Bianca Winkelmann
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben uns nun lange zum Wald ausgetauscht; das ist richtig und wichtig. Ich möchte genau wie die Ministerin den Blick in die Zukunft werfen; auf das, was wichtig ist und was wir schon auf den Weg gebracht haben. Landtag Es ist keine vier Jahre her, dass ich bei einem lieben Kollegen in einem waldreichen Wahlkreis zu Besuch war. Es gab eine Diskussionsveranstaltung zu Artenvielfalt und Biodiversität. Unter den Gästen waren viele Naturnutzer und Naturschützer. Bereits damals habe ich von den vielen Überlegungen unserer Landesregierung und den geplanten Förderprogrammen für unseren Wald berichtet. Ein Imker hat mich dann gefragt, warum wir eigentlich so viel Geld in den Wald stecken, auch in die Planung und die Forschung. Meine Antwort lautete: weil Sie den Wald vor Ihrer Haustür in den nächsten Jahren nicht wiedererkennen werden und weil der Wald unsere Hilfe braucht. Bereits damals war nämlich abzusehen, was Stürme, Dürre, die Folgen des Borkenkäferbefalls und auch Waldbrände in unseren Wäldern anrichten können. Der diesjährige Waldzustandsbericht bestätigt, dass nur knapp ein Drittel aller untersuchten Bäume in Nordrhein-Westfalen gesund ist. Bei allen negativen Nachrichten gibt es aber auch einen kleinen Silberstreif der Hoffnung über den Baumwipfeln, denn das Ausmaß der Schäden an Bäumen durch den Borkenkäfer, durch Dürre und Sturm verringert sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich. Neben den vielen finanziellen Mitteln, von denen auch mein Kollege Jochen Ritter bereits berichtet hat, gibt es weitere Instrumente, um unserem Wald zu helfen. Darauf hat auch Ministerin Brandes hingewiesen. Vom Wiederbewaldungskonzept über das Waldbaukonzept bis hin zur Klimaanpassungsstrategie Wald sind viele verschiedene Bausteine auf den Weg gebracht worden. Im Rahmen der Schmallenberger Erklärung hat sich das Land Nordrhein-Westfalen verpflichtet, über einen Zeitraum von zehn Jahren jeweils 10 Millionen Euro für den Wald zur Verfügung zu stellen. Warum dieser lange Zeitraum? Weil Waldbau immer auch eine Generationenaufgabe ist. Da mittlerweile – auch das zeigt der aktuelle Waldzustandsbericht – nicht nur Nadelhölzer, sondern auch Eichen und Buchen mit den trockenen Sommern der letzten Jahre zu kämpfen haben, ist das genau der richtige Weg. Es braucht langfristige Hilfen für unsere Wälder, die für uns als Christdemokraten Klimaschützer Nummer eins sind. Ich erinnere auch hier noch einmal an die Speicherung von 8 t CO pro Hektar Wald. Die Unterstützung der Waldbauern durch verstärkte Verbissgutachten – Kollege Kaiser hat schon darauf hingewiesen –, damit man erkennen kann, wo neue Schonungen eingezäunt werden müssen, oder auch die Unterstützung der Forstbetriebsgemeinschaften und Waldwirtschaftsgenossenschaften bei der Umstellung der Förderung sind erste richtige Schritte, die die Zukunftskoalition auf den Weg gebracht hat und noch auf den Weg bringen wird. 08.12.2022 Ebenfalls positiv hervorheben möchte ich die Information von Ministerin Gorißen im Waldzustandsbericht, dass ein Wiederbewaldungsmonitoring eingerichtet wurde. Am Standort Arnsberg stärkt das Land Nordrhein-Westfalen das 2020 gegründete neue Zentrum für Wald und Holzwirtschaft, um ein weiteres Beispiel zu nennen. Beim Lehr- und Versuchswesen rund um Wald, Holz und Holzwirtschaft geht es beispielsweise darum, praxisrelevante angewandte Forschung und Wissenstransfer in der Praxis zu vereinen. Liebe Kollegin Frau Kahle-Hausmann: Ja, unser Ziel ist die Einrichtung eines waldökologischen Hochschulinstituts, das diese wertvolle Arbeit in Arnsberg unterstützen und ergänzen soll. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Zum Antrag zur Bodenschutzkalkung für gesunde Waldböden der FDP möchte ich Ihnen noch sagen: Die Schaffung einer Waldkulisse für NRW ist sicherlich eine Diskussion wert. Wir freuen uns auf den Austausch im Ausschuss dazu. Für uns ist der Wald in Nordrhein-Westfalen Klimaschützer, Naherholungsgebiet, Rohstofflieferant, Wasserspeicher und vor allem Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Unser Ansporn war und wird es bleiben, diesen wertvollen Lebensraum wieder zu stärken und langfristig klimastabil weiterzuentwickeln. Das wird weiterhin Fördermittel erfordern – auch für die Forschung und zur Unterstützung derer, die den Wald hegen und pflegen –, aber um es noch einmal deutlich zu betonen: Diese Mittel sind aus unserer Sicht gut investiertes Geld. Denn für uns ist die Stärkung unserer Wälder eine wichtige Aufgabe, die weit über eine Legislaturperiode hinausgeht. Wir wollen gesunde Wälder und dem Morgen starke Wurzeln geben. Packen wir es weiter gemeinsam an. – Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
