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Prof. Dr. Daniel Zerbin

AfD 24.05.2023 Sitzungen 18/33

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! „Im Westen nichts Neues“ – das kann man nicht für das Jahr 2017 sagen. Da gab es die MeToo-Debatte im Zuge des Weinstein-Skandals. Es folgten jede Menge Aufmerksamkeit und ein sozialer Sturm, der auch richtig war. Was ist aber mit dem Schicksal der Frauen in islamischen Gesellschaften? Sie bekommen weitaus weniger Aufmerksamkeit. In Nordrhein-Westfalen gibt es wahrscheinlich Tausende Frauen, die nicht entscheiden können, welcher Arbeit sie nachgehen, welche Landtag Kleidung sie anziehen oder welchen Partner sie wählen. Was tut die rot-grüne Abteilung für diese Frauen? (Zuruf von Florian Braun [CDU]) Gar nichts – genau das. Das scheint für Sie eine Art Folklore zu sein. Es gibt diese Frauen. Aber es gibt auch die anderen Frauen, die dabei richtig mitmachen. Das sind Frauen aus der islamistischen Szene. Es sind – das haben wir gerade auch gehört – 630 Personen. Herr Minister, die ganze Sache wird wahrscheinlich noch ein großes Dunkelfeld haben: Schwesternetzwerke, islamistische Frauen, die sich gegenseitig unterstützen. Das kann man auch nicht mit dem Verfassungsschutz aufklären und so laissez faire an die Seite schieben. Das ist ein gesellschaftliches Problem, Herr Minister. Und das muss gelöst werden. (Beifall von der AfD) Was ist eigentlich Islamismus, Frau Deppermann? Die Taxonomie scheint unendlich zu sein: Islamismus, schiitischer Islamismus, sunnitischer Islamismus, Salafismus, Dschihadismus, dschihadistischer Salafismus, politischer Salafismus, politischer Islam und, und, und. Es fehlt nur noch die Judäische Volksfront oder die Volksfront von Judäa. Es ist eine tolle Sache, im Mainstream zu schwimmen und signifikante Problematiken dieses Landes als eine Art Bad Bank unter den Teppich zu kehren. Damit löst man das Problem aber nicht. Eine saubere chirurgische Trennung von Islam und Islamismus ist schwierig. In islamischen Ländern gibt es gar nicht die Einteilung in Islamisten. Das sind dort die, die es besonders ernst meinen. Es ist so ähnlich wie bei Alkohol und Alkoholismus. Das hat ja auch etwas miteinander zu tun, wenn man ehrlich ist. Zurück zu den Frauen: Frauen in islamistischen Milieus sind sicherlich unterschätzt worden. Sie sind aber der Kitt, der dieses Milieu zusammenhält. Sie prägen und erziehen die nächste Generation. Und die extremistische Prägung kann irreversibel sein. Necla Kelek hat in dem Buch „Himmelreise: Mein Streit mit den Wächtern des Islam“ geschrieben – ich zitiere, Herr Präsident –: Sie machen die Jungen zu Prinzen – die CDU könnte auch „kleine Paschas“ sagen –, verwöhnen sie und lassen sie nicht erwachsen werden. Sie weisen den Mädchen die Rolle als dienende Wesen zu. Und sie dienen weiter in diesem Netzwerk und meistens – Herr Minister – unter dem Radar. Sie verschenken damit ihre eigene Zukunft. Lassen Sie uns diesen Teufelskreis durchbrechen. Die Sonntagsreden, die Sie hier darüber halten, kann man sich sparen. Leisten wir einen Beitrag, dass Frauen hier ein selbstbestimmtes Leben führen und 24.05.2023 in Freiheit aufwachsen können, damit sie kein Sicherheitsrisiko für NRW und Deutschland werden! – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

Protokoll ↗