Franziska Müller-Rech
Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die basalen Fähigkeiten Lesen, Schreiben, Rechnen entscheiden in erheblichem Maße über die weitere Bildungsbiografie unserer Kinder. Die Herausforderungen bei diesen Kernkompetenzen haben wir Freie Demokraten schon vor Jahren erkannt und in der vorangegangenen Legislaturperiode entsprechend entschlossen gehandelt. Das damals FDP-geführte Schulministerium hat den Masterplan Grundschule auf den Weg gebracht und sich da insbesondere mit der Förderung der Kernkompetenzen beschäftigt. Insbesondere in der Schuleingangsphase stehen das Lesen, Schreiben und Rechnen in den Grundschulen nun stärker im Fokus. Drei Highlights genau zu diesem Thema aus dem Masterplan: Erstens haben wir einen verbindlichen Grundwortschatz mit 533 Wörtern für einen systematischen Rechtschreibunterricht geschaffen, und das eben zugunsten der Sprachförderung. Landtag Zweitens haben wir den Start des Englischunterrichts vom zweiten Halbjahr der ersten Klasse in die dritte Klasse verlegt. Dabei ist mir besonders wichtig zu sagen, dass wir insgesamt an den Stunden des Englischunterrichts nicht gekürzt haben. Wir haben lediglich die Aufteilung verändert, damit in der Schuleingangsphase stärker auf Lesen, Schreiben und Rechnen, insbesondere auf Lesen und Schreiben der deutschen Sprache, konzentriert werden kann. Drittens haben wir der vielgehassten Methode „Lesen durch Schreiben“, auch bekannt als „Schreiben nach Gehör“, einen Riegel vorgeschoben. Diese Methode hat nämlich bei falscher Anwendung dazu geführt, dass sich Schülerinnen und Schüler an Grundschulen die falsche Rechtschreibung eingeprägt haben. Mit diesen Verbesserungen und mit weiteren Verbesserungen aus dem Masterplan Grundschule konnten wir die Situation an den Grundschulen schon maßgeblich verbessern. Doch natürlich ist uns allen im Hause klar, dass die Grundschulen weiter strukturell und personell gestärkt werden müssen, damit diese guten Ansätze und hoffentlich noch weitere Verbesserungen auch ihre Wirkung entfalten können. Daran werden wir hier zusammen arbeiten. Eines ist mir bei diesem AfD-Antrag besonders ins Auge gefallen. Das ist das offensichtliche Trauma, was die schulische Digitalisierung bei der AfD auslöst. Ich hatte eigentlich die Hoffnung, dass sich dieses Trauma des ehemaligen Kollegen Seifen aus der letzten Legislaturperiode nicht auf Sie, Herr Clemens, vererbt. Jetzt bin ich wirklich enttäuscht, dass Sie dieses Trauma mitgenommen haben. Ich weiß nicht, wann Sie das letzte Mal in einer Grundschule waren. Ich glaube, es ist schon länger her. Ich habe mir vor Ort ein Bild gemacht. Da ist es nicht so, dass die Schülerinnen und Schüler den ganzen Tag nur an den Tablets hängen. Das ist überhaupt nicht der Fall. Die Lehrkräfte setzen diese Tablets sehr gezielt ein. Es ist ein absolutes Märchen, was Sie hier leider in Tradition des Kollegen Seifen wieder aufführen, dass die Digitalisierung eine Gefährdung unserer Grundschülerinnen und Grundschüler wäre. (Zuruf von Carlo Clemens [AfD]) Das ist absoluter Quatsch. Auch Ihre geforderten Bücherschränke und Bibliotheken habe ich an jeder einzelnen Grundschule gesehen, bei der ich zu Besuch war. Das ist eine absolut obsolete Forderung, das ist ein obsoleter Antrag. Ich bin trotzdem auf die weitere Debatte im Schulausschuss gespannt. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP)
