landtag.nrw.de ↗

Sven Werner Tritschler

AfD 04.05.2023 Sitzungen 18/31

Herr Witzel, da haben Sie es fast geschafft, dass Herr Mostofizadeh in Ohnmacht fällt. Ich hoffe, Sie dürfen nach der Rede weiterhin medienpolitischer Sprecher der FDP bleiben. Wie dem auch sei. Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist wie so oft: Würde man die Bürger im Land fragen, also die Menschen, für die Sie alle angeblich Politik machen, für die Ihr WDR in seiner Breite angeblich Programm macht, dann wäre die Entscheidung zur sogenannten gendergerechten Sprache mehr als eindeutig. Ich nehme mal eine aktuelle Umfrage von Infratest dimap. Eine Zweidrittelmehrheit der Bürger insgesamt lehnt die Verwendung der Gendersprache ab. Menschen bis 39 Jahre: 54 % dagegen, 38 % dafür; 40 bis 64 Jahre: 67 % dagegen, 25 % dafür; Senioren: rund drei Viertel dagegen; Männer: 21 % dafür, 71 % dagegen; – und jetzt wird’s interessant – die Frauen, für die dieser ganze Zirkus angeblich veranstaltet wird: 31 % dafür, 59 % dagegen. Herr Bialas, das war es, was Sie gerade veranstaltet haben: Ein alter weißer Mann erklärt den Frauen, was sie haben wollen – ein schwerer Fall von Mansplaining, würde ich sagen, meine Damen und Herren. (Beifall von der AfD) 04.05.2023 Weiter geht’s. Mittlerer und niedriger Bildungsabschluss: ein Viertel dafür, zwei Drittel dagegen; hoher Bildungsabschluss: ein Drittel dafür, zwei Drittel dagegen. Gerade geht die Nachricht über den Ticker: Die Volksinitiative in Hamburg gegen das Gendern hat in kürzester Zeit die erste Hürde genommen und 10.000 Unterschriften gesammelt. Auch hinsichtlich der Parteizugehörigkeit – übrigens auch bei Ihnen, Herr Bialas – ist quer durch die Bank allerhöchstens ein Drittel dafür und die ganz überwiegende Mehrheit dagegen, mit einer Ausnahme: Bei den Anhängern der Grünen halten sich Befürworter und Gegner etwa die Waage. Im Lichte der letzten Erkenntnisse überrascht es dann nicht mehr, warum öffentliche Institutionen, namentlich der öffentlich-rechtliche Rundfunk, die Menschen und ihren Sprachgebrauch in totalitärer Manier umzuerziehen versuchen. Noch mal: Es geht hier nicht um Frauen. Die lehnen das wie alle anderen Bevölkerungsteile ganz überwiegend ab. Wo sie nicht aus der lebensfremden Parallelwelt der sogenannten Genderwissenschaftler und Grün-Ideologen kommen, haben sie auch andere Sorgen: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Beispiel, Kindererziehung oder ganz schlicht, wie die Rechnungen bezahlt werden sollen. Aber Links-Grün ist für die Lösung dieser Probleme nicht besonders gut, sondern vermehrt sie auch noch beständig. Man beschäftigt sich lieber mit Phantomproblemen und schändet ein uraltes, gewachsenes Kulturgut wie unsere Sprache. Es ist eine eher kleine, radikale Minderheit – wir kennen sie hier aus dem Haus –, die sich dieser Clown*innen-Sprache bedient. Man könnte das mit einem Schmunzeln abtun und sich freuen, dass sich die geistig und anderweitig Beeinträchtigten auch noch selbst markieren. Viele haben das jahrzehntelang getan, die Ideologen haben Fakten geschaffen. An unseren Schulen und Universitäten ist in vielen Bereichen von Freiwilligkeit der Gendersprache längst keine Rede mehr. Schüler und Studenten, die nicht die Sprache ihrer genderbewegten Lehrer und Professoren sprechen, müssen handfeste Nachteile in Kauf nehmen. Und wo das Volk im links-grünen Sinne umerzogen werden soll, da darf natürlich auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht fehlen, also in diesem Falle der WDR. Er hält sich bei seinen älteren Zuschauern noch ein wenig zurück, aber wo für junge Leute gesendet wird, insbesondere in sozialen Medien, da wird gegendert, was das Zeug hält, auch wenn die Zielgruppe es ablehnt wie alle anderen auch. Unser Gesetzentwurf soll dem abhelfen. So traurig es sein mag: Der Gesetzgeber muss dem WDR, den er geschaffen und gestaltet hat und zu dessen Finanzierung er alle Bürger zwingt, eine Regel auferlegen, Landtag unsere deutsche Sprache zu sprechen. Er könne das nicht, war das Hauptargument der Gegner dieses Gesetzentwurfs, insbesondere auch in der heutigen Debatte. Ein Blick in das WDR-Gesetz, das dieser Landtag verabschiedet und regelmäßig geändert hat, verrät uns, wie abwegig dieses Argument ist. Da sind allerlei Dinge festgelegt. Da muss sich der WDR für den Weltfrieden einsetzen, für die Gleichstellung von Mann und Frau, für die europäische Integration, für das sittliche Empfinden, die Religion etc. pp. Nur eines geht angeblich nicht: Das ist der Einsatz für die deutsche Sprache. Meine Damen und Herren, nur noch einmal zur Erinnerung: Das „D“ im WDR steht für „deutsch“. Es ist abwegig, das als verfassungswidrig zu bezeichnen. Überzeugend ist es jedenfalls nicht. Deswegen werbe ich noch einmal für den Gesetzentwurf. – Vielen Dank.

Protokoll ↗