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Katharina Gebauer

CDU 14.06.2023 Sitzungen 18/36

Ich werde erst einmal fortsetzen. Dann können wir gleich sehen, ob das noch aktuell ist. Leider gibt es chronisch zu wenige Blutspenden. 2021 wurden ca. 1,2 Millionen Vollblutspenden weniger geleistet als noch 2011, wie das Paul-Ehrlich-Institut angibt. Durch den demografischen Wandel und die Vielzahl an medizinischen Verfahren wird mehr Blut benötigt. Dies lässt sich gut an den zur Verfügung stehenden Thrombozytenkonzentraten erkennen. Einerseits erreichte ihre Zahl 2021 den höchsten Stand der letzten zehn Jahre, andererseits wurden die zweitmeisten Einheiten seit der Datenerfassung im Jahr 1998 transfundiert. Die entscheidende Frage ist, wie die Zahl der Blutspenden dauerhaft gesteigert werden kann. Die rückläufigen Zahlen zeigen, dass wir neue Wege finden müssen, Menschen für das Blutspenden zu gewinnen. Anfang des Jahres konnte dem akuten Mangel an Blutkonserven durch eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne der Blutspendendienste so gut entgegenwirkt werden, dass laut DRK die Spendenbereitschaft historisch hoch war. Die Blutspendendienste geben jedoch an, dass vor allem jüngere Menschen schwerer zu erreichen sind. Plakatkampagnen allein reichen nicht aus, um junge Menschen auf die Blutspende aufmerksam zu machen. Soziale Netzwerke werden bereits für Blutspendenaufrufe genutzt, und doch ist die Ansprache noch verbesserungswürdig. Vorbilder in den sozialen Netzwerken, die von ihren Erfahrungen berichten, können da ein guter Weg sein. Gleichzeitig muss das Blutspenden an sich attraktiver werden. Es muss besser darüber aufgeklärt werden, dass laut einer Studie der Charité Berlin das Spenden für die Spenderinnen und Spender selbst von Vorteil ist, weil es den Blutdruck und das allgemeine Wohlbefinden verbessert. Darüber hinaus sorgen die Gesundheitschecks vor den Spenden und die Untersuchung des gespendeten Blutes für eine regelmäßige Kontrolle des Gesundheitszustandes. Zudem soll das Blutspenden zum Beispiel durch den Einsatz von mobilen Spendenzentralen mehr dezentral angeboten werden. Das Blutspenden muss sich leichter mit dem Alltag vereinbaren lassen, und der Aufwand muss für die Spender möglichst gering gehalten werden. Laut mehreren Studien kann die Spendenbereitschaft auch gesteigert werden, wenn der Blutspendedienst bei jeder Blutspende für etwas Gemeinnütziges spendet. In den Niederlanden werden in den Zeiträumen mit einer traditionell niedrigen Spendenbereitschaft besondere Kampagnen umgesetzt, indem beispielsweise für jede Blutspende ein Geldbetrag an ein wohltätiges Projekt gespendet wird. 14.06.2023 Gerne hätten wir mit Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen der FDP, einen gemeinsamen Antrag eingebracht. Ihrer Forderung nach einem SMS-Dienst für die Benachrichtigung der Blutspender beim Einsatz ihrer Blutspende ist aufgrund fehlender Daten und fehlender Informationen zu den Kosten für ein solches Projekt jedoch nicht zuzustimmen. Darüber hinaus ist es so kurzfristig nicht möglich, eine für dieses Projekt essenzielle datenschutzrechtliche Prüfung durchzuführen. Unser Kompromissvorschlag, einen Prüfauftrag zu formulieren, um diese Unklarheiten auszuräumen, wurde von Ihnen aber leider abgelehnt. Das ist schade. Ein gemeinsamer Antrag wäre an dieser Stelle ein gutes Signal gewesen. Als Regierungskoalition fördern wir das Blutspenden wie bereits in der Vergangenheit auch in der Zukunft, indem wir mit gutem Beispiel vorangehen, denn Blutspenden können Leben retten. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU – Vereinzelt Beifall von den GRÜNEN)

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