die Netzentgelte auf alle Stromkunden übertragen. Das heißt, Ihr Nachbar zahlt ein bisschen von Ihrem Stromzähler, und dafür zahlen Sie etwas für den Ihres Nachbarn. Ein wunderbares Solidarsystem, oder? Aber halt, die digitalen Zähler sind ja auch viel besser. Da können Sie sich dann ins Internet einloggen, sich bei Ihrem Anbieter anmelden und können dann sehen, wie viel Strom Sie in der letzten Viertelstunde verbraucht haben. Ich komme zum Anfang meiner Rede zurück: Wie häufig haben Sie sich wirklich diesen alten Zähler angeschaut? Was glauben Sie, wie häufig werden Sie den neuen Zähler anschauen? Die Erfahrungen, auch die Modelle und Studien, die wir dazu haben, zeigen eines: Die Menschen machen das in ersten drei, vier Tagen, und danach schaut über Jahre keiner mehr nach. Warum sollte man das auch ständig nachschauen? Jeder normale Bürger weiß doch, wer die großen Stromfresser sind. Dafür brauchen Sie kein Elektriker zu sein, dafür brauchen Sie nicht bei MediaMarkt zu arbeiten. Es sind halt die Großgeräte. Das ist der Herd, das ist der Kühlschrank, das ist die Wasch-Landtag maschine. Dafür braucht man sicherlich keinen digitalen Zähler. Die Befürworter der sogenannten Energiewende behaupten, dass Sie als Bürger künftig den Strom dann verbrauchen, wenn er besonders günstig ist. Meine Damen und Herren, wie viele von Ihnen haben denn eigentlich unterschiedliche Stromtarife je nach Tageszeit, vielleicht einen Nacht- und einen Tagestarif? Vermutlich auch keiner von Ihnen. Sehen Sie, kein Mensch braucht diese digitalen Zähler. Doch trotzdem zwingt die Regierung Millionen Menschen, ihre Zähler auszutauschen. Wenn Sie eine Wärmepumpe einbauen, dann zwingt Sie der Staat dazu, Ihren Zähler zu tauschen. Bauen Sie eine größere Photovoltaik-Anlage aufs Dach, dann zwingt Sie der Staat dazu, Ihren Zähler auszutauschen. Durch den Austausch haben Sie als Bürger zwar keinen Vorteil, aber der Staat hat einen Vorteil. Denn bei wem dieser Zähler eingebaut ist, bei dem kann zukünftig ein Netzbetreiber den Strom viel einfacher abstellen, wenn mal der Wind nicht weht und die Franzosen ihren Atomstrom selbst brauchen wollen. Dann heißt es: Abschalten für die Energiewende! Und ohne Strom keine Heizung, kein warmes Essen. Willkommen im Strommangelland der Zukunft! Wir als Alternative für Deutschland sagen ganz klar: Die Menschen wollen Freiheit, die Menschen wollen eigene Entscheidungen und keinen Zwang über die EU, keinen Zwang über die Bundesregierung. Gerade wir Abgeordneten aus dem größten Bundesland hier in Deutschland sollten doch da ein Zeichen setzen. Deshalb freue ich mich auf die Zustimmung zu unserem Antrag für Freiheit, Wohlstand und Vernunft. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)
