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Britta Oellers

CDU 04.05.2023 Sitzungen 18/31

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir sprechen heute über das wichtige Thema „Einsamkeit“ – ein Problem, das alle Generationen betrifft und das sich einige der Betroffenen oft nicht eingestehen. In einer Welt, die zunehmend digitaler und vernetzter wird, in der ein Gespräch oder ein Kontakt mit Mitmenschen immer nur ein Fingertippen entfernt ist, erscheint es auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar, dass sich Menschen einsam fühlen können. Gerade deswegen müssen wir diesem Thema mehr Aufmerksamkeit widmen; denn Einsamkeit macht unglücklich und kann krank machen. Einsame Menschen spüren nicht nur psychische Auswirkungen – beispielsweise in Gestalt von Depressionen –, sondern sie leiden auch körperlich. Rund 14 % der Menschen in Nordrhein-Westfalen fühlen sich einsam. Ihre Talente, Fähigkeiten und ihre Nähe fehlen in unserer Gesellschaft. Einsamkeit ist ein Querschnittsthema. Ihre Gründe sind vielfältig. Zu den betroffenen Gruppen gehören unter anderem Menschen mit Behinderung, pflegende Angehörige, Menschen in Pflegeeinrichtungen und mit psychischen Erkrankungen, Menschen mit internationaler Biografie, junge Menschen, Alleinerziehende, Personen mit niedrigem Einkommen oder Erwerbslose. Für uns als schwarz-grüne Zukunftskoalition ist klar: Wir wollen und wir werden Einsamkeit den Kampf ansagen! An dieser Stelle möchte ich daran erinnern, dass jeder von uns etwas dazu beitragen kann. Das beste Beispiel ist, einfach auf seine Nachbarn zu achten. Bereits heute können wir uns besonders gut auf das Ehrenamt verlassen. Eine große Zahl von Menschen sorgt mit ihrem ehrenamtlichen Engagement dafür, dass Personen, die von Einsamkeit bedroht sind, geholfen wird und eine erfüllende Aufgabe finden. Sie werden in feste Strukturen eingebunden und erfahren wieder das Miteinander. Die Wichtigkeit dieses Themas hat die Landesregierung schon früh erkannt. So wurde bereits letztes Jahr eine Stabsstelle in der Staatskanzlei geschaffen, die sich ausdrücklich der Bekämpfung von Einsamkeit widmet. Ich danke unserem Minister-Landtag präsidenten Hendrik Wüst dafür, dass er dieses Thema aus der Tabuzone geholt und in den Fokus der Öffentlichkeit gestellt hat. Wir brauchen starke Fürsprecher, die dieses Thema anpacken und voranbringen. Mit dem nun von uns eingebrachten Antrag werden wir das Ehrenamt als eine wichtige Säule stärken und auf kreative und interessante Ideen setzen. Wir werden im Jahr 2024 beim Förderprogramm „2.000 x 1.000 Euro für das Engagement“ einen Schwerpunkt der Engagementstrategie auf die Förderung von Projekten gegen Einsamkeit legen. Wir stellen so 2 Millionen Euro für die Bekämpfung von Einsamkeit bereit. Wir ermöglichen damit, dass rund 2.000 sehr unterschiedliche und kreative Projekte und Initiativen gefördert und auch Best-Practice-Beispiele aufgeführt werden können. Gleichzeitig können wir lernen, welche Angebote sich als effektiv erweisen. Diese Erkenntnisse werden bei der Evaluierung der weiteren Punkte unseres Antrags helfen. Wir beauftragen die Landesregierung, eine Strategie zur Einsamkeitsbekämpfung und -prävention zu erarbeiten. Damit verankern wir das Thema dauerhaft in der Landesverwaltung. Die Zukunftskoalition will das bestehende Wissen von Experten nutzen, Best-Practice-Beispiele sammeln und bündeln sowie einen engen Dialog mit dem Bund und den anderen Bundesländern führen. Zudem soll ein Aktionsplan gegen Einsamkeit erstellt werden. Außerdem werden wir nach dem Erfolg der Konferenz gegen Armut nun auch eine Konferenz gegen Einsamkeit einberufen. Dadurch sollen alle Akteure zusammengebracht und besser vernetzt werden. Denn klar ist: Der Kampf gegen Einsamkeit ist ein Marathon und kein Sprint. Wir sind bereit, diesen zu laufen. Ich bitte um Ihre Zustimmung. – Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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