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Julia Kahle-Hausmann

SPD 15.06.2023 Sitzungen 18/37

Vielen Dank. – Sehr geehrtes Präsidium! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Agroforst ist ein Thema, das viele von Ihnen bisher mit Fragezeichen zurücklässt. Und da sind Sie leider nicht allein, denn es ist ein Thema, mit dem sich vermutlich auch nur wenige Landwirte und Landwirtinnen in NRW beschäftigt haben, … (Mehrere Abgeordnete unterhalten sich.) – Störe ich? Ich frage nur. …, zumindest nicht tiefergehend. So wie es derzeit in diesem Bereich aussieht, lohnt sich eine nähere Betrachtung für viele von ihnen finanziell leider nicht. Dabei bringen Agroforstsysteme – wir haben es gerade gehört – viele Vorteile mit sich. Sie verbessern die Wasser- und Nährstoffversorgung, wirken sich positiv auf Mikroklima und Bodenfruchtbarkeit aus, schützen vor Erosion, stärken die Biodiversität und können eine weitere Einnahmequelle für Landwirte und Landwirtinnen sein. Außerdem können wir uns vermutlich auch alle darauf einigen: Je mehr Bäume wir in NRW haben, desto besser. Der Mehrwert von Agroforstsystemen wurde übrigens auch von der Enquetekommission in der vergangenen Legislaturperiode anerkannt. Schließlich stammen die Forderungen des hier vorliegenden Antrags aus dem interfraktionell beschlossenen Abschlussbericht und sind Teil der Handlungsempfehlungen, auf die Sie sich hier vor etwas über einem Jahr noch geeinigt haben. Landtag (Dietmar Brockes [FDP]: So ist es!) Dieser Antrag wurde auch in der letzten Umweltausschusssitzung behandelt. Es kam die Kritik – wie eben gehört –, dass er eigentlich nicht nottut, weil es jetzt die Förderung auf Bundesebene gibt und weitere Forschungsansätze dazu. Da muss ich widersprechen: Ja, mit der neuen GAP werden existierende Agroforstsysteme mit 60 Euro pro Hektar gefördert. Das ist aber nicht sehr viel, vor allem deshalb, weil die Förderung nicht für die Etablierung solcher Systeme gilt. Aber genau das könnten wir doch verändern, weil wir hier im Land die Zuständigkeit dafür haben. In Niedersachsen hat man das bereits erkannt. Da wird seit diesem Jahr auch die Einrichtung von Agroforstsystemen landesseitig gefördert. In Thüringen, wo das Land über ELER-Mittel das Demonetz Agroforst etabliert und bestehende Forschungsvorhaben gebündelt hat, hat man ebenfalls erkannt, dass Agroforstsysteme eine gute Sache für Landwirte und Umwelt sein können. In NRW verfolgt das zuständige Ministerium im Gegensatz dazu keine konkreten Planungen zum Ausbau von Agroforstsystemen und verweist auf die einzelnen Versuchsprojekte, wie zum Beispiel bei Haus Düsse, und Förderprojekte, wie wir gerade gehört haben. Aber das ist uns zu dünn, Frau Gorißen. Agroforstsysteme können bei fachgerechter Bewirtschaftung positive Effekte für Umwelt und landwirtschaftliche Betriebe haben. Damit sie fachgerecht bewirtschaftet werden, braucht es zum einen mehr Forschung und zum anderen verstärkte Beratung. Damit Landwirte und Landwirtinnen sie dann auch etablieren können, bedarf es einer Förderung nicht nur von Bundes-, sondern auch von Landesebene. (Beifall von der SPD und der FDP) Wir haben fraktionsübergreifend in der letzten Wahlperiode bekräftigt, dass wir das wollen. Dann lassen Sie uns genau das jetzt auch machen. (Beifall von der SPD und der FDP) Jetzt haben wir die Chance, genau das auf den Weg zu bringen. Daher stimmen wir als SPD-Fraktion dem Antrag zu, wie wir das schon im Ausschuss getan haben, weil wir es wichtig und notwendig finden. – Danke. (Beifall von der SPD und der FDP)

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