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Lisa-Kristin Kapteinat

SPD 26.01.2023 Sitzungen 18/22

Herzlichen Dank. – Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir bleiben auch nach der hitzigen AKS beim Thema „Gesundheit“. Ich würde jetzt sehr gerne gemeinsam mit Ihnen darüber sprechen und gemeinsam überlegen, was wir in diesem Bereich tun können, um die Situation zu verbessern. Wir sprechen jetzt nämlich über die Situation der Kindergesundheit, also über die Gesundheit derjenigen, für die wir hier wahrscheinlich alle Politik machen und arbeiten. Es geht schließlich um unsere Zukunft. Woran denken Sie, wenn ich Sie frage, ob Ihr Kind gesund ist oder ob ein Ihnen nahestehendes Kind gesund ist? Vielleicht denken Sie an die besonders anstrengende Erkältungszeit in der Kita, daran, ob das Kind von der Entwicklung her für die Grundschule bereit ist, daran, ob sich ein Kind in der eigenen Haut wohlfühlt, oder einfach an den nächsten Arzttermin. Bei „gesund“ denken die meisten wahrscheinlich erst mal an medizinische Grundbedürfnisse. Eine gute Konstitution, mental und physisch, ist die Voraussetzung dafür, dass sich Kinder und Jugendliche gut entwickeln können. Dazu zählen Körperfunktionen, ausreichende Bewegung, gute Ernährung usw. Aber je länger man darüber nachdenkt, umso mehr fällt einem dazu ein. Je nachdem, ob Sie Eltern sind oder nicht, ist diese Frage für Sie vielleicht auch mehr 26.01.2023 oder weniger emotional behaftet, denn für die allermeisten Eltern gilt wohl, dass sie das Beste für ihre Kinder wollen. Dafür sind sie beim Thema „Gesundheit“ zunächst auf eine qualitativ hochwertige medizinische Grundversorgung angewiesen. Das wollen wir alle. Wie intensiv kann mich eine Hebamme bei der Geburtsvorbereitung unterstützen? Bekomme ich in der Nähe einen Termin beim Kinderarzt für die Vorsorgeuntersuchung? Komme ich im Notfall schnell zu einer Kinderklinik in meiner Nähe, und kann mein Kind dort gut versorgt werden? Was ist mit Entwicklungsstörungen, körperlichen oder geistigen Einschränkungen, einer physischen Erkrankung? Natürlich – ich glaube, das ist Gott sei Dank unbestritten – befinden wir uns in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen im weltweiten Vergleich allgemein noch auf einem sehr guten Niveau. Aber nicht erst die großen Infektionswellen der vergangenen Wochen und Monate haben gezeigt, dass das System und vor allem die Menschen, die es zum Funktionieren bringen, an der Belastungsgrenze sind und weiterarbeiten – dafür vielen Dank. Der Personalmangel ist ein ernsthaftes Problem. Er führt dazu, dass es zu wenig Kinderkrankenschwestern auf den Stationen, zu wenig betreuende Ärztinnen und Ärzte in den Notaufnahmen und lange Wartezeiten bei Terminen bei Kinderärzten gibt. Vor allem im Winter kommt es dann geballt. Die Situation im Sommer ist eine andere. Deswegen ist es im Übrigen richtig, dass Karl Lauterbach die Kinder- und Jugendmedizin bei der Reform der Krankenhausfinanzierung gesondert betrachtet und auch diesen Sonderstatus erkennt. (Beifall von der SPD) Für uns ist wichtig, dass wir auf eine akut angespannte Versorgungslage schnell reagieren können, damit in den nächsten Wintern Eltern mit ihrem kranken Kind im Notfall nicht wieder sechs Stunden vor Kliniken warten müssen. Wir müssen aber auch mittel- und langfristig – deshalb sind wir hier – die richtigen Weichen stellen. Deswegen fordern wir die Landesregierung auf, dass sie jetzt beginnt, einen Masterplan für die Kindergesundheit zu entwickeln. Dazu haben wir bereits umfassende Vorschläge gemacht – aber ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Kindergesundheit bedeutet für uns nämlich mehr als nur medizinische Grundversorgung. Uns geht es darum, die besten Voraussetzungen für ein gesundes Aufwachsen und für eine gesunde Entwicklung zu schaffen. Leider wissen wir, dass diese nicht für alle Kinder und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen gleich sind, wie uns heute noch die Bertelsmann-Studie gezeigt hat. Armut spielt hierbei eine zentrale Rolle. Politik muss für die gleichen Chancen für alle Landtag Kinder sorgen. Die Lebensbedingungen sind unterschiedlich, aber sie dürfen nicht länger die Möglichkeiten auf ein gesundes Aufwachsen beeinflussen. (Beifall von der SPD) Dazu müssen wir den Blick auch auf die Einrichtungen und Organisationen richten, die unsere Kinder und Jugendlichen hier in Nordrhein-Westfalen auf ihrem Lebensweg begleiten, die ihre Entwicklung begleiten, die unterschiedlichen Facetten ihrer Gesundheit beobachten und für Kinder, Jugendliche und ihre Familien in den unterschiedlichen Lebensphasen prägend sind. Meine Kollegin Silvia Gosewinkel und mein Kollege Jochen Ott werden dazu später noch mehr sagen. Mit diesem Antrag für einen „Masterplan Kindergesundheit“ möchten wir Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, vor allem einladen, sich umfassend mit dem Thema „Kindergesundheit“ zu befassen und gemeinsam Möglichkeiten zu finden, deutlich weiterzukommen – auch in Nordrhein-Westfalen, für unsere Zukunft. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der SPD)

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