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Dietmar Brockes

FDP 30.03.2023 Sitzungen 18/28

Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wie schlecht sich die AfD informiert, ist durch die Aussagen der Kolleginnen und Kollegen vor mir schon deutlich geworden. Interessant ist aber, dass gestern beim Parlamentarischen Abend des VDI, des Vereins Deutscher Ingenieure, Ihr Fraktionsvorsitzender, Herr Dr. Vincentz, groß von Technologieoffenheit gesprochen hat und Sie keine 24 Stunden später mit Ihrem Antrag und der darin enthaltenen Forderung nach einem Verbot von Patenten auf natürliche Genvarianten ein Technologieverbot erreichen wollen. Meine Damen und Herren, daran sieht man, wie lange die Haltbarkeit von Positionen der AfD ist: keine 24 Stunden. (Beifall von der FDP) In dem Antrag schreibt die AfD auch, dass die deutsche Landwirtschaft über Jahrhunderte zur Landschafts- und Artenvielfalt beigetragen hat, und suggeriert, das sei jetzt nicht mehr der Fall. Genau das Gegenteil ist der Fall. Unsere Landwirtinnen und Landwirte praktizieren tagtäglich Landschafts- und 30.03.2023 Artenschutz. Darauf bin ich auch sehr stolz. Dafür achte ich auch gerade diesen Beruf. Ich glaube, wir sind uns hier alle einig und keiner bestreitet, dass alte Sorten schützenswert sind. Die Ausführungen von Herrn Hansen, aber auch von Frau Kahle-Hausmann und von Herrn Rüße haben deutlich gemacht, dass da schon recht lange, nämlich seit 23 Jahren, sehr viel geschieht. Auch eine Vielzahl von Landwirtinnen und Landwirten setzt sich für den Erhalt alter Rassen und alter Sorten ein. Sie verdienen damit auch gutes Geld in interessanten Nischen. Ich selbst nutze auch gerne diese Produkte. Darunter sind wirklich tolle Sachen. Meine Damen und Herren, das macht deutlich, dass es Ihres Antrages hier nicht bedurft hätte. Sie schreiben in Ihrem Antrag: „Dabei wurden Kulturpflanzen gezielt von Menschen gezüchtet und über viele Generationen weiterentwickelt.“ Genau das wollen Sie zukünftig nicht mehr. In Ihrem Antrag wird deutlich, dass Sie nicht wollen, dass sich das weiterentwickelt. In Bezug auf altes und neues Saatgut hat sich nämlich die Landwirtschaft weiterentwickelt. Und das ist gut so. Natürlich greifen wir heute auf Sorten zurück, die resistenter gegen Krankheiten und auch wirtschaftlicher und ertragreicher sind. Es war auch in der Vergangenheit so, dass man das Ganze immer weiterentwickelt hat. Das ist auch der Grund, warum sich manche Sorten gegenüber anderen Sorten durchgesetzt haben. Wir müssen insbesondere in neue Züchtungen investieren, um mit den zukünftigen Herausforderungen wie zum Beispiel der Zunahme der Bevölkerung fertigzuwerden, oder auch, um mit Dürren umzugehen. Neue Züchtungsmethoden werden einen wichtigen Beitrag in einer nachhaltigen Landwirtschaft leisten. In Zukunft brauchen wir Pflanzen, die mit einem sich verändernden Klima zurechtkommen und weniger Wasser und weniger Dünger benötigen. Wir werden in Zukunft eine wachsende Weltbevölkerung ernähren müssen. Dazu werden wir auf immer weniger Fläche mehr Ertrag generieren müssen. Das funktioniert mit den neuen Züchtungen. Deshalb ist es wichtig, dass das Alte gewahrt wird, aber dass wir uns auch immer weiterentwickeln. Insofern stimmen wir der Überweisung zu. Aber dem Antrag werden wir im Ausschuss mitnichten unsere Zustimmung geben. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der FDP) Landtag

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