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Dr. Martin Vincentz

AfD 24.11.2022 Sitzungen 18/15

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Vielleicht habe ich in der Tat zu schnell gesprochen, sodass Sie mich nicht richtig verstanden haben, allerdings kriege ich die vielen Fachbegriffe eben auch in einer etwas schnelleren Redegeschwindigkeit hin. Vielleicht noch einiges zur Klärung, weil es offensichtlich nicht richtig angekommen ist, obwohl ich nun wirklich sehr defensiv eingeleitet habe: Es ist wirklich schade, dass man an dieser Stelle diese – ich sagte es eingangs – diffizilen Themen nicht besprechen kann, ohne mit Begriffen wie „abseitig“, „Müll“ und „Verschwörungstheorien“ belegt zu werden. Es ist eben nicht ganz so einfach, Herr Kollege, wie Sie es sagten, dass es die Wissenschaft gibt, sondern Wissenschaft ist immer im Fluss. Ich führte lang und ausgiebig aus, dass es zwei ganz unterschiedliche Denkansätze sind. Der eine sagt: Das Geschlecht ist sozial konstruiert. – Der andere sagt: Das Geschlecht ist etwas Wahrhaftiges; das ist uns angeboren. Egal, was ich vielleicht äußerlich hergebe: Es gibt ein inneres Geschlecht, das mir angeboren ist. – Das sind zwei ganz unterschiedliche Denkschulen. Das Problem ist: Wenn ich mich einer dieser beiden verschreibe und das nicht mit einer hohen Sensibilität vertrete – Ihr dogmatischer Ansatz heute und diese krassen Abwehrreflexe zeigen, dass Sie es nun wirklich nicht sensibel angehen wollen –, bedeutet dies für viele Menschen, dass sie sich unter anderem einem medizinischen Eingriff hingeben, der nicht mehr rückgängig zu machen ist. Sie sprechen von Personen, die in 20 Jahren nicht mehr zeugungsfähig sind, wenn sie sich in ihren jungen Jahren geirrt haben. Mit 14 dürfen sie alleine keinen Handyvertrag abschließen, aber sie sollen so etwas mit sich machen lassen. Da ist maximale Zurückhaltung geboten. Hier geht es nicht um einen rein theoretischen und abstrakten Diskurs darum, ob Sie Anhänger der String- oder der Quantentheorie sind – da sind Physiker nun manchmal auch erbarmungslos, wenn sie miteinander umgehen –, sondern hier geht es um das Leid von Menschen, welches sich dahinter verbirgt, wenn Sie sich einer dieser Denkschulen so dogmatisch anschließen. Wenn Sie, wie es hier auch schon wieder intendiert wurde, Psychiatern vorschreiben, was sie über ihre Patienten zu denken haben, noch bevor sie das erste Wort mit ihnen gesprochen haben, können Sie Psychiater auch ganz abschaffen. Das ist eine völlig falsche Richtung. Ich sage es noch einmal: Ich kann nur davor warnen, dass wir uns dem in dieser Art und Weise annehmen. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD) 24.11.2022

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