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Florian Braun

CDU 09.03.2023 Sitzungen 18/25

Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! „Lesen ist ein grenzenloses Abenteuer der Kindheit.“ Dieser Satz stammt von Astrid Lindgren. Sie ist auch Schöpferin von „Michel aus Lönneberga“. Und von ihm stammt der Ausspruch: 09.03.2023 „Unfug denkt man sich nicht aus, Unfug wird’s von ganz allein. Aber dass es Unfug war, weiß man erst hinterher.“ Auf den vorliegenden Antrag der AfD kann das selbstverständlich nicht zutreffen, da dieser sicher nicht von allein so geworden ist, wie er ist. Das Wort „Unfug“ kam mir leider dennoch des Häufigeren bei der Lektüre in den Sinn. Sprache ist die Grundlage der Verständigung und Sprachförderung zentrales Thema dieser Koalition. Die Veröffentlichung des IQB-Bildungstrends hat allerdings eindrücklich deutlich gemacht, dass die Jüngsten unsere bestmögliche Unterstützung brauchen, um die vorhandenen Defizite aufzuarbeiten. Natürlich alarmiert es uns, wenn Bildungsexperten Schwächen bei der Lese- und Sprachkompetenz unserer Kinder feststellen. Die regierungstragenden Fraktionen haben die Problemstellung bereits vor Veröffentlichung dieses IQB-Bildungstrends im Koalitionsvertrag adressiert. Die Landesregierung hat sich dem angenommen, und die Debatte im Ausschuss wurde unlängst ebenfalls aufgenommen. Der vorliegende Antrag scheint mir keinen hilfreichen Beitrag zu leisten – im Gegenteil. Er enthält gefährliche Thesen, die ich, die wir als CDU-Fraktion keinesfalls teilen. Fangen wir mit dem Positiven an. Was passiert aktuell, um die Situation an den Grundschulen zu verbessern? Die schrittweise Anpassung der Lehrerbesoldung und die Anhebung auf A13 für alle Lehrkräfte waren wichtige Signale unmittelbar in den ersten 100 Tagen der Regierung und sind ein großer Kraftakt, der diesem Parlament 900 Millionen Euro für die Lehrerinnen und Lehrer wert ist. Eine gute und gerechte Bezahlung ist gut für motivierte Lehrkräfte. Mit dem Handlungskonzept „Unterrichtsversorgung“ hat Schulministerin Dorothee Feller zudem ein umfangreiches Maßnahmenpaket vorgelegt, um der Herausforderung des Fachkräftemangels mit weiteren Ideen zu begegnen. Selbstverständlich fängt Sprachbildung nicht erst in der Grundschule an, sondern schon bei den Kleinsten in der Kita. Es ist gut, dass wir in Nordrhein-Westfalen in die Finanzierungslücke für die Sprachkitas gesprungen sind, nachdem sich der Bund aus der Förderung zurückgezogen hatte. Diese Einrichtungen mit Erzieherinnen und Erziehern, die eine besondere Qualifikation erworben haben, sind ein wahrer Segen. Abenteuerlich wird es im Antrag an der Stelle, in der gefordert wird, die Nutzung von digitalen Elementen im Unterricht einzustellen, wie es auch soeben hier noch einmal vorgetragen wurde. Das ist – so deutlich muss ich das leider sagen – wirklich grober Unfug. Landtag Die Digitalisierung in unseren Schulen zurückzudrehen, das wird es mit uns nicht geben. Ich bin mir ganz sicher, dass Sie nirgends in diesem Parlament Unterstützung dafür finden werden. Denn anders herum wird ein Schuh draus: Die Möglichkeit durch Digitalisierung erleichtert zahlreichen Kindern den Zugang zum Lernen. Digitalisierung macht individuellere Lehre möglich. Sie macht Inklusive Lehre möglich. Digital und haptische Bücher sind kein Widerspruch. Unsere Schulkinder brauchen selbstverständlich Digital- und Medienkompetenzen. Von diesem Weg werden Sie uns ganz sicher nicht abbringen. Hören Sie damit auf, ins letzte Jahrhundert zurückkehren zu wollen! (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) In einem Punkt der Analyse steht dann sogar etwas Richtiges drin: Je mehr gelesen wird, desto besser ist das für die eigenen Lese- und Sprachkompetenzen. Das ist etwas, was neben Kita und Schule vor allem zu Hause stattfindet bzw. stattfinden sollte. Ich begrüße es sehr, dass Ministerin Feller regelmäßig öffentlich dafür wirbt, wieder mehr mit seinen Kindern zu Hause zu lesen. Das kann man gar nicht oft genug sagen. Deshalb trage ich es auch hier gerne vor. Als Eltern können wir einen einfachen und doch ganz wesentlichen Beitrag leisten. Ebenso leisten zahlreiche Kolleginnen und Kollegen regelmäßig einen Beitrag, zum Beispiel beim jährlichen Vorlesetag. Doch davon ist in diesem Antrag wiederum nichts zu finden. Mit einer weiteren Debatte des Antrags im Fachausschuss sind wir einverstanden. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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