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Prof. Dr. Andreas Pinkwart

FDP 09.12.2022 Sitzungen 18/18

Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich denke, es ist sehr wichtig, uns vor Augen zu führen, warum wir diese Herausforderungen haben und warum wir uns, Frau Zingsheim-Zobel, auch auf noch größere Anstrengungen einstellen müssen. Natürlich sind Prognosen immer mit Unsicherheit behaftet. Aber die Prognose, die jetzt von der Landesregierung als gültig benannt wird, bezieht bereits das ein, was wir in den Jahren 2015 und 2016 an Zuwanderung erlebt haben. Ich habe es schon einmal gesagt: Diese Kinder, die da zu uns gekommen sind, sind für uns ein Gewinn. Es ist eine Bereicherung, dass sie hier sind. Aber sie bringen andere Voraussetzungen mit, als unsere Kinder sie normalerweise haben. Deswegen müssen wir uns mehr um sie kümmern. Wir müssen hier mehr investieren, um beste Möglichkeiten zu schaffen und dafür zu sorgen, dass alle Kinder eine gute Ausbildung oder ein Studium aufnehmen können. (Beifall von der FDP) Wir wissen jetzt schon aufgrund dieser Prognose, dass wir nicht 10.000 Lehrer mehr benötigen, sondern wir brauchen aufgrund der Prognose 2019, die 09.12.2022 die Jahre der Zuwanderung, 2015 und 2016, mitbetrachtet, 16.674 Lehrerinnen und Lehrer in den nächsten fünf Jahren. Die ukrainischen Kinder kommen noch dazu. Sie werden in den nächsten Jahren unsere Grundschulen und weiterführenden Schulen in Anspruch nehmen. Auch für diese Kinder brauchen wir mehr Lehrerinnen und Lehrer. Da wir dies jetzt schon wissen, ist es wichtig, dass wir auch dafür weiter Vorsorge treffen. Deswegen unterstützen wir die Schul- und Bildungsministerin darin, dass sie die Möglichkeiten erhält, das in den Blick nehmen zu können, damit wir nicht erneut überrascht werden. Wir wissen, dass insbesondere die Grundschulen, aber auch die weiterführenden Schulen darüber hinausgehendes Personal brauchen, damit die Lehrerinnen und Lehrer möglichst wirksam sein und den Kindern beste Möglichkeiten bieten können. Ich will einen Vorschlag einbringen, den die Landesregierung vielleicht aufgreifen kann. Eventuell gewinnen wir mehr Bürgerinnen und Bürger – das haben wir 2015, 2016 schon gemacht –, die bereit sind, in ihrer Freizeit den Kindern die deutsche Sprache näherzubringen, sie zu unterstützen, um die Schulen stärker zu machen, damit die Defizite schneller behoben werden können. So könnte uns ehrenamtliches Mittun schneller weiterhelfen. (Beifall von Angela Freimuth [FDP]) Ich möchte einen weiteren sehr pragmatischen Punkt aufgreifen. Frau Zingsheim-Zobel, Sie haben gesagt, es sei schwierig für die Lehramtsstudierenden, die Praxissemester ohne Aufwandsentschädigung bestreiten zu müssen. Ja, dann geben wir ihnen doch eine. Genau das haben wir in der Lehreroffensive gefordert. Geben wir doch den Studierenden in den Praxisphasen eine Aufwandsentschädigung mindestens in der Höhe des BAföG-Höchstsatzes. Damit sagen wir: Wir brauchen euch, wir wollen euch, und wir wollen euch auch ordentlich unterstützen. – Das könnte ein Beitrag sein, vielleicht auch für die nächste Woche. Wir haben Vorschläge dazu gemacht – ich will das hier noch einmal für meine Fraktion zum Ausdruck bringen –, wie wir Grundschullehrerinnen und -lehrer schneller in die unterversorgten Regionen bekommen. Wir haben Schwerpunkthochschulen, die mit anderen Hochschulen, die keine Grundschullehrerausbildung machen, sehr gut kooperieren könnten. Das haben wir insbesondere für die StädteRegion Aachen in den Blick genommen, (Beifall von Dr. Werner Pfeil [FDP]) die einen echten Mangel an Grundschullehrerinnen und -lehrern hat. Das gilt aber auch für andere Regionen. (Beifall von der FDP) Landtag Auch hier wünschen wir uns Fortschritte und sind sehr gespannt auf die nächste Woche. Wir jedenfalls werden das sehr konstruktiv begleiten. Wir müssen alles tun, um die Schulen für unsere Kinder so gut wie möglich zu machen. – Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der FDP)

Protokoll ↗