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Dietmar Brockes

FDP 03.05.2023 Sitzungen 18/30

Herzlichen Dank. – Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Im Untergrund von Nordrhein-Westfalen ruht ein geothermaler Schatz. Dieses wertvolle Potenzial für die klimafreundliche Energiewende wird bisher aber leider nur unzureichend geschöpft. Im Moment laufen vielerorts die Vermessungen und Kartierungen des Untergrunds. Das ist gut, aber reicht noch nicht aus. Wenn wir die Nutzung der Tiefengeothermie in der Breite ermöglichen wollen, müssen wir jetzt Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen und die Risiken von Probebohrungen abfedern. Wir Freien Demokraten wollen auch bei der Wärmeversorgung mehr Tempo zur Reduzierung der CO - Emissionen. Das Absenken des Wärmebedarfs durch energetische Sanierungen und Heizungsmodernisierungen alleine ist für uns nicht ausreichend, sondern wir müssen auch die Angebotsseite stärken und eine effektive, wirtschaftliche und klimafreundliche Bereitstellung von Wärme gewährleisten. In Nordrhein-Westfalen nutzen wir die oberflächennahe Geothermie bereits in der Breite. Damit heizen gerade im ländlichen Bereich sehr viele ihr Wohngebäude. Die Nutzung von Tiefengeothermie befindet sich hingegen noch am Anfang. Wir Freien Demokraten wollen das ändern. Die mittelständische Industrie und unsere Kommunen müssen die Chance der Tiefengeothermie nutzen können. Dafür machen wir uns stark. Meine Damen und Herren, die Chancen für den Mittelstand liegen auf der Hand. Nordrhein-Westfalen benötigt als industrielles Kernland auch erhebliche Mengen an Prozesswärme. Textil-, Zement-, Lebensmittel- und Papierindustrie, aber auch der Gartenbau haben Wärmebedarfe von bis zu 150 Grad. Sie können durch die Tiefengeothermie mit Bohrtiefen von bis zu 4.500 m mit ausreichend Wärme versorgt werden. Mit der Nutzung der Tiefengeothermie können in etwa bis zu 25 % des Wärmebedarfs der Industrie abgedeckt und ganze Quartiere mit Fernwärme versorgt werden. Die Kommunen und örtlichen Energieversorger spielen bei der Nutzung von Tiefengeothermie für die Wärmeversorgung eine wichtige Rolle. Wir müssen sie unterstützen und befähigen, Projekte im Bereich der Tiefengeothermie umzusetzen, damit sie im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung für Gebäude und Industrieprozesse Wärme bereitstellen können. Landtag Das Fündigkeitsrisiko bei Probebohrungen zur Nutzung der Tiefengeothermie stellt jedoch ein erhebliches Hemmnis für die Investitionen dar. Es ist das Risiko, ein geothermisches Reservoir mit Bohrungen in nicht ausreichender Quantität oder Qualität wirtschaftlich erschließen zu können. Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze, BEW, sieht mittlerweile im Bereich der Geothermie für geothermische Anlagen zur Wärmeerzeugung, die in Wärmenetze einspeisen, eine systemische Förderung in Höhe von 40 % der Investitionskosten vor. Allerdings reicht die Förderhöhe keineswegs, um Investitionen in die Tiefengeothermie ausreichend anzureizen und das hohe wirtschaftliche Risiko abzusichern. Insbesondere kleine und mittlere Bohrunternehmen können das Risiko von Fehlbohrungen bisher kaum tragen. Das Land Niedersachsen hat deshalb eine Bürgschaftsregelung eingeführt, um das Fündigkeitsrisiko für Tiefengeothermieprojekte zu reduzieren. Frau Ministerin Neubaur, auch wir dürfen hier im Land nicht länger zuschauen oder, wie Sie es sonst bei allen Problemen im Land machen, dies an den Bund delegieren, sondern Nordrhein-Westfalen muss selbst handeln. Ich freue mich auf die weitere Debatte im Ausschuss. Ich freue mich auch, dass sich die Koalitionsfraktionen mittlerweile geschlossen hinter die Geothermie stellen und mit einem Antrag in die Debatte einsteigen. Wir haben Ihnen unsere Drucksache schon frühzeitig zur Kenntnis gegeben, sodass Sie ausreichend Zeit hatten, viele Punkte zu übernehmen. Insofern hoffe ich, dass wir das Thema „Tiefengeothermie“ in Nordrhein-Westfalen gemeinsam voranbringen. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der FDP)

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