Berivan Aymaz
Für die Landesregierung hat nun Ministerin Gorißen das Wort. Landtag Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Die Zielsetzung ist klar: Nachhaltige und klimafreundliche Ernährung zu etablieren bleibt eine der herausforderndsten Aufgaben, denen wir uns im Ernährungssektor auch zukünftig weiter mit viel Engagement stellen müssen. Hierzu wurde in den letzten Jahren bereits viel initiiert und auf den Weg gebracht. Eine Ernährungsstrategie für NRW soll hier den Rahmen für weitere Prozesse und Maßnahmen sowie die Weiterentwicklung erprobter Ansätze schaffen. Die Gemeinschaftsverpflegung bildet einen der zentralen Ansatzpunkte und hat großes Potenzial, wenn es um die Schaffung von nachhaltigen Ernährungsumgebungen geht. Aufgrund unseres heutigen Lebensstils verbringen wir nämlich einen Großteil des Tages außer Haus und verpflegen uns extern. Dadurch wächst auch der Markt für Lebensmittel in der Außer-Haus-Verpflegung weiter und bietet gute Chancen für eine Versorgung mit ökologischen und auch regionalen Lebensmitteln. Eine gesunde, nachhaltige, abfallarme Verpflegung mit regionalen und ökologischen Produkten ist unser Ziel. Dazu bilden die bei der Verbraucherzentrale NRW angesiedelten Vernetzungsstellen „Kita- und Schulverpflegung“ und „Seniorenernährung“ zentrale Instrumente der Landesregierung. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die zwingend notwendige Reduzierung von Lebensmittelverlusten auch in der Gemeinschaftsverpflegung. Dieser Aspekt sollte im Rahmen einer Ernährungsstrategie ebenfalls beraten werden. Lebensmittelabfälle sind für einen erheblichen Anteil der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Ziel der Landesregierung ist es, Lebensmittelverluste weiter zu reduzieren und die Wertschätzung für Lebensmittel zu erhöhen. Daran arbeitet das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit verschiedenen Projekten, die darüber hinaus das Verständnis für Zusammenhänge zwischen der Ernährungsweise und den Auswirkungen auf das Klima fördern. So hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen beispielsweise in den vergangenen Jahren mit dem Projekt „MehrWert21“ eine nachhaltige, klimafreundliche und abfallarme Gemeinschaftsverpflegung insbesondere in Kitas und Schulen umgesetzt. Mit diesem Projekt hat die Verbraucherzentrale auch einen guten Grundstein für die Unterstützung von Food-Sharing-Initiativen und anderem bürgerschaftlichen Engagement gelegt, beispielsweise mit Informationsund Vernetzungsveranstaltungen. Das Projekt „NEiS – Nachhaltige Ernährung im Studienalltag“ richtet sich an Studierende und vermittelt Kompetenzen für eine abfallarme und klimafreundliche Ernährung im Studienalltag. 26.01.2023 Darüber hinaus fördert das Landesverbraucherschutzministerium seit 2020 ein beim Landesverband der Tafeln angesiedeltes Projekt, das mit Hilfe von regionalen Verteilzentren Logistikstrukturen optimiert und somit Lebensmittelverluste weiter reduziert. Auch die bestehende Initiative „NRW kocht mit Bio“ adressiert den gesamten Bereich der Außer-Haus-Verpflegung. Ziel ist der Ausbau der Außer-Haus-Verpflegung als Absatzmarkt auch für ökologisch erzeugte Lebensmittel. Die Initiative trägt zu den Ausbauzielen des ökologischen Landbaus in Nordrhein-Westfalen bei und sollte daher vorangebracht werden. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Sie sehen, die Themen einer nachhaltigen Ernährung, der Wertschätzung von Lebensmitteln und der Reduzierung von Lebensmittelverlusten, aber auch der Förderung von ökologischen und regionalen Produkten fließen schon jetzt in viele unserer Aktivitäten ein. Diese Erfahrungen gilt es jetzt zu bündeln und zu einer breit getragenen, ambitionierten Idee einer zukunftsfähigen Ernährung in Nordrhein-Westfalen weiterzuentwickeln. Hierfür gilt es nun die Grundlagen zu schaffen. Ich persönlich freue mich auf die Beratungen im Ausschuss. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
