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Marcel Queckemeyer

AfD 09.11.2023 6:50 min Tagungsabschnitte 19/11

Kranichnistplätze sichern - Moorflächen von beeinträchtigendem Bewuchs befreien

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kollegen der anderen Fraktionen! Liebe ‑ wie gerade gesehen ‑ Realpolitiker der AfD! „Kranichnistplätze sichern - Moorflächen von beeinträchtigendem Bewuchs befreien“ - in diesem Antrag habe stellvertretend für viele Moore in Niedersachsen das Rehdener Geestmoor gewählt. Das Geestmoor ist ein in der Regeneration befindliches Moor, welches sich nach dem Torfabbau zurück zu einem Hochmoor entwickelt. Hochmoore sind Moore, die ausschließlich baumfrei sind und typisch mit Moosen und Gräsern wie dem Wollgras bewachsen sind. Diese Flächen sind auch außerordentlich wichtig für unsere Zugvögel, zum Beispiel den Kranich. Dieser braucht diese Hochmoore, um auf dem Vogelzug zu rasten und wieder zu Kräften für den Weiterflug zu kommen. Auch haben sich in den letzten Jahren immer mehr Kraniche und andere Zugvögel unsere Moore wieder zu ihren Nistplätzen auserkoren - ein Zeichen für einen funktionierenden Naturschutz. Nur, dieser muss auch aktiv betrieben werden. Die regierungstragenden Parteien haben in ihrem Koalitionsvertrag den Moorschutz verankert. Doch was passiert wirklich für den Moorschutz? - Herzlich wenig. Ich zitiere aus dem Bericht des BUND auf der Seite des Naturparks Dümmer: „Mit der schrittweise zu Ende gehenden Abtorfung im Rehdener Geestmoor wurden in den Jahren von 1982 bis 2004 umfangreiche Maßnahmen zur Renaturierung des Moores durchgeführt. Auf insgesamt 810 ha wurden wertvolle Moorheiden entbirkt, steile Torfstichkanten abgeschrägt, Querdämme und Verwallungen angelegt und Gräben angestaut. Zur Pflege des Moores werden bspw. robuste Schafrassen eingesetzt, wie die Diepholzer Moorschnucke. Das Rehdener Geestmoor ist als Bestandteil des Europäischen Schutzgebietssystems ,NATURA 2000‘ besonders geschützt. … In Folge der Renaturierung hat sich hier einer der bedeutendsten Kranichrastplätze Deutschlands entwickelt.“ So weit, so gut, meine Damen und Herren von Rot-Grün. Doch seit zehn Jahren wurde nicht mehr wirklich daran gearbeitet, die Renaturierung voranzubringen. Darauf wurden auch Sie, Herr Minister Meyer, schriftlich durch zwei Ornithologen aus dem Landkreis Osnabrück aufmerksam gemacht. Doch reagiert haben Sie bis heute nicht. Ich zeige Ihnen hier einmal ein Bild, wie das Geestmoor aktuell aussieht. Man sieht hier: Die Heideflächen verbuschen wieder durch die Birke, welche ja zur Renaturierung, wie es im Bericht des BUND steht, großflächig entfernt wurde. Rot-Grün fordert den Moorschutz. Aber wie wir sehen, sehen wir nichts. - Danke für das Bild an die Ornithologen! Bevor hier großmundig nach dem Moorschutz nach der Wiedervernässung und somit einer schleichenden Enteignung unserer landwirtschaftlichen Flächen geschrien wird, sollte die Landesregierung erst einmal ihre Hausaufgaben machen und die Moore, die im Besitz des Landes und der Kommunen sind, weiter schützen, um mit sinnvollen Maßnahmen weiter zu renaturieren. Aber man will den Moorschutz und somit die Vernässung der Weideflächen doch nur aus einem einzigen ideologischen Grund, nämlich zum Zweck, Photovoltaikanlagen auf diesen zu vernässenden Flächen zu installieren, wie es in Ihrem Koalitionsvertrag deutlich zu lesen ist. