landtag.nrw.de ↗

Angela Erwin

CDU 26.01.2023 Sitzungen 18/22

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen Kollegen! Ich freue mich sehr, dass wir heute die Gelegenheit haben, über eine attraktivere, familienfreundlichere, flexiblere und modernere Justiz als Arbeitgeberin in Nordrhein-Westfalen zu sprechen. Um dies auch weiterhin zu gewährleisten, wollen wir mobiles Arbeiten weiter ausbauen und fördern, denn mobiles Arbeiten ist nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Justiz in Nordrhein-Westfalen von großer Bedeutung. Zum einen geht es darum, die Effizienz und Produktivität im Justizwesen zu verbessern und mit vergleichbaren Modellen der freien Wirtschaft mitzuhalten, und zum anderen auch darum, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu steigern. Gerade während der Pandemie hat sich gezeigt, dass Homeoffice und mobiles Arbeiten für viele Branchen eine wertvolle Option sein können. Das galt auch für die Justiz in Nordrhein-Westfalen. Es konnte so eine gute Möglichkeit geschaffen werden, die Arbeit fortzusetzen und gleichzeitig die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewährleisten. Dabei hat sich gezeigt, dass auch die Beschäftigten der Justiz viele berufliche Tätigkeiten mithilfe von mobilen Endgeräten ortsunabhängig erbringen konnten. Wir alle wissen: Die Personal- und Nachwuchsgewinnung gewinnt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung eine immer größere Bedeutung. Auch der deutsche Arbeitsmarkt ist heute mehr denn je ein Arbeitnehmermarkt. Mit einer Erweiterung des mobilen Arbeitens kann auch die Einstellungspraxis geändert und können Talente ortsunabhängiger rekrutiert werden. Laut einer Studie von Randstad aus dem Jahr 2021 ist Homeoffice für mehr als 43 % der Beschäftigten bei der Arbeitgeberwahl entscheidend. Von zu Hause aus zu arbeiten ist gerade den Frauen ein Anliegen. Viele Mitarbeiter, insbesondere solche mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen, wünschen sich mehr Flexibilität in Bezug auf ihren Einsatzort. Landtag Eine unabhängige, selbstbewusste und leistungsstarke Justiz gewährleistet Rechtsicherheit und Rechtsfrieden. Dafür muss unsere Justiz personell gut ausgestattet sein. Der Wettbewerb um die besten Köpfe verpflichtet daher unsere Justiz, den Anforderungen einer modernen, digitalen und flexiblen Arbeitswelt gerecht zu werden. Deshalb muss mobiles Arbeiten auch bei der Justiz eine feste Option des Arbeitsalltags sein. Allen Beschäftigen, bei denen es die Art der Tätigkeit zulässt, soll es möglich sein, unbürokratisch, unkompliziert von dem Angebot des mobilen Arbeitens Gebrauch zu machen. Sie sollen von den Mittelbehörden und Behördenleitungen aktiv bei der Umsetzung unterstützt werden. Um dies zu ermöglichen, bedarf es der entsprechenden technischen Ausstattung. Die Mitarbeiter müssen mit der notwendigen Hard- und Software ausgestattet werden. Die Förderung, der Ausbau und die damit einhergehende Verbesserung mobiler Arbeitsbedingungen in der Justiz in Nordrhein-Westfalen ist eine große Chance, denn sie erhöht die Attraktivität der Justiz als Arbeitgeberin, verbessert die Arbeitsbedingungen, steigert die Zufriedenheit der Mitarbeiter und leistet damit einen elementaren Baustein bei der notwendigen Stärkung unserer Justiz. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir wollen nicht nachlassen, uns dafür einzusetzen, die Arbeitsbedingungen in der Justiz stetig zu verbessern und zu modernisieren. Weitere Bausteine werden folgen. Lassen Sie uns heute gemeinsam den erfolgreichen Weg der Attraktivierung der Justiz in unserem Land weitergehen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür Sorge tragen, dass wir die Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten weiter fördern. Lassen Sie uns gemeinsam Herausforderungen begegnen und Chancen nutzen, indem wir die Flexibilität und Attraktivität der Justiz als Arbeitgeberin stärken. Lassen Sie uns heute gemeinsam diesen wichtigen Antrag auf den Weg bringen. – Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und der FDP)

Alle Reden von Angela Erwin Protokoll ↗