Vanessa Odermatt
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wohnraum ist knapp, und die Mieten steigen, insbesondere in den Ballungsräumen. Wir müssen also mehr Wohnungen bauen. Gleichzeitig wollen wir den Bestand energetisch sanieren, um weniger Energie zu verbrauchen und damit Geld zu sparen und unsere Umwelt zu unterstützen. Kurz gesagt: In der Baubranche gibt es viel zu tun. Das serielle Bauen ist dabei ein Baustein, um schnell und effizient zu bauen. In vielen unserer Nachbarländer wird das serielle Bauen schon sehr erfolgreich eingesetzt. Auch bei uns werden immer mehr Neubauten und Sanierungen in modularer Weise durchgeführt. Serielles Bauen, ein Verfahren, bei dem beispielsweise vorgefertigte Bauteile vor Ort zusammengesetzt werden, bietet zudem insbesondere bei hohen Stückzahlen großes Potenzial, Baukosten zu senken, und kann so vor allem den geförderten Wohnungsbau unterstützen. Wie wichtig resiliente Bauprojekte sind, hat sich auch in der Pandemiezeit gezeigt. Viele Bauprojekte mussten stoppen. Ebenso erfahren wir aktuell jeden Tag den Fachkräftemangel. Auch hier kann das serielle Bauen entgegenwirken und bei gleichbleibender Qualität eine größere Resilienz der Bauwirtschaft schaffen. Aber der größte Vorteil liegt sicherlich in der schnellen Bauzeit. Das ist gerade in Ballungszentren, in denen der Wohnraum so dringend benötigt wird, sicherlich ein zentrales Kriterium und ein großer Vorteil. Auch für viele Mieter ist es eine enorme Entlastung, wenn sie nicht über Wochen oder Monate ein Baugerüst vor dem Fenster haben oder verschiedene Bereiche ihres Hauses nicht nutzen können. Wir sehen also: Das Bauen mit Bauteilen bietet eine große Chance. Deswegen haben wir in unserem Koalitionsvertrag auch festgehalten, das serielle und modulare Bauen und Sanieren in Nordrhein-Landtag Westfalen stärker etablieren zu wollen. Wir wollen Genehmigungsverfahren vereinfachen und innovative Projekte fördern. Auch die unteren Bauaufsichtsbehörden wollen wir weiter schulen, damit insbesondere landesgesetzliche Möglichkeiten des seriellen und modularen Bauens und energetischer Maßnahmen verstärkt vermittelt werden. Dabei bleibt es natürlich immer ein Ziel, die Attraktivität der Städte zu erhalten. Sicher ist aber, dass das serielle Bauen nicht dazu führen wird, dass künftig nur noch Plattenbauten entstehen werden, wie Sie behaupten. Modular errichtete Gebäude sind nicht von konventionellen Bauten zu unterscheiden, denn auch architektonisch anspruchsvolle Teile sind umsetzbar. Ein Beispiel dafür ist das Düsseldorfer Grafental. Dort wurden gemischte Bauformen verwendet. All das zeigt, wie gut sich serielles Bauen mit klassischen Bauformen kombinieren lässt und dass es sich dabei um einen Baustein handelt, der Wohnungsnot entgegenzutreten und den notwendigen energetischen Ausbau schnell voranzutreiben. Sie sehen die vielen Vorteile und dass die Landesregierung das Thema eng begleitet. Das gilt ebenso für die CDU-Fraktion, die im Austausch mit den Akteuren vor Ort steht und sich regelmäßig über neue Projekte informiert. Den von Ihnen geforderten Architektenpreis gab es bereits auf europäischer Ebene. Dabei zeigte sich aber, dass die Projekte nicht übertragbar waren. Daher ist fraglich, ob es sinnvoll ist, einen weiteren Preis einzurichten. Es zeigt sich also: Ihr heutiger Antrag ist überflüssig, denn es gibt keine neuen Ideen, keine neuen Impulse. Vielmehr will er einen Keil zwischen Handwerk und Bauindustrie treiben und Ängste schüren. In den Beratungen im Ausschuss wird das sicherlich nochmals deutlich werden. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
