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Claudia Schlottmann

CDU 08.03.2023 Sitzungen 18/24

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In der heutigen Zeit kommt der Institution „Schule“ eine noch viel ausgeprägtere Rolle als in den vergangenen Jahrzehnten zu. Lehrkräfte sowie auch Eltern und Schülerinnen benötigen vermehrt Unterstützung. Gerade in Kommunen, die von besonderen sozioökonomischen Herausforderungen geprägt sind, müssen wir das Konzept „Schule“ weiterdenken. Hier ist es mit reinem Frontalunterricht nicht getan. Ein Modell, um diese notwendige Hilfe anzubieten, sind Familiengrundschulzentren. Hier werden an Grundschulen wichtige Knotenpunkte geschaffen, die Familien Anlaufstellen und ein Netzwerk für verschiedene Unterstützungsangebote bieten. Sie stellen Transparenz über bestehende Angebote und Strukturen her, bündeln vorhandene Ressourcen und entwickeln Angebote kooperativ und qualitativ weiter. Zu diesen Angeboten zählen etwa der direkte Zugang zur Sprachförderung, Beratung in Gesundheitsfragen sowie zu kulturellen Programmen. Ebenso schaffen wir mithilfe eines multiprofessionellen Netzwerks Rahmenbedingungen, damit Eltern in der Lage sind, ihre Kinder und deren Entwicklung besser begleiten zu können. Die Grundschule wird so zu einer Anlaufstelle für Familien und zu einem Ort der Unterstützung, Begegnung und Beratung. Gerade in den vergangenen Jahren hat sich deutlich gezeigt, wie Schülerinnen und Schüler von dem Angebot multiprofessioneller Teams profitieren. Hierbei wird ein ganzheitliches Programm geschaffen, welches die vielen unterschiedlichen und sehr häufig sehr individuellen Bedarfe von Kindern besser auffangen kann. Spätestens die Pandemie hat uns noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass Schule mehr als ein Ort der Lehre ist. Sie ist ein Ort der Begegnung und ein wichtiger Pfeiler im Sozialgefüge junger Menschen sowie ihrer Familien. Dementsprechend ist es nur konsequent, Schulen in dieser Richtung weiterzuentwickeln und diese Entwicklung mit entsprechenden Angeboten zu stützen und fortzuführen. Seit 2021 wird das Konzept kontinuierlich ausgebaut. Mittlerweile sind bereits 150 Grundschulen zu Familiengrundschulzentren geworden. Alleine im vergan-08.03.2023 genen Jahr stellte das Schulministerium 3 Millionen Euro zur Verfügung, um 40 Grundschulzentren in zwölf Kommunen, in Ruhrgebietsstädten, einzurichten. Dabei sorgen wir auch für die finanzielle Absicherung. Die Familiengrundschulzentren werden aus Landesmitteln des Ministeriums für Schule und Bildung sowie aus dem Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration finanziert. Auch im Haushalt 2023 sind für den Bereich „Familiengrundschulzentren“ wieder 2,8 Millionen Euro vorgesehen. Sehr wichtig ist uns dabei, dass wir uns die Schulen vor Ort sehr genau ansehen und genau überlegen: Ergibt es Sinn? Welche Förderung braucht die Schule? Was braucht die Schule, um ein Familiengrundschulzentrum zu werden? Wir halten überhaupt nichts davon, mit der Gießkanne übers Land zu gehen und zu sagen: „Wir machen jetzt mal Familiengrundschulzentren“, sondern wir müssen genau sehen, was wo notwendig ist. (Beifall von der CDU – Vereinzelt Beifall von den GRÜNEN) Ebenso ist die Thematik fest im Koalitionsvertrag verankert. Ich zitiere mit Erlaubnis der Landtagpräsidentin: „Wir wollen die Zahl der Familiengrundschulzentren deutlich erhöhen und diese in die Fläche bringen, angedockt an den schulscharfen Sozialindex. Als multiprofessionelle Netzwerke unterstützen sie Familien im Quartier.“ Sie sehen also, meine Damen und Herren der SPD, wir als schwarz-grüne Koalition haben uns schon längst darauf verständigt, die Familiengrundschulzentren zu stärken. (Sarah Philipp [SPD]: Wir haben das auch ge- lesen, Sie sollen das halt machen!) Daher geht die Forderung Ihres Antrags ins Leere. Wir sind schon dran. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass sich die schwarz-grüne Koalition darauf fokussiert, Hilfen und Angebote direkt an die Kommunen und damit an die Menschen vor Ort zu bringen, damit die Hilfe, die wir als Land leisten können und müssen, auch bei denjenigen ankommt, die sie am dringendsten benötigen. Mit Familiengrundschulzentren haben wir wichtige Knotenpunkte in sozial benachteiligten Stadtteilen geschaffen. Es geht darum, niederschwellige Zugangsangebote und damit ein breites kommunales Netzwerk aufzubauen. Denn die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen bereits klar: Die Bedarfe für eine weitere und stärkere Unterstützung sind weit verbreitet. Gerade nach der Coronapandemie sind sie sowohl im schulischen als auch im sozialen Bereich noch einmal stark angestiegen. Dieser Dynamik begegnen wir mit den Familiengrundschulzentren an genau der richtigen Stelle. Landtag Eines freut mich besonders: Das Erfolgsmodell der Familiengrundschulzentren ist mittlerweile auch über unsere Landesgrenzen hinweg bekannt. Im vergangenen Jahr eröffneten die ersten drei Familiengrundschulzentren außerhalb von Nordrhein-Westfalen, nämlich in Leipzig, Dresden und Chemnitz. Auch dies ist eine klare Botschaft. Die besonderen Bedarfe, die das Schulsystem mittlerweile fordert, sind kein Alleinstellungsmerkmal von Nordrhein-Westfalen, sondern eine bundesweite Entwicklung. Hier zeigen wir sehr deutlich: Auch Nordrhein-Westfalen kann mit guten Konzepten vorangehen und das Schulwesen nachhaltig verbessern. Ich freue mich darauf, das Modell der Familiengrundschulzentren weiter auszubauen, damit noch mehr Familien in Nordrhein-Westfalen davon profitieren und wir die nötige Unterstützung direkt vor Ort in den Kommunen bieten können. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU – Kirsten Stich [SPD]: Macht es doch endlich!)

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