landtag.nrw.de ↗

Franziska Müller-Rech

FDP 05.05.2023 Sitzungen 18/32

Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Rede von Herrn Schalley hat uns allen gerade größte Bauchschmerzen bereitet. So eine Frauenfeindlichkeit im Jahr 2023 in einem deutschen Parlament ist das Letzte. (Beifall von der FDP, der CDU, der SPD und den GRÜNEN) Ihre Worte hörte man 1970 in der Bonner Republik. Da haben sich mutige Parlamentarierinnen entgegengestellt, und Sie können sich darauf verlassen, dass – egal, ob wir 1970 haben, 2023 oder 2043 – sich mutige Parlamentarierinnen immer wieder gegen solche Sprache und Diskriminierung wenden werden. (Lebhafter Beifall von den GRÜNEN – Beifall von der FDP, der CDU und der SPD) Schwangerschaftsabbrüche sind so ein wichtiges Thema für die Selbstbestimmung der Frauen. Deswegen dürfen wir es nicht gestatten, dass dieses Thema in den Dreck gezogen wird. Wir Freie Demokraten setzen uns dafür ein, dass jede Frau Zugang zu unabhängiger Beratung, zu gesundheitlicher Versorgung und Unterstützung hat, und zwar unabhängig von ihrer persönlichen Lebenssituation und unabhängig davon, ob sie sich in einer Notlage befindet oder nicht, aber gerade dann, wenn sie sich in so einer persönlichen Notlage befindet wie einer ungewollten Schwangerschaft. 05.05.2023 Die AfD möchte genau das einschränken. Sie möchte, dass wir zurückkehren zu einem völkischen und gestrigen Frauenbild. Das hat System: Schon in der letzten Legislaturperiode hat die AfD das mit einem unsäglichen Antrag zu finanziellen Auswirkungen von Schwangerschaftsabbrüchen gefordert. Wir lassen nicht zu, dass Frauen von Ihnen wieder zu Gebärmaschinen herabgesetzt und allein auf die Mutterrolle reduziert werden. Frauen sind gleichberechtigte Mitglieder dieser Gesellschaft, und das müssen Sie akzeptieren. (Beifall von der FDP, der CDU, der SPD und den GRÜNEN) Dieser völligen Ignoranz gegenüber der Selbstbestimmung der Frau über ihren eigenen Körper haben wir zum Glück ein Ende gesetzt. Wir Freie Demokraten kämpfen dafür, dass Frauen beraten werden können, ohne Druck in die eine oder in die andere Richtung, denn wenn man Schwangerschaftsabbrüche einschränkt, schränkt man legale und sichere Schwangerschaftsabbrüche ein. (Zustimmung von den GRÜNEN) Man schränkt aber nicht Schwangerschaftsabbrüche ein, denn dann kommen wir zurück in eine Zeit der Kleiderbügel und Stricknadeln. (Zustimmung von den GRÜNEN) Das lassen wir nicht zu. Wir lehnen ab. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP, der CDU, der SPD und den GRÜNEN)

Alle Reden von Franziska Müller-Rech Protokoll ↗