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Dr. Jan Heinisch

CDU 04.05.2023 Sitzungen 18/31

Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Meine sehr geehrten Damen und Herren, dann versuchen wir es doch auch in der Bildungspolitik mit Ruhe und Gelassenheit, Fakten und auch dem Versuch, in der Sache etwas zu erreichen. (Jochen Ott [SPD]: Einmal Fakten, das wäre schön, Herr Heinisch!) Insofern bin ich unserer Ministerin für Schule und Bildung Dorothee Feller sehr dankbar für ihre Rede und ihre Ausführungen gerade, die noch einmal sehr deutlich gemacht haben, mit welchem umfassenden Paket, mit welchen Maßnahmen, mit welcher Genauigkeit und mit welchem Detailblick das Ministerium hier vorgeht. Denn jetzt muss ich noch einmal auf die Äußerungen der Kollegin Müller-Rech und diese Kleine Anfrage zurückkommen. Noch einmal zur Frage der Ehrlichkeit: Wenn man dann sagt, die Voraussetzungen für 04.05.2023 die Teilzeit würden nicht erhoben, ist die Frage, ob man diese statistischen Themen jetzt jemandem hier um die Ohren zu schleudern versucht, (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) der noch nicht einmal ein Jahr im Amt ist, oder ob man sich in den Fraktionsreihen nicht einfach einmal umdreht und fragt, warum niemand anders jemals begonnen hat, diese Dinge zu erheben. Das wäre in der fraktionsinternen Debatte sicherlich ein großer Gewinn. (Beifall von der CDU) Wenden wir uns jetzt aber wirklich einmal der Schule und den Lehrerinnen und Lehrern zu. Wir wissen doch, dass wir sehr viele motivierte Menschen an unseren Schulen haben, die mit einer großen Liebe und Freude erstens diesen Job gewählt haben und zweitens dieser Aufgabe auch mit großer Liebe und Freude nachgehen und nachgehen wollen. Denen schulden wir etwas, nämlich, dass wir an den Stellen, an denen in der Tat Probleme bestehen, an ihrer Seite sind und dazu beitragen, dass diese Probleme behoben werden. Was aber in der Sache nicht hilft, ist Eskalationsrhetorik, die pauschal davon spricht, dass es sich bei der Tätigkeit als Lehrerin oder Lehrer um einen Albtraumjob – so darf ich die Kollegin Müller-Rech zitieren – handeln würde bzw. dass wir es wieder zu einem Traumjob machen müssen und dass Menschen – so wurde hier am Rednerpult auch ausgeführt – bereuen, dass sie diesen Berufsweg eingeschlagen haben. Ich habe auch viele Gespräche mit Lehrerinnen und Lehrern geführt. Man unterhält sich. Dann sagen Ihnen die Lehrerinnen und Lehrer: Wissen Sie, ich stehe vor meiner Abschlussklasse und sehe, dass da und dort Schülerinnen und Schüler sitzen, die die optimalen Lehrerinnen und Lehrer der Zukunft sein würden, weil sie Freude daran und Talent dafür haben. Dann stelle ich frustriert fest, dass sie sich nicht dafür entscheiden, diesen Beruf zu ergreifen. Neben all dem, was wir an Maßnehmen schulden, um dazu etwas beizutragen, sollten wir uns aber hier und da auch einmal vorsichtig fragen, ob die öffentliche Debatte über den Lehrerberuf nicht auch maßgeblich dazu beiträgt, dass keiner mehr diesen Beruf ergreifen möchte. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Denn in dieser Debatte wird aus sehr vordergründigen politischen Motiven die Realität in ein totales Zerrbild getaucht. Insofern glaube ich, wie gesagt, dass wir allen, die im System Schule arbeiten, aber auch allen, die dort lernen, ein Stück weit Aufrichtigkeit und dann auch eine ordentliche Analyse und die richtigen sachlichen Maßnahmen schulden. Landtag Dazu gehören viele Fragen, unter anderem natürlich die Auseinandersetzung über das, was wir beim Thema „Teilzeit“ tun. Ich bin Ministerin Feller aber auch hier dankbar für die erhellenden Worte. Wir tun mit Maß und Mitte nur das, was ohnehin im Gesetz steht. „Voraussetzungslose Teilzeit“ ist natürlich ein etwas ältlicher Begriff. Ich bin aber lange genug Beamter gewesen. Dass man im öffentlichen Dienst eben gerade nicht begründen muss, warum man Teilzeit machen will, und die Teilzeit trotzdem in Anspruch nehmen kann, ist doch eine riesige Qualität. Und das nennt man dann „voraussetzungslose Teilzeit“. Dass das dann aber zumindest einmal in Bezug zur konkreten Arbeitsumgebung gesetzt wird, ist bei jedem Arbeitgeber so – sogar bei denen in der freien Wirtschaft, die von der FDP hier immer als leuchtendes Beispiel vorangetragen werden. – Danke schön. (Beifall von der CDU)

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