André Kuper
Frau Ministerin. Josefine Paul*), Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration: Vielen Dank, Herr Kollege. – Sie haben konkret die PiA-Landtag Ausbildung angesprochen. Wir haben in den letzten Jahren gemeinsam immer wieder in den Bereichen PiA-K und PiA-E diesen Teil der Ausbildung ausgebaut. Das ist ein wichtiger und richtiger Weg, den wir konsequent weiter beschreiten müssen, weil wir anhand der Bewerbungszahlen sehen, dass es ein attraktiver Ausbildungsbereich ist. Das sage ich auch immer wieder, damit wir nicht immer nur in den schlechten Botschaften verharren. Nach wie vor können sich fast 25 % junger Menschen vorstellen, in diesem Berufsbereich zu arbeiten. Jetzt müssen wir viel dafür tun, dass sie auch dahin kommen. Dementsprechend weiten wir Stück für Stück die Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich der Praxisintegrierten Ausbildung aus. Im Rahmen der weiteren Fachkräfteoffensive werden wir über die unterschiedlichen Stellschrauben diskutieren müssen. Dazu gehört auch, über die finanziellen Möglichkeiten zu sprechen. Wir haben in unserem Sofortprogramm weitere Maßnahmen auf den Weg gebracht, von denen wir hoffen, dass sie schneller greifen als die Dinge, die wir in den weiteren Schrittigkeiten tun. Sie haben neben der Ausbildung auch Weiterbildung, Quereinstieg etc. angesprochen. Genau das sind die nächsten Schritte, die wir konsequent angehen müssen. Wir haben jetzt mit der Flexibilisierung des Einsatzes von Ergänzungskräften und der Zulassung weiterer Berufsgruppen für Fach- und Ergänzungskraftstunden einen ersten Aufschlag gemacht. Damit schaffen wir sofort mehr Spielräume für die Kitas. Begleitet wird das Ganze von Personalgewinnungsmaßnahmen, in denen wir gezielt Studierende ansprechen und Werbekampagnen fahren, um Menschen für dieses Feld zu gewinnen. In Verbindung damit müssen wir natürlich auch die Ausbildungskapazitäten erhöhen. Auch wir haben uns darauf verständigt, unsere Anstrengungen hinsichtlich der Beratung und der Information der Einrichtungen zu bündeln und darauf hinzuwirken, dass die bestehenden Möglichkeiten wirklich genutzt werden. Ich glaube, dass bei dem, was wir jetzt auch über die Flexibilisierung in der Personalverordnung ermöglicht haben, noch Potenziale liegen, wenn wir das noch besser an die Einrichtungen bringen und die Einrichtungen noch besser unterstützen, beispielsweise durch Positivlisten oder durch Musterausschreibungen, damit die Möglichkeiten zum Einsatz multiprofessioneller Teams von Kitas besser genutzt werden können. Dazu werden wir mit den Landesjugendämtern eine strukturierte Untersuchung initiieren, wie die rechtlichen Möglichkeiten der Personalverordnung bisher genutzt werden und wo und warum das an manchen Stellen vielleicht noch nicht so gut funktioniert, um zu sehen, wie wir da noch gezielter unterstützen können. 08.03.2023 Wir wollen natürlich auch die Landesförderung für die Praxisintegrierte Ausbildung Kindertagespflege fortsetzen und das Projekt der Integrationsbegleiter*innen in den Kitas ausweiten, weil ich darin große Chancen sehe, dass wir einerseits Brückenköpfe für Familien mit Einwanderungsgeschichte stärken und andererseits Menschen mit Migrationsgeschichte einen Weg in dieses Berufsfeld eröffnen können. Darüber hinaus wollen wir die Chancen des Freiwilligen Sozialen Jahres noch besser für die Personalgewinnung nutzen. Um das noch einmal zu betonen: Es ist nicht nur kein Sprint, über den wir reden. Es bleibt ein Marathon. Aber auch ein Marathon beginnt mit ersten Schritten. Diese gehen wir an. Parallel setzen wir unseren Kurs zu einer umfassenden Fachkräfteoffensive in den Sozial- und Erziehungsberufen fort. Im Februar dieses Jahres haben wir einen Fachkräftetag mit rund 500 Teilnehmenden veranstaltet. Ich hoffe, Herr Kollege, dass Sie das nicht auch als Diskussionsrunde mit wenig Ergebnisorientierung ansehen. Denn ich glaube, dass dort von den Praktikerinnen und Praktikern wichtige Impulse gesetzt worden sind, um entscheidende Dinge weiterentwickeln zu können – immer im engen Schulterschluss mit den anderen Ressorts: natürlich mit dem MSB in der zentralen Zuständigkeit für die Ausbildung, mit dem MKW als wichtigem Partner hinsichtlich der akademischen Ausbildung, aber auch mit dem MAGS, das nicht nur den Bereich „Arbeit“ verantwortet, sondern auch die Federführung bei der Fachkräfteoffensive des Landes insgesamt hat. Wir bewegen uns also – natürlich in Schritten – auf eine weitere Lösung dieser Problematik zu. Erste Schritte sind wir gegangen. Ich lade Sie weiterhin dazu ein, mit uns gemeinsam diesen Weg zu beschreiten. Ich glaube, dass das die richtigen Schritte sind. Es ist auch richtig, diese Schritte gemeinsam zu gehen – im Sinne der frühkindlichen Bildung und im Sinne der Familien, aber auch im Sinne der Beschäftigten im Bereich der frühkindlichen Bildung in Nordrhein-Westfalen. (Beifall von den GRÜNEN)
