Romina Plonsker
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute sprechen wir wieder über ein Thema, das uns alle betrifft, nämlich Europa, genauer gesagt, die Mobilität in Europa. Nach den pandemiebedingten Einschränkungen, die wir alle durchgemacht haben, ist es an der Zeit, wieder positiv in die Zukunft zu blicken und Pläne zu schmieden. Was gibt es Schöneres als eine Reise durch unser aller Heimat Europa, um gedanklich unsere Heimat physisch zu erfahren und zu erleben? Im Fokus des vorliegenden Antrages steht dabei Frankreich, mit dem wir dieses Jahr ein besonderes Jubiläum feiern: 60 Jahre Élysée-Vertrag, 60 Jahre deutsch-französische Freundschaft. (Beifall von der CDU und Stefan Engstfeld [GRÜNE]) Dieses deutsch-französische Band ist immer noch so stark wie eh und je. Deshalb haben wir diese Freundschaft bereits in einem tollen Festakt gemeinsam gefeiert und mit einem gemeinsamen Antrag im Januar dieses Jahres bekräftigt. Freundschaft kennt keine Grenzen. Sie kann auf Reisen besonders schnell entstehen. Bei einer Reise durch Europa stehen vor allem Kultur, Freundschaft und das Verständnis für die Geschichte des Landes, aber auch die gemeinsame Geschichte im Vordergrund. Wir sind der Überzeugung, dass eine Reise durch Europa nicht nur Spaß macht, sondern meist auch eine Bildungsreise ist. Wissenswerte Erkenntnisse über die Herausforderungen und ihre Lösungen konnte ich auch selbst bei meinen Grenzlandtouren gewinnen, die mich von der nordrhein-westfälischen Grenze bei Borken bis herunter zur rheinland-pfälzischen Grenze führten. Die Menschen in den Grenzregionen leisten tolle Arbeit, um vor Ort gemeinsam den Alltag zu verbessern. Egal, ob beim Thema „Wirtschaft“, „Handel“, „Mobilität“, „Kultur“ oder „Sicherheit“: Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniert wirklich vor-10.03.2023 bildlich. An alle Menschen in der Grenzregion appelliere ich: Bitte macht weiter so! (Beifall von der CDU und Stefan Engstfeld [GRÜNE]) Eine Möglichkeit, explizit Azubis für eine Reise durch Europa zu motivieren, sind die Interrail-Tickets über das Projekt „#AzubiGoEU“, das 2022 als Pilotprojekt gestartet wurde und dessen Weiterentwicklung einschließlich einer Erhöhung der Zahl der verlosten Tickets ohnehin vorgesehen ist. Die im Antrag genannten Punkte zeitgemäßer und zielgruppengenauer Werbung in entsprechend klarer Aussprache, Vernetzung der Reisenden sowie verschiedener Reisevarianten sind richtig und wichtig, werden aber im Rahmen der fachlichen Evaluation für die Umsetzung im Wettbewerb 2023 ohnehin geprüft. Ich glaube, Herr Dr. Pfeil, dass es dafür dieses Antrags nicht bedarf. Dann noch ein Wort zum KulturPass, der von der Bundesregierung richtigerweise angegangen wird: Man muss die Bundesregierung ja nicht immer nur kritisieren, man kann sie auch einmal für etwas loben. Das gilt auch für den KulturPass, mit dem 18- Jährige kostenlos oder vergünstigt – die Ausgestaltung ist noch nicht klar – Kultur erleben können. Ich glaube, dass es richtig wäre, wenn die regierungstragenden Fraktionen, aber auch wir im Land überlegen würden, wie so eine Ausgestaltung auf Bundesebene aussehen könnte. Ähnlich funktioniert es ja schon in Frankreich. Ich komme zu den Besuchern Nordrhein-Westfalens aus dem Ausland: Sie könnten, wenn das Deutschlandticket gilt, mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Finanzierung, vergünstigt den öffentlichen Personennahverkehr nutzen. Ich finde, das ist eine gute Sache, um Deutschland zu erleben. Doch warum ist es wichtig, dass Jugendliche mobil in Europa unterwegs sind? Das ist eine einfache Formel: Durch das Reisen lernt man neue Menschen kennen, entdeckt neue Kulturen und erweitert vor allem den eigenen Horizont. Das haben Sie auch in Ihrer Rede benannt. Nur durch Reisen lernt man die Welt in ihrer Vielfalt kennen und kann sich ein umfassenderes Bild von Europa machen. Gerade in Zeiten, in denen Menschen sich abschotten und nationalistischer werden, müssen wir darauf achten, dass wir uns weiter aufeinander zubewegen und kulturelle Unterschiede, aber vor allem auch kulturelle Gemeinsamkeiten kennen und schätzen lernen. Persönlich kann ich von den Schüleraustauschen, die ich in meiner Schulzeit in Polen und Dänemark erlebt habe, und von meiner Erasmus-Zeit in Spanien berichten. Für uns Jugendliche – wenn ich mich noch dazuzählen darf, gerade eben so – Landtag (Heiterkeit von Christina Schulze Föcking [CDU] und Heike Wermer [CDU]) ist das alltäglich, und wir kennen keine Grenzen mehr. Noch ein Wort zum Jugendwerk, dass Sie auch angesprochen haben: Das unterstützen wir wirklich sehr, es war ja auch ein großer Bestandteil des Élysée-Festakts. Soweit ich das im Kopf habe, fällt es aber vor allen Dingen in die Bundeszuständigkeit und unter entsprechende Förderschaft. Deshalb würde ich diesen Punkt gerne an Berlin adressieren. Abschließend freue ich mich auf den Austausch im Ausschuss. Es gibt in diesem Antrag gute Aspekte, es gibt aber auch Punkte, die wir diskutieren und kritisch hinterfragen müssen. Ich freue mich aber jedes Mal, wenn wir in diesem Hohen Haus über Europa sprechen. Natürlich stimmen wir der Überweisung in den Ausschuss zu. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU)
