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Prof. Dr. Andreas Pinkwart

FDP 31.08.2022 Sitzungen 18/5

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Frau Zingsheim-Zobel, auch von meiner Seite ein Glückwunsch zu Ihrer ersten Rede. Ich möchte mich aber auch für den Inhalt Ihrer Rede sehr bedanken. Als früheres Mitglied der Landesregierung, wenn auch in anderer Zuständigkeit, aber an vielen Debatten hier teilnehmend, möchte ich sagen, dass ich mir gewünscht hätte, dass sich Ihre Fraktion in den letzten beiden Jahren zu dem Themenfeld ähnlich geäußert hätte, wie Sie es heute getan haben. Das hätte sehr zur Versachlichung der Debatte, die wir seinerzeit geführt haben, beigetragen. (Beifall von der FDP und Claudia Schlottmann [CDU] – Anhaltendes Lachen von Jochen Ott [SPD]) Ich kann mich daran erinnern, dass Vertreter Ihrer Fraktion im vergangenen Frühjahr die Forderung in den Raum gestellt haben, man könne den Präsenzunterricht nach Ostern direkt bis zu den Sommerferien aussetzen. Wir, insbesondere meine Kollegin Yvonne Gebauer, sind gerade aus Ihrer Fraktion massiv dafür kritisiert worden, dass wir in Nordrhein-Westfalen dem Präsenzunterricht wo und wie immer möglich Vorrang eingeräumt haben. Heute sehen wir, wie wichtig das war und dass sich überall dort, wo es nicht umgesetzt werden konnte, ganz massive Nachteile bei den Schülerinnen und Schülern, insbesondere bei den ohnehin benachteiligten, zeigen. Deswegen wünsche ich mir, liebe Frau Feller, liebe Vertreter der Landesregierung, dass Sie damit ernst machen, alles zu unternehmen, damit wir in den nächsten Monaten – ich hoffe nicht, Jahren – sagen können: Wir können den Präsenzunterricht an unseren Schulen in Nordrhein-Westfalen aufrechterhalten. (Beifall von der FDP und Dr. Hartmut Beucker [AfD]) Lieber Herr Ott, ich will es Ihnen nicht ersparen, Ihnen einen SPD-Oberbürgermeister in Erinnerung zu rufen, der mal gesagt hat, jeder Tag, an dem kein Präsenzunterricht stattfinde, sei ein guter Tag. 31.08.2022 Ich muss ganz ehrlich sagen: Auch die Persönlichkeiten, die an den verschiedenen Stellen in unserem Land Verantwortung tragen, sollten sich vor Augen führen, was sie in den letzten beiden Jahren zum Teil dazu beigetragen haben, um sich jetzt umso mehr dafür zu engagieren, dass die Defizite ausgeglichen werden. Wir sollten das nicht erneut mit sehr bildungsideologischen Ansätzen machen. Ich höre von Ihnen, Herr Ott, es gehe um Druckbetankung, der man entgegenwirken müsse. (Zuruf von Jochen Ott [SPD]: Ich habe den Be- rater Ihrer Landesregierung zitiert! Es war Ihr Berater!) Wenn wir denen, die diese Defizite haben – es sind leider sehr viele, und die Defizite sind sehr erheblich, die Studien weisen das nach –, jetzt wirklich helfen wollen, dann brauchen wir beides. Wir brauchen einen besseren und zielgenaueren schulpsychologischen Dienst, Schulsozialarbeit, und wir brauchen die Lehrerinnen und Lehrer in hinreichender Präsenz in der Schule mit einer guten Schüler-Lehrer-Relation und entsprechenden Klassengrößen, damit das nachgearbeitet werden kann, was in den letzten zwei Jahren in der Schule versäumt worden ist. (Beifall von der FDP)

Protokoll ↗