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Zacharias Schalley

AfD 07.12.2022 Sitzungen 18/16

Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Vor knapp drei Wochen bin ich zum ersten Mal Vater geworden. Unmittelbar nach der Geburt meines Sohnes liefen mir gleich zwei Schauer über den Rücken, einer natürlich aus Freude und Ehrfurcht über das neugeborene Leben, und der andere, als mir klar wurde, dass hier in NRW die Grünen an den Hebeln für die staatliche Familienpolitik sitzen. (Zuruf von den GRÜNEN: Oh!) Ja, Ministerin Paul wird gezwungenermaßen für die ersten Lebensjahre meines Kindes mitverantwortlich sein, und was das bedeutet, hält mich nachts länger wach als der schreiende Säugling in der Wiege. (Beifall von der AfD) Die grüne Familienpolitik stammt aus einer Geisteswelt, in der für immer skurrilere Minderheiten Politik gemacht werden soll. Da stellt sich mir genauso wie vielen Eltern in unserem Land die Frage, was mich, meine Familie und vor allen Dingen meinen Sohn erwartet, wenn er in die Fänge der staatlichen Familienpolitik gerät. 07.12.2022 Es fängt ja schon in der Schwangerschaft an. Meine Frau und ich sind nicht länger Mama und Papa, sondern jetzt Eltern eins und Eltern zwei. (Jule Wenzel [GRÜNE]: Was?) Ist das Kind dann geboren, geht es direkt weiter mit der genderneutralen Erziehung. Ich soll meinem Sohn keine blauen Babyklamotten mehr anziehen dürfen und die Verwandten dazu anhalten, keine Autos zu schenken. Schließlich könnte ihn das in seiner Entwicklung hin zu einem binären Geschlechtsverständnis beeinflussen. Für alle Verwirrten eine kleine Filmempfehlung: Schauen Sie „Der Kindergarten Cop“ mit Arnold Schwarzenegger. Vorsicht, Triggerwarnung! Dort heißt es so banal wie richtig: Jungen haben einen Penis und Mädchen eine Vagina. Im Kindergarten wird es für meinen Sohn weitergehen. Entschuldigen Sie, es hat sich ja mittlerweile der sozialistisch anmutende Begriff der „Kindertagesstätte“ etabliert. In der Kita geht es dann munter weiter mit der Frühsexualisierung, möglicherweise in einer der so laut bejubelten Einrichtungen, in deren Trägerverein Aktivisten im Vorstand sitzen, die sich in der Vergangenheit für die Entkriminalisierung von Pädophilie starkgemacht haben wie in Berlin. Warum sollte man sein Kind dieser Politik aussetzen? Sie wollen traditionelle Strukturen, wie sie sich über Jahrhunderte bewährt haben, zerstören und fangen dabei schon bei den Kleinsten in unserer Gesellschaft an, im kommenden Haushalt mit mehr als 1 Million Euro durch Projekte wie „Geschlechterreflektierende Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit“. Ja, herzlichen Glückwunsch! Diese gefährliche Melange aus Genderideologen und ehrgeizigen Sozialingenieuren malt das Bild des neuen Menschen, bei dem alles möglich ist. Auf der Strecke bleiben dabei das Seelenheil unserer Kinder und Grundtatsachen der Biologie. Sie wollen Kinder von ihren Familien und ihrer Identität entwurzeln, um sie wie Sand in den Händen nach Belieben zu formen. Das soll Ihnen die Lufthoheit über den Kinderbetten sichern und eine Generation von genderneutralen Personen heranzüchten, die diese Ideologie dann in jede Familie tragen. Es ist wie im bolschewistischen Russland, wo Kinder ihre eigenen Eltern denunzieren sollen. So wollen Sie das „Bolschewoke-Deutschland“ schaffen, in dem in jedem Kinderzimmer ein grüner Kommissar seine Eltern kontrolliert. Infolge Ihrer Politik wird Transsein zunehmend zu einem gewollt herbeigeführten Trend. (Jule Wenzel [GRÜNE]: Mein Gott!) Es ist zu einem Sammelbegriff für sämtliche Varianten rund um die eigene Geschlechtsidentität gewor-Landtag den. Fragwürdige Aufklärungsarbeit in den Schulen, und die Medien leisten ihren Beitrag, Verwirrung über die eigene Identität omnipräsent zu platzieren. Somit ist es doch nicht verwunderlich, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sich im falschen Körper glauben, seit Jahren in die Höhe schießt. Seit dem Jahr 2013 hat sich die Zahl der entsprechenden Behandlungen verfünffacht. Parallel dazu explodiert auch die Anzahl chirurgischer Geschlechtsumwandlungen. (Jule Wenzel [GRÜNE]: Meine Güte!) Dem linksgrünen Mainstream zufolge ist die Gesellschaft aufgeschlossener geworden. Ja, das ist natürlich toll. Tatsächlich folgt die Entwicklung dem Zeitgeist, der unmündigen Kindern weismachen will, Brustamputationen, Pubertätsblocker und schwerste Hormontherapien könne man quasi aus einer Laune heraus ausprobieren