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Lisa-Kristin Kapteinat

SPD 03.11.2022 Sitzungen 18/12

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Einige oder viele von Ihnen werden sich noch daran erinnern, wie es bei Ihnen selbst oder bei Ihren Kindern war: Der allererste Schultag steht an. Der Ernst des Lebens beginnt. An den über 2.700 Grundschulen in Nordrhein-Westfalen werden jährlich über 160.000 Erstklässlerinnen und Erstklässler eingeschult. Wie erfolgreich unsere Jüngsten im Laufe ihrer jahrelangen Schullaufbahn sind, hängt dabei von vielen Faktoren ab. Darüber diskutieren wir hier regelmäßig: Qualität des Schulunterrichts, Personalausstattung, Infrastruktur, Geldbeutel der Eltern usw. Was beim Start in die Schule allerdings auch wichtig ist, ist die richtige Einordnung der Schulreife und die Feststellung, ob eventuelle Entwicklungshemmnisse vorliegen und Förderbedarfe bestehen, zum Beispiel im Bereich der Grafomotorik oder der Sprachentwicklung. Optimale Förderung hängt natürlich auch davon ab, ob entsprechende Bedarfe erkannt und frühzeitig durch Fördermaßnahmen ausgeglichen werden. Eine nicht erkannte Legasthenie kann sowohl bei Landtag den Schülerinnen und Schülern als auch bei Eltern und Lehrpersonal zu viel Frust führen. Prävention ist tatsächlich das viel bemühte Zauberwort. Deswegen sind die Schuleingangsuntersuchungen vor der Einschulung so wichtig, und deswegen danken wir der FDP herzlich für den Antrag. (Beifall von der SPD) Neben den medizinischen Untersuchungen sind sie der Ausgangspunkt für die Beurteilung der Schulreife und der Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder. Dass sie während der Coronapandemie ausgefallen sind, ist mehr als suboptimal. Hier muss nachgesteuert werden. Anscheinend existiert bei der Landesregierung kein Überblick darüber, wie viele Schuleingangsuntersuchungen in Nordrhein-Westfalen gerade wieder stattfinden. Dabei ist es wichtig, dass die Schuleingangsuntersuchungen flächendeckend erfolgen. Denn nur so haben wir einen Gesamteindruck über die Entwicklung unserer Kinder in der Pandemie in Nordrhein-Westfalen. Gerade nach den Ergebnissen der Studie, die gestern vorgestellt worden ist und zeigen, was das für unsere Kinder in den Kitas bedeutet hat, ist dies wichtiger denn je. Die Untersuchungen müssen also schnellstmöglich nachgeholt werden. Da die Gesundheitsämter aber weiterhin an ihre personelle Überlastungsgrenze stoßen, muss die Landesregierung mit Hilfsinstrumenten unterstützen und gegebenenfalls zusätzliches Personal bereitstellen, so wie dies bei der Kontaktnachverfolgung von Corona ebenfalls möglich war. Neben der Frequenz müssen wir auch über die Art und Weise sprechen, wie die Untersuchungen ablaufen. Ich freue mich, dass dies im Antrag der FDP Berücksichtigung findet. Aus unserer Sicht sollten die Untersuchungen so früh wie möglich stattfinden, damit das Entwicklungsfenster, zum Beispiel beim Spracherwerb, nicht schon geschlossen ist, wenn es zu diesen Untersuchungen kommt. Gerade Kinder, die schon früh, mit fünf Jahren, in die Schule kommen, müssen hier vorzeitig berücksichtigt werden. Außerdem müssen wir bei der Beurteilung die Expertise aller Fachleute berücksichtigen. Dazu gehören aus unserer Sicht vor allem die Erzieherinnen und Erzieher. Sie leisten weit mehr als Kinderbespaßung. Sie begleiten die Kinder meist von klein auf und haben neben den Eltern wohl den besten Einblick in die individuellen Bedarfe der Kinder. Die Entwicklung wird hier ohnehin dokumentiert. Das sollte wertschätzend genutzt werden und kann die Expertise einer oftmals fremden Fachärztin ergänzen. (Beifall von der SPD) Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir stimmen der Überweisung an den AGS als dem federführenden Ausschuss und an die weiteren Ausschüsse zu und 03.11.2022 freuen uns auf die Diskussion. – Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der SPD und der FDP)

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