Inge Blask
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir bedanken uns für den Antrag der Regierungsfraktionen zum Thema „Kompetenzzentren Frau und Beruf“. Damit trägt unser beharrlicher Einsatz zum Erhalt der Kompetenzzentren in der letzten Legislaturperiode Früchte. Die SPD-Fraktion sieht es durchaus als ihren Erfolg, dass die Kompetenzzentren nun bleiben. Landtag Wir halten die Kompetenzzentren deshalb für so wichtig, weil wir in Nordrhein-Westfalen immer noch keine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben. Die allermeisten Frauen müssen sich immer noch zwischen Familie und Karriereplanung entscheiden. Die Kompetenzzentren können ein gutes Instrument sein, um gegen diesen Missstand anzukämpfen. Dafür müssen sie aber entsprechend ausgestattet sein. Uns geht der Antrag ein bisschen zu stark auf die Unternehmen und die Arbeitgeber ein. Wenn wir eine Weiterentwicklung der Kompetenzzentren wollen, müssen die Zielgruppen in den Blick genommen werden, und das sind nicht nur die Unternehmen, sondern gerade die Frauen selbst. Ein weiteres Manko ist für uns die Tatsache, dass für die Fortführung der Kompetenzzentren keine EFRE-Mittel angeworben wurden. Seinerzeit wurde das Argument angeführt, die EFRE-Förderung richte den Fokus stark auf die Digitalisierung, was nicht zur Arbeit der Kompetenzzentren passe. Das haben wir eben anders gehört. Im Antrag wird ganz viel von der Stärkung digitaler Angebote geschrieben, und die Kollegin von den Grünen hat es gerade noch einmal erwähnt. Die EFRE-Mittel sind jetzt aber weg, und die Kompetenzzentren liegen komplett auf dem Landeshaushalt. Ich denke, hier wurde eine Chance verpasst. Nichtsdestotrotz stehen wir als SPD-Fraktion hinter dem Modell der Kompetenzzentren und wünschen uns eine erfolgreiche Fortschreibung des Projekts. Aus den genannten Gründen werden wir uns bei diesem Antrag aber enthalten. – Herzlichen Dank. (Beifall von der SPD)
