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Jörn Domeier

SPD 05.03.2026 4:06 min Tagungsabschnitte 19/32

Igel und andere Kleintiere vor Mäh- und Schneidemaschinen schützen - mehr Aufklärung für Verbraucherinnen und Verbraucher, mehr produktbezogene Regelungen für den Tierschutz

Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! In meinem Garten ist der fleißigste Helfer das Tier, über das wir gesprochen haben. Volle Unterstützung erhalte ich durch ihn im Gemüsebeet bei meiner nächtlichen Abwehr gegen Schnecken, Larven, Käfer oder andere Dinge, die ich zumindest im Gemüsebeet nicht brauche. Aber dass der Igel gefährdet ist, sollte uns wirklich zu denken geben, denn das Tier hat die Eiszeit überstanden. Er war schon mit Mammuts unterwegs und gilt als das älteste Säugetier. Aber wir Menschen sind halt auch so schrecklich effektiv und gestalten uns die Natur, wie wir meinen, dass sie eben aufgeräumt aussehen sollte. Und was über Jahrtausende wunderbar geklappt hat, ist nicht mehr effektiv und gut. Dass sich der Igel bei Gefahr einrollt, einfach die Stacheln für sich sprechen lässt, ist zumindest gegen Autos eine Taktik, die unglücklich ist. Wenn aber der Straßenverkehr überwunden, die Schottergärten endlich erklommen und ein Weg in den Garten gefunden wurde, ja dann ist wirklich dringend Zeit für Nahrung. Die Nase ausgestreckt und eben auf der Suche nach den Schnecken, Käfern, Larven oder anderen Dingen. Aber in der Dämmerung oder nachts gibt es tatsächlich Menschen, die ihren noch effektiveren elektrischen Helfer im Einsatz ganz gerne starten lassen. Mit messerscharfem Schneidewerkzeug arbeiten Mähroboter mit höchster, ja wirklich mit höchster Power. Im Petitionsausschuss, wir haben es gehört, behandeln wir dazu eine Eingabe, die mehr als 6 600 Menschen mitgezeichnet haben. Der Petitionsausschuss durfte die Fotos von den Igel-Auffangstationen von dem, was sie dort alles mitbekommen, sehen. Ich bin dankbar, dass unsere Geschäftsordnung hier das Hochhalten dieser Fotos untersagt. Igel leiden leise. Schwerste Verletzungen sind oft unbemerkt, und sie versterben irgendwo ungesehen. Deswegen ist es richtig, dass die Öffentlichkeit einen Blick darauf bekommt und dass mit der Zertifizierung als das Wildtier des Jahres 2024 wirklich ein Spotlight darauf gerichtet wurde. Ich bin den vielen Kommunen in Niedersachsen außerordentlich dankbar, wie zuletzt auch meinem Landkreis Helmstedt, die mit Allgemeinverfügungen gedagt haben: Wir müssen dem Igel helfen. Aber solche Allgemeinverfügungen sind tückisch. Denn jetzt haben meine Kommunen, meine Samtgemeinden, meine Städte die Aufgabe dafür bekommen, ohne natürlich einen Cent dafür zu erhalten. Wir wollen gerade nicht, dass die Kontrollpolizei in den Garten kommt. Wir wollen, dass sich Nachbarn und Freunde treffen, auch in den Gärten, dass man miteinander spricht, statt einen Hinweis an die Kontrollbehörde zu geben, was denn da gerade passiert und wer denn da nachts herumgefahren ist. Vor allem wollen wir, dass die Technik effektiver und noch besser wird. Das Ganze wird mit einer Aufklärungskampagne und der Information gepaart, dass wir alle schon jetzt etwas tun können: Laub ruhig einmal im Garten liegen lassen! Ein Garten, der gar nicht so steril ist, wirkt lebendig. Was dort an Käfern unter Blättern lebt, ist wunderbares Futter eben auch für den Igel. Man sollte sich das Nichtstun im Garten ruhig einmal gönnen und Ecken speziell mit Gräsern, Holz und von mir aus auch Steinhaufen liegen lassen. Und zu guter Letzt: Offene Grenzen haben nicht nur Deutschland vereint. Ein Loch im Zaun hilft dem Igelmann zur Vereinigung mit der Igelfrau, und das Ergebnis daraus können wir in ganz vielen Gärten wirklich gut gebrauchen. Vielen Dank.

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