wie eine neue Haarfarbe. (Zurufe von den GRÜNEN) Selbst die Bundesregierung rät unentschlossenen Kindern auf ihrem Regenbogenportal skrupellos zur Einnahme von Pubertätsblockern. Über mögliche Folgen gibt es auf dem Portal nichts. (Zuruf von Norwich Rüße [GRÜNE]) Diese können sich allerdings von einem verminderten Intelligenzquotienten bis hin zur lebenslangen Unfruchtbarkeit strecken. (Zurufe von den GRÜNEN) Die Wahrheit ist allerdings auch – das blenden Sie natürlich geflissentlich aus –, dass der Wunsch, das Geschlecht zu wechseln, in knapp 80 bis 90 % der Fälle von allein wieder verschwindet. Deshalb sind wir als Gesellschaft, insbesondere bei Kindern, verpflichtet, einzuschreiten, sobald ein Wunsch absehbar großes und vor allem irreversibles Leid mit sich bringt. Sie treiben diese Ideologie mit dem Feuereifer der Fanatiker voran und nehmen dafür dauerhaften Schaden an den Seelen und Körpern unserer Kinder billigend in Kauf. Ihre verquere Weltanschauung wollen Sie bis ins höchst Private, nämlich das Erziehungsrecht der Eltern, mit Hilfe totalitärer Methoden in die Köpfe unserer Kinder pflanzen. Verstehen Sie mich nicht falsch. Die Vertreter dieses Totalitarismus sind nicht mehr finstere Männer in Uniform, es sind kreischende Frauen mit bunten Kurzhaarfrisuren. (Nina Andrieshen [SPD]: Sind wir eigentlich noch beim Haushalt?) Ein weiterer Irrweg, den Sie umso rigoroser beschreiten, sind die Versäumnisse im Bereich der frühkindlichen Bildung. Denn gefühlt jedes Jahr erschüttert die neue Bertelsmann-Studie den Landtag, und wie jedes Jahr passiert wieder einmal nichts. 07.12.2022 Über 100.000 Kita-Plätze werden in NRW im kommenden Jahr fehlen. Im bundesweiten Vergleich ist das Rekord. Auch der aktuelle IQB-Bildungstrend zeigt deutliche Einbrüche, vor allen Dingen in den Bereichen Deutsch und Mathematik. Auch wenn Corona hier eine willkommene Ausrede ist, muss doch festgehalten werden, dass dieser Abwärtstrend seit Jahren zu beobachten ist. Eine Ursache davon sind mit großer Sicherheit die Zustände in der frühkindlichen Bildung. Viele von Ihnen werden es vielleicht noch wissen: Früher wurden in den Kindertagesstätten noch vorschulähnliche Projekte durchgeführt, um Kinder bestmöglich auf das neue Kapitel Schule vorzubereiten. Als Folge des Personalmangels entwickeln sich die Kitas aber zu Kinderverwahranstalten, wo von Bildungsprozessen nicht mehr gesprochen werden kann und die Rasselbande irgendwie betreut werden muss, während die Eltern arbeiten müssen. (Beifall von der AfD) Ihre Kita-Politik ist ein Zirkelschluss. Eltern, die arbeiten müssen, um einen Kita-Platz zu bezahlen, den sie nicht bräuchten, wenn sie nicht arbeiten müssten, um einen Kita-Platz zu bezahlen, den sie nicht einmal bekommen. Es ist wie das Zitat aus dem Film „Fight Club“: „Von dem Geld, das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen.“ Apropos, Frau Ministerin Paul, Sie reden ja immer gerne von einem Marathon im Kampf um Fachkräfte in der frühkindlichen Bildung. Auch bei einem Marathon muss man irgendwann loslaufen. Ambitionen dazu sind bei Ihnen nicht zu erkennen. Unser Lösungsansatz dazu ist, berufstätigen Eltern von Kindern unter drei Jahren die Betreuung zu Hause und in der Kita gleichermaßen zu ermöglichen und somit eine echte Wahlfreiheit zu schaffen. Dabei liegen die Vorteile auf der Hand. Eltern können die Betreuung ihres Kindes individuell an ihre eigenen Bedürfnisse und an die Bedürfnisse ihres Kindes anpassen. Auch die Entlastung für die Kita wäre da: gleiches Personal, weniger Kinder, also automatisch bessere Betreuungsqualität. Das Personal würde uns wahrscheinlich die Entlastung sogar noch danken. Übrigens wünscht sich laut einer aktuellen INSA-Studie auch die Mehrheit der Eltern Wahlfreiheit bei der U3-Betreuung anstatt eines Krippenzwangs durch die Hintertür. Aber der Wille der Eltern ist ja das Letzte, was hier interessiert. Das wundert mich auch nicht, wenn ich hier in die interessierten Gesichter schaue. Eine echte Politik für und nicht gegen Familien und Kinder stellt deren tatsächlichen Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Daher werden wir diesen Plan selbstverständlich ablehnen. Und eines kann ich Ihnen Landtag versprechen: Wir von der AfD werden eines Tages die Lufthoheit über die Kinderbetten wieder an die zurückgeben, denen sie gebührt, den Eltern der Kinder. – Danke schön. (Beifall von der AfD)

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