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Prof. Dr. Daniel Zerbin

AfD 24.11.2022 Sitzungen 18/15

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die allgemeine Relativitätstheorie ist die größte Errungenschaft der modernen theoretischen Physik. In den letzten 100 Jahren wurden durch zahlreiche Experimente ihre theoretischen Aussagen empirisch bestätigt. Gravitationswellen sind signifikanter Teil der allgemeinen Relativitätstheorie. Es wurde schon einiges von Herrn Dr. Hartmann dazu gesagt, wie wichtig das ist und dass diese Erkenntnisse auch relativ jung sind. 2015 sind die Gravitationswellen erfolgreich gemessen und nachgewiesen worden. Es gab den Nobelpreis. Zusammengefasst ist das natürlich ein Meilenstein der Astrophysik. Das will ich jetzt gar nicht alles wiederholen. Umso mehr freuen wir uns, dass auch in Deutschland der Forschungsdrang zur Beobachtung von Gravitationswellen vorhanden ist und wir uns beteiligen wollen. Das Einstein-Teleskop, passend genannt nach dem weltweit wohl bekanntesten Physiker, könnte hier zu einem Prestigeobjekt werden, welches ebenfalls das Potenzial aufweist, weltweit Anerkennung finden zu können. Dass sich der Landtag im Jahr 2020 für eine Unterstützung dieses Projektes ausgesprochen hat, begrüßen wir ebenfalls. In Ihrem jetzt vorliegenden Antrag sprechen Sie selbst davon, dass dieses Projekt langfristig die Spitzenforschung in Deutschland und Europa unterstützen und vorantreiben wird. Als Standorte für das Einstein-Teleskop kommen hierbei Sardinien in Italien und Limburg in den Niederlanden mit Unterstützung vor allem aus Belgien und Nordrhein-Westfalen in Betracht. Ebenfalls wird die Lausitz in Sachsen als weiterer Standort gehandelt. Landtag Hier liegt genau der Punkt, weshalb wir dem Antrag nicht zustimmen können. Als AfD ist es uns ein Anliegen, den Forschungsstandort Deutschland zu stärken, unabhängig von Loyalitäten zu einzelnen Bundesländern. Denn letztendlich würde das Einstein-Teleskop in Limburg erbaut werden. Damit könnte Nordrhein-Westfalen zwar Unterstützung bei diesem Projekt leisten. Erster Nutznießer blieben jedoch die Niederlande. Das ist für uns als AfD nicht ausreichend genug, um dies als Förderung der Spitzenforschung in Deutschland und Nordrhein-Westfalen zu betiteln. Auch die Koordinierung zwischen drei und mehr Forschungspartnern ist immer eine zusätzliche Belastung. Dies erkennt man schon an Ihren Forderungen, dass Gespräche mit der Bundesregierung, der niederländischen Provinzregierung, der UNO und letztendlich auch mit der Einstein Telescope Scientific Collaboration aufgenommen werden sollen. Das sind viele Eventualitäten, die es noch zu klären gilt. Und wie so häufig gilt: Viele Köche verderben den Brei. Deshalb sprechen wir uns eindeutig für die Lausitz als Forschungsstandort aus. Wir bedauern zwar, dass dieses Projekt nicht in Nordrhein-Westfalen umgesetzt werden soll. Aber dieser Wunsch fehlt ebenfalls im Antrag. Noch ein Hinweis: Gestern besprachen wir ja die Energienot in Nordrhein-Westfalen. Da wurde hier im Plenum noch einmal die Wichtigkeit des Forschungsstandorts Deutschland debattiert. Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass der Antrag der FDP vollkommen unglaubwürdig ist. Während versucht wird, das NRW-Parlament von der Notwendigkeit eines Einstein-Teleskops in den Niederlanden zu überzeugen, möchte die FDP-Bundesforschungsministerin überhaupt kein Geld für ein solches Projekt ausgeben. Forschung und Physik sind der FDP in der Ampel dann wohl doch nicht so wichtig. Hier sollte man sich aus unserer Sicht erst einmal ehrlich machen. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

Protokoll ↗