landtag.nrw.de ↗

Dietmar Brockes

FDP 26.01.2023 Sitzungen 18/22

Frau Präsidentin, ich grüße Sie ganz herzlich. – Meine Damen und Herren, was bedeutet eigentlich „gesunde und nachhaltige Verpflegung“? Um es klar zu sagen: Eine ausgewogene Ernährung hat erst mal nichts mit Tierwohl und Klimaschutz zu tun. Beste Beispiele dafür sind das Avocadobrot zum Frühstück oder die Billig-Hähnchenbrust zum Mittagessen. Diese Zutaten sind zwar gut für eine ausgewogene Ernährung, haben aber eine schlechte Klimabilanz und helfen nicht dem Tierwohl. Die Avocado kommt in der Regel aus Mexiko und wurde unter enormem Wasserverbrauch produziert. Das Hähnchen wurde wahrscheinlich im Rahmen der gesetzlichen Mindeststandards gehalten. Ich komme zu Ihrem Antrag, der leider sehr unkonkret ist. Das Thema „Lebensmittelverschwendung“ wird darin nur kurz angerissen. Eine konkrete Forderung dazu fehlt. Gleiches gilt für die Ernährungsbildung. Schwarz-Grün kommt über die bloße Feststellung nicht hinaus, Wissen über die Ernährung durch Kochen, Schulgärten und Exkursionen fördern zu wollen. Die Themen „Lebensmittelverschwendung“ 26.01.2023 und „Ernährungsbildung“ hätten unseres Erachtens eigentlich eigene Anträge verdient. Voraussetzung für eine gesunde Ernährung ist die Ernährungsbildung. Sie beugt Fehl- und Mangelernährung vor. Hier muss man bereits früh, im Kindergarten und in der Schule, ansetzen. Programme wie „Landwirtschaft macht Schule“ müssen weiter ausgebaut werden, damit Kinder endlich wieder gängige Gemüsesorten erkennen können. Was gut für unsere Kleinen ist, taugt aber auch für uns Erwachsene. Aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit greifen viele Erwachsene schnell zur Tiefkühlpizza, ohne zu wissen, dass eine gesunde Mahlzeit ebenfalls schnell zuzubereiten ist. Deshalb wollen wir die Erwachsenenbildung in diesem Gebiet weiter forcieren. Bei all den Bemühungen, das Essverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher zu verbessern, darf man eines aber nicht vergessen: Am Ende ist es eine individuelle Entscheidung, sich auch mal bewusst für den Burger oder den Döner zu entscheiden. Das sollte man als Politik immer respektieren. (Beifall von der FDP) Es bleibt immer die freie Entscheidung eines jeden Einzelnen, wie er sich ernähren möchte. Wir als Politik können hierbei beratend tätig sein und Hilfestellung leisten, aber niemals eine bestimmte Ernährungsweise aufzwingen. (Beifall von der FDP) Wo „Strategie“ draufsteht, sollte eigentlich auch Strategie drin sein. Das ist aber bei dem Antrag von CDU und Grünen leider nicht der Fall. Sie bleiben sehr vage und lassen viel Interpretationsspielraum. Ich bin daher auf Ihre Ausführungen im Ausschuss gespannt. Vielleicht bringen Sie da etwas Licht ins Dunkel in Bezug darauf, wie eine schwarz-grüne Ernährungsstrategie aussehen wird. Wir freuen uns auf die weiteren Beratungen im Ausschuss. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP)

Alle Reden von Dietmar Brockes Protokoll ↗