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! - Ja, Herr Watermann, hören Sie mal zu. Kümmern Sie sich nicht in erster Linie um die Wiedervernässung von landwirtschaftlichen Flächen, sondern um unsere noch bestehenden Moore! Aber statt selbst das Heft in die Hand zu nehmen und die Moore ‑ genauer gesagt: die Moorheideflächen ‑ vom Verwuchs zu befreien, legt man diese Aufgabe in Hände von anderen. Der BUND zum Beispiel macht ehrenamtliche Entkusselaktionen am 11. November und am 25. November dieses Jahres sowie am 27. Januar nächsten Jahres im Geestmoor. Wissen Sie, wie viele sich auf der Website des BUND bis dato ‑ Stand heute Morgen ‑ angemeldet haben? Niemand! Diese wichtige Pflegeaufgabe zum Moorschutz aus der Hand zu geben und nicht ausschließlich in Länderzuständigkeit zu belassen, wie zum Beispiel durch die Landesforsten, ist unseres Erachtens grob fahrlässig. Anstatt hier die Flächen zum Hochmoor wiederherzustellen und somit dem Kranich die wichtigen Rast- und Nistplätze zu bieten, gerade in einem für den Kranichzug so wichtigen Rastgebiet auf der sogenannten Osnabrücker Route, werden lieber noch Windkraftanlagen in die Zugvogelrouten der Kraniche installiert. Ein Bild eines geschredderten Vogels erspare ich Ihnen hier. Man sieht am Beispiel des BUND, dass man viel will, aber so gut wie nichts erreicht. Lieber Herr Umweltminister Meyer, als Mitglied von BUND, NABU, Greenpeace und den ganzen anderen selbst ernannten Naturschutzvereinen müssen Sie sich doch einmal eingestehen, dass sie alle viel wollen und nur mit skurrilen Aktionen auffallen, aber in Wirklichkeit beim Naturschutz nichts erreichen. Hätte Greenpeace dieses Jahr unser Hohes Haus nicht mit Transparenten verunstaltet und hier nach meinem Empfinden Hausfriedensbruch begangen, sondern diese Energie und Kosten in den Moorschutz und in Entkusselungen gesteckt, hätte man aktiv etwas für unsere Umwelt, also unsere Heimat, getan, anstatt unnötig Ressourcen durch Transparente zu verbrauchen und unnötig CO2, wie Sie immer sagen, freizusetzen und mit großem Aufwand hier in Hannover einzurücken. Herr Meyer, werden Sie aktiv mit echtem Naturschutz, wie es die AfD fordert! Sorgen Sie für die weitere Renaturierung unserer bestehenden Moore, und sorgen Sie somit für Rast- und Nistflächen unserer Zugvögel! Verringern Sie endlich durch die Jagd den zu hohen Wolfsbestand in Niedersachsen, damit die Weidetierhaltung nicht verloren geht und somit weiter Landschaftsschutz durch Weidetiere betrieben werden kann! Allein im Geestmoor herrscht mit dem Uchter und dem Barnstorfer Wolfsrudel ein extrem großer Druck auf die Weidetierhaltung und somit, Herr Meyer, auf den Moorschutz. Fangen Sie an, die Maßnahmen, wie in unserem Antrag gefordert, umzusetzen! Denn dann tun Sie etwas für den aktiven Moorschutz und handeln, anstatt nur zu reden und Stuhlkreise zu bilden. Ich bitte daher alle in diesem Hause, unseren Antrag zu unterstützen, auch wenn es Ihnen immer sichtlich schwerfällt. Aber machen Sie sich nur ein einziges Mal ehrlich, liebe SPD, Grüne und auch CDU, und stimmen Sie mit gesundem Menschenverstand für einen wichtigen Antrag wie diesen und somit für den Naturschutz in Niedersachsen! Danke schön.

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