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Tülay Durdu

SPD 23.11.2022 Sitzungen 18/14

Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Parteien! Unsere Schwimmbäder sind in einem maroden Zustand. Wir alle wissen das, und die AfD muss uns das nicht schriftlich mitteilen. Denn jeder, der sich nur fünf Minuten mit der Thematik beschäftigt hat, weiß: Unsere Schwimmlandschaft hat in erster Linie ein Finanzierungsproblem, ein Sanierungsproblem, ein Modernisierungsproblem und ein Personalproblem, und dann, aber auch erst dann, kommen ein Planung- und ein Bauproblem. Dies äußert sich auch darin, dass immer wieder kommunale Frei- und Hallenbäder geschlossen werden, weil die Betriebskosten einfach zu hoch sind. Putins Krieg und die damit steigenden Energiekosten verschärfen aktuell die Lage. Deshalb müssen wir doch genau hier ansetzen und mehr Geld für den Schwimmstättenbetrieb zur Verfügung stellen und – ja – auch endlich eine Offensive zur Sanierung und Modernisierung unserer Schwimmstätten umsetzen. Das sage ich vor allem mit Blick auf die Landesregierung und den anstehenden Haushaltsplan, denn darin findet sich zu diesem Punkt nichts. (Beifall von der SPD) Die Landesregierung stellt sogar das Programm „Moderne Sportstätte“ ein. Auch die AfD fordert mit diesem Antrag keine finanzielle Verbesserung für die Schwimmstätten. Sie fordert stattdessen die Einrichtung eines Lehrstuhls für Planung und Bau von Schwimmstätten. (Zuruf von Andreas Keith [AfD]) 23.11.2022 So lösen wir zwar kein Finanzierungsproblem, aber die AfD kann ja so tun, als wäre sie die erste, die sich mit einer langjährigen Planung beschäftigen würde und – noch schlimmer – als hätten wir in NRW gar keine Expertise. Dabei liegen uns ausreichend Expertisen und Handlungshinweise vonseiten der Wissenschaft und der relevanten Akteure aus der Schwimmlandschaft vor. Erst 2021 haben wir auf Initiative der SPD-Landtagsfraktion eine Anhörung von Sachverständigen im Landtag durchgeführt. Ich weise auf Drucksache 17/1538, 17. Wahlperiode, 14. September 2021 hin. Das können Sie gerne nachlesen,, verehrter Kollege von der AfD. (Zuruf von der AfD: Das war allerdings auch auf Initiative der AfD!) Wir haben schon Expertise zu dem, was notwendig ist, um die Schwimmlandschaft in NRW auf Vordermann zu bringen. Das kann die AfD schwarz auf weiß nachlesen. Denn es mangelt nicht an Expertise, sondern an politischem Willen, die Maßnahmen mit genügend finanziellen Mitteln auszustatten und umzusetzen. Lassen Sie mich zum Schluss den Blick noch einmal auf die aktuelle Situation beim Schwimmen ausweiten. Immer weniger junge Menschen lernen schwimmen. Das Schulschwimmen kann nicht überall gewährleistet werden. Es fehlen Schwimmmeister, Schwimmtrainer und Rettungsschwimmer. Zu allem Überfluss hat die Coronapandemie den Schwimmbetrieb einschließlich der Schwimmkurse zeitweise lahmgelegt. Auch hierdurch haben wir Personal, aber auch Schwimmfähigkeit bei unseren Jüngsten verloren. Wir erleben tatsächlich eine handfeste Schwimmkrise. Wenn wir diese Krise lösen wollen, damit alle unsere Kinder und Jugendlichen Schwimmen lernen, weil Schwimmen überlebensnotwendig ist, haben wir große Aufgaben vor uns. Das sind Aufgaben, die mit einem Lehrstuhl für Bau und Planung von Schwimmstädten kurzfristig nicht gelöst werden können. (Andreas Keith [AfD]: Das stimmt!) Der Überweisung in den Sportausschuss stimmen wir leider zu, aber inhaltlich lehnen wir den Antrag natürlich ab. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der SPD – Vereinzelt Beifall von den GRÜNEN)

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