Dr. Martin Vincentz
Vielen Dank. – Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Blutspenden retten Leben. So einfach ist das. Das ist ausnahmsweise auch mal keine leere Hülse, sondern tatsächlich der Fall, und zwar nicht nur, wie man vielleicht denken mag, nach Unfällen. Vielmehr bringen es auch einige Krebs- oder andere Erkrankungen mit sich, dass man dringend Bluttransfusionen geben muss. Ein Beispiel dafür ist ein rupturiertes Bauchaortenaneurysma. Das ist eine nicht ganz unseltene Erkrankung, bei der die Hauptschlagader im Bauchraum reißt. Das bringt zwei Spezifitäten mit sich: Der Chirurg hat sehr wenig Zeit, und man braucht sehr viel Blut; das kann man sich vorstellen. Da ist es ein sehr gutes Gefühl, wenn eine gute gefüllte Blutbank im Hintergrund ist, bei der man problemlos anrufen kann, um schnell mal ein paar Konserven zu kreuzen. Aber im Zuge von Corona ist ein deutlicher Einbruch der Spendebereitschaft zu verzeichnen. Viel zu viele 25.01.2023 Menschen hatten Angst – auch durch Angstmache durch die Politik –, sich zu melden und dort vielleicht etwas einzufangen. Viele Menschen haben sich schlichtweg nicht mehr ins Krankenhaus und eben auch nicht mehr zur Blutspende getraut. Das ist schlecht. Es wird also äußerste Zeit, an dieser Stelle mal wieder zur Blut- und Plasmaspende aufzurufen und über die Möglichkeiten zu informieren. Dabei kann fast jeder Blut spenden. Das Untermaß an Körpergewicht beträgt 50 kg, und wenn ich mich mal umschaue, dann dürften dieses nur die wenigsten hier reißen. Auch wenn die eine oder andere Rede vielleicht ein wenig blutleer ist, würde ich eine echte Anämie, eine Blutarmut, nur bei den wenigsten hier diagnostizieren. Auch wenn auf Sie gegebenenfalls einer der Risikofaktoren zutrifft, falls Sie eine Erkrankung haben, die es Ihnen nicht ermöglicht, Blut zu spenden, aber dennoch an einer Gruppenspende teilnehmen wollen, dann ist selbst das möglich. Wenn Ihr Betrieb, wenn Ihre Fraktion, wenn wer auch immer Sie dazu aufruft, doch mit Blut spenden zu gehen, und Sie nicht als möglicher Erkrankter dastehen wollen, dann können Sie das machen. Sie können nämlich auf dem Bogen ankreuzen, dass man Ihr Blut nicht verwendet. Das ist kein Problem. Dann fallen Sie nicht unangenehm auf. All das ist möglich. Es ist selten so einfach, etwas Gutes zu tun. Sie können tatsächlich ein richtiger Alltagsheld werden. Wenn Sie also etwas Gutes tun möchten, gehen Sie Blut spenden. Wenn die Politik etwas Gutes tun möchte, dann stimmt sie an dieser Stelle unserem Antrag zu. Denn es wurde viel zu lange nicht öffentlich dazu aufgerufen. Viel zu wenig hat die Politik in den letzten Monaten dafür getan, dass die Menschen wieder Blut spenden und Ärzte im Bereitschaftsdienst bzw. im Notfalldienst das sichere Gefühl haben, auf eine gut gefüllte Blutbank zurückgreifen zu können, in der vielleicht auch die seltenen Blutgruppen noch zu finden sind. Wenn Sie also etwas Gutes tun möchten, dann stimmen Sie unserem Antrag zu. Denn damit bringen Sie auf den Weg, dass endlich wieder groß in der Öffentlichkeit diskutiert wird, wie man auch langfristig die Spendebereitschaft wieder erhöhen kann. Denn das war in der Vergangenheit immer ein Problem. Es gab auch vor Corona schon zu wenige Spender. Corona hat es noch einmal verschärft. Wir müssen uns dringend Gedanken darüber machen, wie wir das langfristig ändern können. Ich kann Sie an dieser Stelle nur höflich darum bitten, nicht nur zu spenden, sondern uns auch zuzustimmen. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)
