Heike Troles
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Auch nach mehr als 100 Jahren hat der Weltfrauentag heute, am 8. März, seinen berechtigten Platz; denn auch heute gilt es, für die Gleichstellung der Geschlechter, gleichen Lohn für gleiche Arbeit und das Ende von geschlechtsbasierter Benachteiligung oder gar Unterdrückung zu kämpfen. Der Zukunftskoalition von CDU und Grünen ist es ein besonderes Anliegen, die Gleichberechtigung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen weiter voranzubringen. Dazu verwirklichen wir Rahmenbedingungen, die es den Menschen erlauben, zunehmend frei von Diskriminierung oder stereotypen Barrieren ihre Talente zur Entfaltung zu bringen. Wir fördern außerdem ein gesellschaftliches Klima, das junge Menschen dazu ermutigt, Fähigkeiten zu erkennen, aus Talenten selbstbewusst etwas zu machen und eigene Interessen in ein erfolgreiches Bildungs- und Berufsleben zu übersetzen. (Beifall von Christina Schulze Föcking [CDU]) So schaffen wir die Basis für eine Gesellschaft, die sich durch Respekt und Wertschätzung auszeichnet und jedem Menschen ein Leben in Selbstbestimmung ermöglicht. Denn um nicht weniger als das geht es. Meine lieben Kolleginnen und Kollegen, bis wir als Gesellschaft zu dieser Haltung gefunden hatten, war es ein langer und oft steiniger Weg. Bis wir ihr, der Haltung, in Gänze gerecht werden, ist es ebenfalls noch ein gutes Stück Weg, das wir zurücklegen müssen. 08.03.2023 Aber – das ist der entscheidende Punkt – heute geht es nicht mehr darum, in ein Schema zu passen und dessen Grenzen als gegeben und unveränderlich zu akzeptieren. Wir gedenken in diesen Tagen der internationalen Frauenbewegung, und mein Dank und Respekt gelten den Vorkämpferinnen sowohl im Großen als auch im Alltäglichen, die mit langem Atem den Weg dafür geebnet haben. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Damit erhält die nächste Generation junger Menschen die Gelegenheit, Strukturen zu verbessern, die das Leben im Kleinen wie im Großen prägen – Strukturen, die über Entfaltung und Erfolg oder Einschränkungen und das Zurückbleiben hinter eigenen Fähigkeiten entscheiden. Was abstrakt klingt, wird schnell lebensnah, wenn man an Berufsbilder denkt, die in der Vergangenheit fast ausschließlich von Männern oder Frauen ergriffen wurden, und zwar häufig, weil zum Beispiel technisches Verständnis Männern und Tätigkeiten mit sozialem Bezug Frauen zugeschrieben wurden. Es ist gut, wenn wir uns ehrlich machen: Die so entstandenen Undurchlässigkeiten haben im Ergebnis weder den Menschen noch den Professionen oder uns als Gesellschaft geholfen. Es ist gut, dass wir uns hier weiterentwickelt haben. Denn nur so kann es uns gelingen, grundständige Nachteile zu überwinden – grundständige Nachteile, die ihren Ursprung in der Zuschreibung von Persönlichkeitsmerkmalen oder Fähigkeiten zum jeweiligen Geschlecht haben. Als Stichwort sei hier zum Beispiel der Gender-Pay-Gap genannt. Das ist eine Ungerechtigkeit, die sich wie eine rote Linie durch unser Wirtschaftsleben zieht. Sie wirft einen Schatten, der bis zu den niedrigen Rentenbezügen von Millionen Frauen reicht. Zur Gleichberechtigung gehört der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“. Mit dem vorliegenden Antrag bekennt sich die NRW-Zukunftskoalition dazu und belässt es nicht bei einem weiteren der bereits vielfach erbrachten Appelle an die Gesellschaft, dies durch- und umzusetzen. Vielmehr stellen wir mit der Erarbeitung eines Lohnatlas für Nordrhein-Westfalen und der Weiterentwicklung des Landesgleichstellungsgesetzes hinsichtlich der paritätischen Besetzung von landeseigenen Vorständen und Gremien konkrete Maßnahmen zur Verbesserung und Vergleichbarkeit der Situation erwerbstätiger Frauen zur Abstimmung. Gleiche Chancen auch nach der Elternzeit, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, null Toleranz gegenüber Diskriminierung von Frauen in der Berufswelt: Dafür machen wir uns mit diesem Antrag stark. Der Weltfrauentag gibt uns Anlass zur Freude und Reflexion über bereits erreichte Meilensteine hin zu Landtag mehr Gleichberechtigung der Geschlechter und weniger Diskriminierung. (Beifall von der CDU – Vereinzelt Beifall von den GRÜNEN) Gleichzeitig gibt er Gelegenheit, auf die Herausforderungen zu schauen, die hier bei uns und andernorts darauf warten, beherzt in Angriff genommen zu werden. Die Zukunftskoalition von CDU und Grünen arbeitet deshalb auch in Zukunft mit aller Kraft dafür, ein Mehr an Gleichberechtigung und ein Weniger an Benachteiligung zu verwirklichen. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
