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Berivan Aymaz

14.06.2023 Sitzungen 18/36

Liebe Kolleginnen und Kollegen, für die Landesregierung hat nun Minister Laumann das Wort. Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Erst einmal bin ich der FDP dankbar, dass sie diesen Antrag gestellt hat. Es ist gut, dass wir am Weltblutspendetag auch über dieses Thema sprechen; denn ein Gesundheitssystem ist ohne Blutspenden schlicht und ergreifend nicht denkbar. Zweitens: Wir zählen in Deutschland in etwa am Tag einen Bedarf von 15.000 Blutspenden. Das bedeutet, dass es in Nordrhein-Westfalen auf jeden Fall weit über 3.000 sein werden. Deswegen ist es an dieser Stelle als Gesundheitsminister und als Parlament sicher richtig zu sagen, dass wir diesen Menschen, die sich aufmachen und Blut spenden gehen, sehr, sehr dankbar sind. Ich sage es ganz klar, dass ich das Blutspenden auch für einen Akt der Nächstenliebe und der Menschenliebe halte. Es kommt es sehr auf den Gedanken an, dass man in einer Gesellschaft solidarisch sein muss, dass man nicht nur erwarten kann, dass alles da ist, wenn man es selber einmal braucht, sondern dass es gerade in den Bereichen, die wir alleine mit Geld nicht bezahlen können – wie zum Beispiel Blutspenden oder Organspenden –, eine persönliche Bereitschaft geben muss, sich für dieses Thema zu öffnen. Ich glaube, dass viele Menschen ein gutes Gefühl dabei haben, wenn sie Blut spenden gehen und wissen, dass sie damit etwas Gutes getan haben. Da ich sehr ländlich assoziiert bin, weiß ich: Blutspendetermine haben in Dörfern etwas von „man trifft sich“, „man sieht sich“. Manchmal sind sie auch ein guter Umsatzabend für den Dorfwirt. Das alles sind Rituale und andere Dinge, die vielleicht ein bisschen zusammengehören. Deswegen ist es auch nicht neu, dass die Spendebereitschaft in der Landbevölkerung höher ist als in Ballungsgebieten. Das hängt sicherlich auch mit Milieus und vielen anderen Fragen zusammen. Landtag Deswegen ist es wichtig, dass wir eine Gesellschaft bleiben, in der Menschen so denken, dass sie auch über das Normale hinaus für den Staat, für die Gesellschaft, für die Menschlichkeit ein offenes Ohr und ein gewisses Gefühl haben. Wenn wir das verlieren, werden wir das Problem am Ende nicht lösen können. Der zweite Punkt: An so einem Tag darf man auch einmal den vielen Blutspendediensten und den örtlichen Initiatoren von Blutspendeterminen ein herzliches Dankeschön sagen für die vielen Ideen, wie sie auf diese Termine aufmerksam machen, wie sie immer wieder versuchen, besondere Attraktionen mit Blutspenden zu verbinden. Wenn man einmal zurückdenkt: Bis jetzt haben sie das alles in allem gut hingekriegt. Dass wir in der Urlaubszeit oder während großen Krankheitswellen immer wieder einmal Dellen haben, in denen es etwas enger wird, ist nicht neu. Wir müssen ganz klar sagen, dass die unterschiedlichen Blutspendedienste einen sehr guten Job machen; auch dadurch, dass der größte Dienst, das Deutsche Rote Kreuz, vor Ort, in den Stadtteilen, in den Vereinen, in den Schulen, in den großen Bürogebäuden und in den Firmen unterwegs ist. Wenn man mit den Blutspendediensten redet, dann sagen die: Überlassen Sie es uns, wie wir es machen. Wir wissen schon, wie wir an die Leute herankommen. – Die Vergangenheit zeigt sehr deutlich, dass die Blutspendedienste es gut machen und dass sie eine Spender- und Bürgernähe haben. Sonst hätten sie nicht über Jahrzehnte diese Erfolge gehabt, trotz der Veränderung der Gesellschaft und der Menschen. Deswegen finde ich: Wenn man gute Ideen in der Politik hat, müssen wir sie zusammen besprechen und mit den Blutspendediensten weiterentwickeln, die bei uns in Nordrhein-Westfalen eine große Expertise haben und deren Organisationskraft wir auch brauchen. Das Rote Kreuz, um nur einmal den größten zu nennen, hat einen hauptamtlichen Blutspendedienst. Aber ohne die vielen Ehrenamtlichen vor Ort, die den Blutspendedienst in den Vereinen und überall sonst organisieren, ginge es auch nicht. Es ist wichtig, dass wir viele große und auch kleine Organisationen haben, auch für Blutspenden an Krankenhäusern, die nach einem anderen System der persönlichen Gratifikation vorgehen. Es ist wichtig, dass es diese große Unterschiedlichkeit gibt. Es ist ein bunter Strauß. Liebe Frau Schneider, wenn der Antrag der FDP heute vielleicht keine Mehrheit findet, ist es ja nicht so, dass das, was Sie aufgeschrieben haben, nicht zur Kenntnis genommen wird. Gehen Sie davon aus – auch wenn Sie es nicht glauben; Sie sagen es ja immer wieder –: Auch das MAGS ist über das Broschürenzeitalter hinaus. Alles, was wir in Broschüren machen, machen wir auch digital. (Heiterkeit von Susanne Schneider [FDP]) 14.06.2023 Nehmen Sie das einfach einmal zur Kenntnis. Dafür sorgen alleine schon die jüngeren Leute bei uns im MAGS. Machen Sie sich da mal keine Sorgen. Der Idee, ob man mit einer Rückmeldung über Blutspenden und die Ergebnisse, die durch Blutspenden erreicht werden, vielleicht eine neue Generation der Städter für das Blutspenden gewinnen kann, stehe ich durchaus aufgeschlossen gegenüber. Aber das muss man zusammen mit dem Blutspendediensten besprechen und überlegen, wie man es letzten Endes auch in einem vertretbaren finanziellen Rahmen umsetzen kann. Deswegen nehmen wir das jetzt einfach zur Kenntnis und in die Arbeit unseres Hauses, des Ministeriums für Gesundheit, auf. Dann schauen wir einmal, was daraus wird. – Schönen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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